ARCS-Modell

Das ARCS-Modell ist ein motivationales Instruktionsdesign für das E-Learning.

Das ARCS-Modell von Keller/Kopp (1987) wurde auf Basis des bereits bestehenden motivationalen Designs von Keller (1983) erstellt, wobei das Akronym ARCS für die vier motivationalen Bedingungen steht (vgl. Keller/Kopp 1987; Niegemann 2001; Niegemann et al. 2004):

Konkrete Empfehlungen und Handlungsanweisungen für die Umsetzung der im ARCS-Modell enthaltenen Strategien in multimedialen Lernumgebungen (E-Learning) formulierten Niegemann (2001) sowie Niegemann et al. (2004 in Anlehnung an Keller/Suzuki 1998 und Niegemann 1995) und Astleitner (2002), Strategien zur Implementierung der ARCS-Strategien im traditionellen Unterricht formulierte Keller (2000).

Das ARCS-Modell zählt derzeit zu den populärsten Motivationsdesigns und wurde auch zahlreichen empirischen Überprüfungen unterzogen (beispielsweise Means et al. 1997; Visser 1998; Chyung et al. 1998; Shellnut et al. 1999; Song/Keller 2001; Chang/Lehman 2001; Astleitner/Hufnagl 2003; Astleitner/Lintner 2003) und theoretisch besprochen in Astleitner/Wiesner 2003; Astleitner/Pasuchin/Wiesner 2006.

Die vier Hauptanforderungen können als Mindestanforderung an jedes Instruktionsdesign bzw. an jede E-Learning Plattform verstanden werden. Die Motivierung kann vor allem nicht nachträglich in ein Instruktionsdesign bzw. in eine E-Learning Plattform beigefügt werden, sondern muss bereits als wesentliches Gestaltungsprinzip den gesamten Designprozess mitbestimmen (vgl. Niegemann 2001). In der sehr bekannten E-Learning-Theorie (Kognitive Theorie multimedialen Lernens) von Mayer (2001) ist die Lernmotivation bzw. -motivierung unbedeutend, was mittlerweile zu einiger Kritik führte, wodurch neuere ID-Theorien und Modellen (Instruktionsdesign) bereits motivationalen Aspekte des Lehrens und Lernens (wie z.B. die Integration des ARCS-Modell) berücksichtigen (vgl. Astleitner/Wiesner 2003).

Literatur

  • Astleitner, H./Wiesner, C. (2003): An Integrated Model of Multimedia Learning and Motivation. Journal of Educational Multimedia and Hypermedia, 2003, 13(1), 3-21. http://findarticles.com/p/articles/mi_hb1391/is_200403/ai_n5706807
  • Astleitner, H./Pasuchin, I./Wiesner, C. (2006): Multimedia und Motivation – Modelle der Motivationspsychologie als Grundlage für die didaktische Mediengestaltung. Medienpädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung. http://www.medienpaed.com
  • Keller, J. (1983): Motivational design of instruction. In C. Reigeluth (ed.), Instructional design theories and models. An overview of their current studies. Hillsdale, NJ: Erlbaum.
  • Keller, J.M.; Kopp, T.W. (1987): An application of the ARCS model of motivational design. In Reigeluth, C. M. (Hg.): Instructional theories in action. Lessons illustrating selected theories and models. Hillsdale, NJ: Erlbaum. S. 289-320
  • Kruse, K.: The Magic of Learner Motivation: The ARCS Model. http://www.e-learningguru.com/articles/art3_5.htm
  • Means, T., Jonassen, D., Dwyer, F. (1997): Enhancing Relevance: Embedded ARCS Strategies vs. Purpose. Educational Technology Research and Development, 45, 5-17.
  • Niegemann, H. M.. (2004): Modelle des Instruktionsdesigns. Zu Möglichkeiten und Grenzen didaktischer Hilfestellungen. In: Rinn, U./Meister, D. M. (Hg.): Didaktik und Neue Medien. Konzepte und Anwendungen in der Hochschule. Münster: Waxmann, 102-122.
  • Niegemann, H. M./Hessel, S./Deimann, M./Hochscheid-Mauel, D./Asanski, K./ Kreuzberger, G. (2004): Kompendium E-Learning. Berlin: Springer.

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