Acromelalga
Klassifikation nach ICD-10
T62 Toxische Wirkung sonstiger schädlicher Substanzen, die mit der Nahrung aufgenommen wurden
T62.0 Verzehrte Pilze
ICD-10 online (WHO-Version 2011)

Die Acromelalga, auch Acromelalga-Syndrom, ist eine neue Art der Pilzvergiftung, die, bisher nur in Asien bekannt, nun auch in Europa auftritt (2001 in Frankreich). Diese seltene Art der Pilzvergiftung wurde zuerst in Japan beschrieben und ist seit 1918 bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Verursachende Giftpilze

Als Acromelalga-Syndrom erzeugende Giftpilze wurden bislang folgende Arten identifiziert:

  • Wohlriechender Trichterling, auch „Parfümierter Trichterling“ genannt, Clitocybe amoenolens
  • der japanische Bambustrichterling, C. acromelalga

Pilzgift

Als Pilzgifte stehen folgende Verbindungen in Verdacht: Die Acromelsäure, ein Glutamat-Antagonist und möglicherweise b-cyano-L-alanin.

Symptome

Folgende Symptome der Vergiftung lassen sich feststellen: Extreme langandauernde Schmerzen, Brennen, Kribbeln sowie Hautrötungen an Händen und Füßen.

Die Latenzzeit beträgt ein bis zwei (bis zu sieben) Tage; unter den bekannten Pilzgiften wird die Acromelsäure damit nur noch von Orellanin hinsichtlich der Latenzdauer übertroffen. Die Beschwerden können Tage bis Wochen andauern.

Therapie

Gegen die starken Schmerzen und die dadurch verursachten Effekte wie Erschöpfung, Depression und Schlaflosigkeit werden hohe Dosen Analgetika verordnet.

Literatur

  • Nakamura, K. Shoyama F, Toyma J, Tateishi K. 1987 Empoisonnement par le Dokou-sassa-ko.Jap. J. Tox. 35-39
  • Konno K. Haahimoto K, Ohfune Y, Shirahama H, Matsumoto T. 1988 Acromelic acids A und B. Potent neuroexcitatory amino acids isolated from Clitocybe acromelalga. J. Am. Chem. Soc. 110: 4807-4815
  • Saviuc PF, Danel VC, Moreau Pa, Guez DR, Claustre AM & al. 2001. Erythromelalgia and mushoroom poisoning. Clin. Toxicol. 39: 403-407
  • Stijve T. 2001. Beware of these brown Clticoybes! - a new poisonous mushroom in Europe. Field Mycologie. 2 (3); 77-79.

Siehe auch

Weblinks

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