Bouillotte
William Hogarth „Die Spielhölle“ aus A Rake's Progress - Gemälde um 1735

Bouillotte, auch Brelan, ist ein historisches, französisches Karten-Glücksspiel, das in der Zeit der französischen Revolution und später wieder in den 1830er Jahren sehr beliebt war. Bouillotte ist so wie Brag und Poch als Vorläufer des Poker-Spiels anzusehen.

Inhaltsverzeichnis

Regeln

Bouillotte wird von drei bis fünf Personen mit einem Paket Piquet-Karten (32 Blatt französischer Spielkarten) gespielt. Bei fünf Spielern werden die Siebener, bei vier Spielern auch die Buben und bei drei Spielern des Weiteren die Damen entfernt.

Vor einem Spiel zahlt jeder Spieler eine Spielmarke (Counter, Chip) als (Ante) in den Pot. Der erste Spieler nach der Vorhand (Age) kann ebenso wie die weiteren Spieler den Pot erhöhen (raise). Diejenigen, welche nicht mitgehen (seeing the raise) wollen, müssen aussteigen.

Jeder Spieler erhält drei Karten, die folgende Karte – bei vier Spielern also die dreizehnte – wird Retourne genannt und offen aufgeschlagen.

Danach muss jeder Spieler entweder setzen (bet), mitgehen (call), erhöhen (raise) oder aussteigen (drop out ).

Ist die Wettrunde abgeschlossen, werden die Karten aufgedeckt und die höchste Hand gewinnt den Pot. Die Rangfolge der Hände lautet:

  • Brelan carré: Vier Gleiche mit der Retourne als einer der vier Karten.
  • Brelan simple: Drei Gleiche. Halten zwei Spieler drei gleiche Werte, so entscheidet der Rang, das Ass zählt als höchste Karte.
  • Brelan favori: Drei Gleiche mit der Retourne als einer der drei Karten.

Hat kein Spieler ein Brelan, so werden die Hände gemäß ihren Augen (Pips) bewertet, dabei zählt das Ass elf Punkte, die Figurenkarten jeweils zehn Punkte.

Siehe auch

  • brelan im französischsprachigen Wiktionary

Quellen

Literatur

Weblinks


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  • bouillotte — [ bujɔt ] n. f. • 1788; de bouillir 1 ♦ Vieilli Récipient métallique destiné à faire bouillir de l eau. ⇒ bouilloire. 2 ♦ Récipient étanche que l on remplit d eau bouillante pour se chauffer dans un lit, dans une voiture. Bouillotte en caoutchouc …   Encyclopédie Universelle

  • Bouillotte — Bouillotte, a French game of cards, very popular duringthe Revolution, and again for some years from 1830. Five, fouror three persons may play; a piquet pack is used, from which,in case five play, the sevens, when four the knaves, and whenthree… …   Wikipedia

  • Bouillotte — (spr. Bulljott), 1) Hazardspiel, so v.w. Brelan, daher auch 2) ein verrufenes Spielhaus …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Bouillotte — (spr. bujott ), Hasardspiel, s. Brelan …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Bouillotte — (Bulljott), ein Hazardspiel mit Karten; auch schlechtes Spielhaus …   Herders Conversations-Lexikon

  • Bouillotte — Des exemples de bouillottes. bouillotte ( 1925) …   Wikipédia en Français

  • Bouillotte — 1Bouil|lot|te [bu jɔtə] die; , n <aus gleichbed. fr. bouillotte zu bouillir »sieden, kochen«, vgl. ↑Bouillon> (veraltet) Kochkessel, Teekessel Bouillotte 2 2Bouil|lotte [bu jɔt] das; <aus gleichbed. fr. bouillotte zu älter fr. bouillir… …   Das große Fremdwörterbuch

  • bouillotte — (bou llo t , ll mouillées, et non bou yo t ) s. f. 1°   Synonyme de bouilloire. 2°   Sorte de jeu de cartes. •   [à Paris] vous avez bien d autres affaires [que de songer à nous] : la hausse et la baisse, les faillites, la bouillotte, P. L. COUR …   Dictionnaire de la Langue Française d'Émile Littré

  • BOUILLOTTE — s. f. Espèce de brelan à cinq personnes, où l on cède sa place quand on a perdu sa cave, c est à dire, tout ce qu on avait devant soi. Jouer à la bouillotte …   Dictionnaire de l'Academie Francaise, 7eme edition (1835)

  • bouillotte — büˈyät noun ( s) Etymology: French, from bouillir; probably from the rapidity of the game : brelan 1 * * * bouillotte /boo yotˈ/ noun A gambling card game resembling poker ORIGIN: Fr …   Useful english dictionary

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