Dmitrijewka (Kaliningrad)

Dmitrijewka (Kaliningrad)
Siedlung
Dmitrijewka
Iszlaudszen (Schönheide)

Дмитриевка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Nesterow
Frühere Namen Iszlaudszen (bis 1934)
Schönheide (1934–1946)
Zeitzone UTC+3
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 224 816 012
Geographische Lage
Koordinaten 54° 25′ N, 22° 22′ O54.41944444444422.369444444444Koordinaten: 54° 25′ 10″ N, 22° 22′ 10″ O
Dmitrijewka (Kaliningrad) (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Dmitrijewka (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Oblast Kaliningrad

Dmitrijewka (russisch Дмитриевка, deutsch Iszlaudszen, 1934–1946 Schönheide (Ostpr.)) ist eine Siedlung in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Tschistoprudnenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Tschistyje Prudy (Tollmingkehmen, 1938–1946 Tollmingen)) im Rajon Nesterow (Kreis Stallupönen, 1938–1946 Ebenrode.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Dmitrijewka liegt im Nordwesten der Rominter Heide an einer Straße, die Tokarewka (2 Kilometer - Makunischken, 1938–1946 Hohenwaldeck (2 Kilometer) mit Raduschnoje (11 Kilometer - Jagdhaus Rominten) und Lessistoje (19 Kilometer - Nassawen) verbindet. In Tokarewka besteht Anschluss an die Bahnstrecke von Nesterow (Stallupönen, 1938–1946 Ebenrode) über Newskoje (Pillupönen, 1938–1946 Schloßbach) und Tschistyje Prudy (Tollmingkehmen, 1938–1946 Tollmingen) nach Krasnolessje (Groß Rominten, 1938–1946 Hardteck), die vor 1945 bis in das heute polnische Goldap (polnisch: Gołdap) führte.

Geschichte

Das frühere Iszlaudszen war ein Amtsdorf und gehörte bis 1945 zum Landkreis Goldap im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. Am 1. Dezember 1910 zählte das Dorf 448 Einwohner,[1] im Jahre 1933 waren es 383 und 1939 412.[2]

Am 19. März 1934 - mit Bestätigung vom 4. April 1934 - wurde Iszlaudszen in „Schönheide“ umbenannt. In Folge des Zweiten Weltkrieges kam das Dorf in sowjetische Verwaltung und erhielt 1946 die in Russland mehrfach vorkommende Ortsbezeichnung „Dmitrijewka“. Der Ort gehört heute zum Rajon Nesterow in der russischen Oblast Kaliningrad, war bis 2009 in den Tschistoprudnenski sowjet (Dorfsowjet Tschistyje Prudy) und ist seither eine Siedlung innerhalb der Tschistoprudnenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Tschistyje Prudy).[3] Von dem alten Dorf aus der Zeit vor 1945 stehen heute noch drei Bauernhäuser, das ehemalige Forstamt ist beseitigt.[4]

Amtsbezirk Iszlaudszen/Schönheide

Iszlaudszen war namensgebender Ort und Verwaltungssitz des Amtsbezirks Iszlaudszen, der am 18. März 1874 von sieben Landgemeinden und einem Gutsbezirk gebildet wurde[5]:

Name (bis 1938) Name (1938–1946) Russischer Name Bemerkungen
Landgemeinden:
Iszlaudszen (bis 1934) Schönheide (seit 1934) Dmitrijewka
Makunischen Hohenwaldeck Tokarewka
Pallädszen,
ab 1936 Pallädschen
Frankeneck --
Pöwgallen Pöwen --
Schackeln Schackeln Mitschurinskoje
Serguhnen Serguhnen Tjumenskoje
Warnen Warnen Oserki
Gutsbezirk:
Schackeln -- -- 1928 in die Landgemeinde Schackeln eingegliedert

Am 8. Dezember 1934 erhielt der Amtsbezirk Iszladszen den neuen Namen „Amtsbezirk Schönheide“, zu dem per 1. Oktober 1944 die sieben Gemeinden Frankeneck, Hohenwaldeck (Tokarewka), Pöwen, Schackeln (Mitschurinskoje), Schönheide (Dmitrijewka), Serguhnen und Warnen (Oserki) gehören, von denen heute nur noch vier Orte existieren.

Kirche

Mit seiner damals mehrheitlich evangelischen Bevölkerung war Iszlaudschen/Schönheide vor 1945 in das Kirchspiel Tollmingkehmen (1938–1946 Tollmingen, heute russisch: Tschistyje Prudy) im Kirchenkreis Goldap (heute polnisch: Gołdap) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Emil Moysich.

Nach 1945 kam das kirchliche Leben aufgrund des Verbots im Sozialismus zum Erliegen. In den 1990er Jahren hat sich in Tschistyje Prudy wieder eine evangelische Gemeinde konstituiert, die zur neugebildeten Propstei Kaliningrad in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland gehört. Die zuständigen Geistlichen sind die der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen).[6]

Verweise

Fußnoten

  1. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis
  2. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch
  3. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 258 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  4. Ostpreussen.net
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Iszlaudszen/Schönheide
  6. Webseite der Ev.-luth. Propstei Kaliningrad

Weblink


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