Elisabeth I.

Elisabeth I.
Elisabeth I. (Krönungsporträt)
Unterschrift Elisabeths

Elisabeth I., auch bekannt unter dem Namen The Virgin Queen oder The Maiden Queen („Die jungfräuliche Königin“), Gloriana oder Good Queen Bess (* 7. September 1533 in Greenwich; † 24. März 1603 in Richmond), war von 1558 bis 1603 Königin von England.

Elisabeth war das fünfte und letzte Mitglied der Tudor-Dynastie. Nach Matilda, Lady Jane Grey und Maria Tudor war sie die vierte Königin auf dem englischen Thron.

Ihre Regierungszeit als Königin von England und Irland von 1558 bis 1603 ist heute als Elisabethanisches Zeitalter bekannt. In dieser Zeit erhielt die Anglikanische Kirche ihre endgültige Ausprägung, entstanden zahlreiche Werke William Shakespeares, wurde die moderne Wissenschaft mit Francis Bacon begründet und die Welt von Francis Drake umsegelt. Die erste englische Kolonie in Amerika wurde in dieser Zeit gegründet und zu ihren Ehren Virginia benannt.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Jugend und Thronfolgefrage

Elisabeth Tudor wurde im Greenwich Palace an der Themse in der „Chamber of Virgins“ am 7. September 1533 zwischen drei und vier Uhr nachmittags geboren und nach ihren Großmüttern väterlicher und mütterlicherseits, Elizabeth of York und Elizabeth Howard, benannt. Sie war die Tochter von Heinrich VIII. und Anne Boleyn. Elisabeth wurde nach der Hinrichtung ihrer Mutter für illegitim erklärt und zusammen mit ihrer älteren Halbschwester Maria von der Thronfolge ausgeschlossen, da Heinrich einen Sohn als Nachfolger wollte. Erst unter dem Einfluss von Heinrichs sechster und letzter Frau Catherine Parr reihte man sie durch einen Parlamentsbeschluss 1544 wieder in die Thronfolge ein.

Elisabeth war bei der Hinrichtung ihrer Mutter noch keine drei Jahre alt und lebte in eigener Hofhaltung. Die Gouvernante ihrer Kindheit war Katherine Champernowne. Zeitlebens sah Elisabeth in Kat ihre Ersatzmutter und enge Freundin. Ihr Tod 1565 traf Elisabeth sehr. Auch in ihrer letzten Stiefmutter Catherine Parr fand Elisabeth eine Ersatzmutter.

In der Öffentlichkeit identifizierte sich Königin Elisabeth stets mit ihrem Vater Heinrich, doch spricht vieles dafür, dass sie privat auch das Andenken an ihre Mutter pflegte. So übernahm sie beispielsweise das Wappen ihrer Mutter als ihr eigenes und machte Anne Boleyns Kaplan Matthew Parker zum Erzbischof von Canterbury. Sie protegierte ihre Verwandten mütterlicherseits - eine ihrer engsten Freundinnen war ihre Cousine Catherine Carey, die Tochter von Anne Boleyns Schwester Mary, die als 10-jährige Augenzeugin von Anne Boleyns Hinrichtung gewesen war - und trug einen Ring mit einer Kapsel, in der sich ein Doppelporträt von ihr und ihrer Mutter befand.[1]

Elisabeth mit 13 Jahren

Nach Heinrichs Tod 1547 lebte sie am Hof von Catherine Parr. Als diese jedoch ihren Mann Thomas Seymour, der Elisabeth nachstellte, in einer eindeutigen Situation mit ihr ertappte, sah sie sich veranlasst, Elisabeth fortzuschicken. Nach dem Tod Catherines im September 1548 warb der ehrgeizige Thomas Seymour dann offiziell um die Hand der Prinzessin, der Staatsrat verbot jedoch eine Heirat. Man kann annehmen, dass Seymour beabsichtigte, seine Position durch die Hochzeit mit der Zweiten in der Thronfolge zu verbessern. Wegen seiner verschwörerischen Machenschaften gegen seinen Bruder Lordprotektor Edward Seymour, den Vormund des jungen Eduard VI. (1537–1553), wurde Thomas Seymour im Januar 1549 verhaftet und im Tower of London eingekerkert. Er wurde des Verrats für schuldig befunden und am 20. März 1549 hingerichtet.[2]

