Exzellenzcluster Topoi

Exzellenzcluster Topoi

Das Exzellenzcluster 264 – Topoi (The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations) ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund, der im Oktober 2007 erfolgreich aus der zweiten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder hervorgegangen ist und zunächst für fünf Jahre gefördert wird.[1] In dem Forschungscluster arbeiten Wissenschaftler aus den Disziplinen Archäologie, Geografie, Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte, Linguistik, Philologie, Philosophie, Theologie und Wissenschaftsgeschichte. Das Exzellenzcluster Topoi ist zu gleichen Teilen an der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelt. Sprecher des Clusters sind für die Freie Universität Michael Meyer (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Freie Universität Berlin), für die Humboldt-Universität Gerd Graßhoff (Professor für Wissenschaftsgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin).

Inhaltsverzeichnis

Beteiligte Institutionen

Zu dem Cluster gehören als Partner-Universitäten die Technische Universität Berlin und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW). Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit außeruniversitären Institutionen, wie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI), dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW).[2]

Ziele

Das Exzellenzcluster verfolgt das Ziel, die vielseitigen Beziehungen zwischen Raum und Wissen in den Zivilisationen des Vorderen Orients, des Mittelmeerraums und des Schwarzmeerraums vom sechsten Jahrtausend v. Chr. bis ca. 500 n. Chr. zu erforschen. Dahinter steht die Absicht, Räume, Raumsysteme und verschiedene Formen des Wissens als miteinander verschränkte Faktoren in der Entwicklung kultureller Systeme der Antike zu untersuchen.[3]

Im Rahmen von Topoi werden dabei in paradigmatischen Modellstudien Grundlagenforschungen zu kleinräumigen Strukturen bis hin zu großflächigen Imperien durchgeführt, aber auch zu unterschiedlich definierten und konstituierten Räumen. Im Zentrum steht hierbei die Frage, ob und in welcher Weise die Veränderungen der geografischen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, sprachlichen und soziologischen Räume zu den Transformationen von Wissen und der Entwicklung der verschiedenen Wissenschaften in Beziehung stehen. Aufbauend auf die Grundlagenforschung soll in interdisziplinärem Rahmen an einer Theorie des Raumes als einem konstituierenden Element in der Formation und Transformation von Kulturen und Gesellschaften in der Antike gearbeitet werden.

Research Areas

Das Exzellenzcluster Topoi ist in fünf Research Areas (Forschungsbereiche) untergliedert, die wiederum in verschiedene Research Groups (Forschergruppen) unterteilt ist:

  • Area A: Spatial Environment and Conceptual Design
  • Area B: Mechanisms of Control and Social Spaces
  • Area C: Perception and Representation
  • Area D: Theory and Science
  • Area E: The Processing of Space.

Die Research Areas sind zum Teil direkt oder durch die zentrale Area E miteinander vernetzt. Hier werden die nachantiken Rekonstruktionen antiker Raum- und Wissenskonzepte sowie theoretische Ansätze der Forschung untersucht, insofern sie für das Verständnis von Raum und Wissen in der Antike konstitutiv sind. In diesem Rahmen soll unter Berücksichtigung der Geschichte musealer Konzepte eine Abschlussausstellung konzipiert werden, in der die Forschungsergebnisse der verschiedenen Areas der Allgemeinheit zugängig gemacht werden sollen. Über die Förderdauer hinaus soll die Arbeit der Forscher unter der Beteiligung der Partner-Institutionen in einem Berliner Antike-Kolleg fortgeführt werden, das im Mai 2011 eröffnet wurde.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.dfg.de/forschungsfoerderung/koordinierte_programme/exzellenzinitiative/exzellenzcluster/liste/exc_detail_264.html
  2. http://www.topoi.org/partners/host-institutions/
  3. http://www.topoi.org/

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