Bistrica (Albanien)
Gestaute Bistrica am Oberlauf
Das Einzugsgebiet der Bistrica liegt südlich dem der Vjosa.

Die Bistrica (albanisch auch Bistricë) ist ein rund 25 Kilometer langer, nicht schiffbarer Fluss im Süden Albaniens. Sie ist der einzige nennenswerte Fluss des Landes, der nicht in die Adria, sondern ins Ionische Meer mündet.

Die Bistrica entspringt im Gebirge Mali i Gjerë und fließt in etwa südwestlicher Richtung. Von ihrer Quelle bis zum Eintritt in die Vurgo-Ebene bei Finiq und Mesopotam hat die Bistrica eine tiefes Tal ins Gebirge gegraben. In diesem Tal verläuft die Straße, welche Saranda mit Gjirokastra verbindet. Ursprünglich mündete der Fluss in den Butrintsee, der durch den Vivar-Kanal mit dem Meer verbunden ist. Im Rahmen der Melioration der Schwemmlandebene wurde die Bistrica 1958 umgeleitet und mittels eines Durchstichs durch eine Hügelkette als Çuka-Kanal etwas südlich von Saranda direkt zum Meer geführt.

Der auch im Sommer immer wasserreiche Fluss ist zu einem großen Teil kanalisiert, und Wasser wird abgeleitet, um die Felder in der Vurgo-Ebene zu bewässern. An der Bistrica wurde in den 1960er-Jahren auch ein Wasserkraftwerk errichtet, das für die Stromversorgung der Landkreise Delvina und Saranda wichtig ist. Es wurde in den Jahren 2003/2004 mit Hilfe der GTZ erneuert.

Ein wichtiger Zufluss der Bistrica ist die Karstquelle von Syri i Kaltër. Der Quelltopf ist wegen seiner landschaftlichen Schönheit ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Name Bistrica leitet sich vom slawischen *-bistr (= schnell) ab.

Literatur

  • Örjan Sjöberg: A contribution to the geography of hydro-electric power generation in Albania. In: Österreichische Osthefte. Band 29, 1987, S. 5–27.
  • Mevlan Kabos, Farudin Krutaj et al. (Hrsg.): Gjeografia fizike e Shqipërisë. Band 2, Tirana 1991, S. 112f..
39.84376920.031037

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