Nach dem frühen Tod von Heinrichs Sohn und Thronfolger Eduard VI. im Alter von 15 Jahren folgte Lady Jane Grey auf den Thron. Auf dem Sterbebett hatte Eduard sie zur Nachfolgerin bestimmt und seine katholische Halbschwester Maria und Elisabeth selbst testamentarisch von der Thronfolge ausgeschlossen. Er wollte die protestantische Thronfolge sichern. Innerhalb von neun Tagen konnte Maria ihren rechtmäßigen Anspruch auf den englischen Thron durchsetzen. Am 3. August 1553 zog sie zusammen mit Elisabeth triumphierend in London ein.

Schon bald kam es zum Zerwürfnis zwischen den Schwestern. Maria war eine überzeugte Katholikin und wollte die protestantische Elisabeth zu ihrem Glauben bekehren. Obwohl sich Elisabeth danach als Katholikin ausgab, signalisierte sie gegenüber den Protestanten, dass sie weiterhin heimliche Protestantin sei.

Als jedoch kurze Zeit später die Pläne der Königin zur Heirat mit dem spanischen Thronfolger Philipp II. von Spanien bekannt wurden, kam es zur sogenannten Wyatt-Verschwörung. Philipp stieß bei den Engländern, die einen zu starken spanischen Einfluss fürchteten, auf große Ablehnung. Thomas Wyatt wollte Elisabeth mit ihrem Vetter Edward Courtenay, 1. Earl of Devon verheiraten, um diesen an Stelle Marias auf den Thron zu erheben. Mit Hilfe von Folter brachte man Thomas Wyatt dazu, gegen sie auszusagen. Elisabeth wurde verdächtigt, zu den Verrätern Kontakt gehabt zu haben, und die Königin entschied auf Drängen des Abgesandten Kaiser Karls V., Simón Renard, und Lordkanzler Stephen Gardiner, Elisabeth in den Tower zu sperren. Dort wurde sie im Bell Tower untergebracht. Der Gang von dort zum Beauchamp Tower, in dem sie spazieren gehen durfte, wird noch heute Elizabeth’s Walk genannt. Die Legende will, dass sie sich dort mit dem im Beauchamp Tower eingesperrten Robert Dudley, Sohn des hingerichteten Herzogs von Northumberland, traf, den sie seit Kindertagen kannte.[3]

Angesichts des Todesurteils gegen ihn widerrief Thomas Wyatt auf dem Schafott jede Beteiligung Elisabeths am Komplott. Dennoch blieb sie zunächst noch in Haft. Da die weiteren Untersuchungen aber keine Ergebnisse brachten, entließ man sie aus dem Tower. Sie wurde nach Woodstock in Oxfordshire gebracht und dort unter Hausarrest gestellt.

Wenig später heiratete Maria den spanischen Kronprinzen Philipp. Ein Kind der beiden hätte die katholische Thronfolge in England gesichert. Maria hatte einige Scheinschwangerschaften, die ihre Gesundheit schwächten. 1558 starb sie kinderlos, vermutlich an Eierstockkrebs oder Unterleibskrebs.

Am 17. November 1558 wurde Elisabeth die Nachricht vom Tode ihrer Halbschwester überbracht. An diesem Tag war es sommerlich warm, was als gutes Zeichen für ihre kommende Regentschaft galt. Philipp, nach der Abdankung seines Vaters Karls V. inzwischen König von Spanien, machte Elisabeth einen Heiratsantrag, den sie jedoch ausschlug. Am 15. Januar 1559 wurde sie im Alter von fünfundzwanzig Jahren in der Westminster Abbey zur Königin von England und Irland gekrönt.

