Cobden-Vertrag

Der Cobden-Vertrag (auch Cobden-Chevalier-Vertrag genannt) war ein 1860 geschlossener Handelsvertrag zwischen Frankreich und England.

Der Vertrag ist benannt nach dem Unternehmer und Politiker Richard Cobden, der zu seinem Zustandekommen maßgeblich beigetragen hatte. Auf französischer Seite war Michel Chevalier dessen Hauptverhandlungspartner. Die Vereinbarung sah im Handelsverkehr beider Länder die Meistbegünstigung vor. Die beiden Vertragspartner verpflichteten sich damit, dem jeweils anderen diejenigen Handelsvorteile insbesondere Zollvorteile einzuräumen, die sie Drittstaaten gewähren würden.

In der Folge des Vertrages reduzierte Frankreich seine Zölle auf englische Importe in zwei Schritten deutlich. Großbritannien schaffte Zölle im Handel mit Frankreich ganz ab. Der Vertrag gilt als ein zentrales Kernstück für eine liberale Handels- und Wirtschaftspolitik im 19. Jahrhundert. Er führte zum Sinken der Zölle und zu einem weitgehenden Freihandel zwischen beiden Ländern. Ein vergleichbares Abkommen wurde zwischen Frankreich und dem Deutschen Zollverein am 29. März 1862 geschlossen. Später kamen weitere Staaten wie Belgien, Italien und die Schweiz hinzu. Die Folge war ein europaweites Sinken der Zollsätze, ehe seit den 1880er Jahren der Protektionismus wieder an Bedeutung gewann. Frankreich beendete den Vertrag 1892 zugunsten des Méline-Zolls. Im Wesentlichen hielt nur noch Großbritannien am Freihandel fest.

Literatur

  • Immanuel Geiss: Geschichte griffbereit. Bd.4: Begriffe. Gütersloh, 2002. ISBN 3-577-14614-1 S.747
  • Doerung-Manteuffel, Anselm: Die deutsche Frage und das europäische Staatensystem, Enzyklopädie Deutscher Geschichte Band 15, München 2010. ISBN 978-3-486-59675-5, S. 39

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