Die frühen Regierungsjahre

Die Herrscher
des Hauses Tudor 1485–1603
1485–1509 Heinrich VII.
1509–1547 Heinrich VIII.
1547–1553 Eduard VI.
1553–1553 Lady Jane Grey
1553–1558 Maria I.
1558–1603 Elisabeth I.
William Cecil, 1. Baron Burghley

Zur Zeit von Elisabeths Thronbesteigung war die Lage in England sehr angespannt. Die Wirtschaft lag am Boden, das Land befand sich im Krieg mit Frankreich und wurde außerdem von Glaubensfragen zerrissen.

Elisabeth machte sich zuerst daran, den von ihrer Schwester wieder eingeführten Katholizismus zurückzudrängen. 1559 machte sie mittels der Uniformitätsakte den Gebrauch des Book of Common Prayer in den Gottesdiensten verpflichtend. Im selben Jahr erneuerte die Königin die Suprematsakte Heinrichs VIII. und unterstellte so abermals die Kirche Englands der Krone; fortan war das englische Staatsoberhaupt „Oberster Gouverneur der Kirche von England“ (Supreme Governor of the Church of England). 1563 wurden die 39 Anglikanischen Artikel verabschiedet, die gemäßigt reformatorisch formuliert waren. Damit trennte sich Elisabeth endgültig von der katholischen Kirche. Es ist jedoch festzuhalten, dass sie nicht in den im Zeitalter der Glaubenskriege oft praktizierten religiösen Fanatismus verfiel.

Der Krieg mit Frankreich wurde am 3. April 1559 im Frieden von Cateau-Cambrésis beigelegt. Noch in der Regierungszeit Marias war im Januar 1558 Calais, Englands letzte Bastion auf dem Festland, an Frankreich gefallen. Nach dem Misslingen der militärischen Bestrebungen entschied Elisabeth, keine teuren Kriege mehr zu unterstützen und gab 1564 die englischen Ansprüche auf Calais gegen eine finanzielle Entschädigung auf. Damit hatte England endgültig die letzten Stellungen auf dem Festland aufgegeben. Der Friedensvertrag mit Frankreich erlaubte dem englischen Staat endlich, seine Schulden zu bezahlen. Nun war die Voraussetzung geschaffen für eine Genesung der angeschlagenen englischen Wirtschaft.

Elisabeths Großvater Heinrich VII. (reg. 1485–1509) hatte die englische Handelsmarine gegründet, ihr Vater Heinrich VIII. die englische Kriegsmarine, indem er die englischen Schiffe mit weitreichenden Kanonen ausrüsten ließ. Elisabeths Marineschatzmeister Sir John Hawkins (1532–1595) konnte die Marine noch weiter verstärken. Das Land entwickelte sich zusehends zur Seemacht. 1566 wurde in London die erste Börse eröffnet, und es wurden diverse Wirtschaftsgesetze verabschiedet, woraufhin sich auch die Preise stabilisierten. Um den Handel anzutreiben, wurden neue Gesetze erlassen. So durften Engländer nur englische Filzhüte tragen, um die französische Konkurrenz auszuschalten.

Lord Robert Dudley ca. 1559

Ihr Jugendfreund Robert Dudley spielte eine große Rolle in Bezug auf die Frage einer Ehe. Zwar ist heute nicht mehr zu klären, ob, wie die Zeitgenossen vermuteten, Robert Dudley tatsächlich der Liebhaber der „jungfräulichen Königin“ war. Sicher ist jedoch, dass Elisabeth sehr in ihn verliebt war, und sie den Eindruck eines Liebespaares machten. Da Dudleys Ehefrau Amy Robsart offenbar krank war, wurde bald über eine mögliche Heirat Elisabeths mit Lord Robert spekuliert.[4] Berater der Königin wie William Cecil sowie einige Vertreter des Hochadels waren jedoch vehement gegen eine solche Verbindung, da sie fürchteten, Dudleys großer Einfluss könne noch weiter steigen. Auch wurde er als Hindernis für eine Ehe Elisabeths mit einem ausländischen Prinzen (z. B. mit Erzherzog Karl) wahrgenommen.

Im September 1560 wurde Dudleys Frau tot am Fuße einer Treppe in ihrem Haus aufgefunden. Obwohl die gerichtliche Untersuchung einen Unfall festgestellt hatte,[5] kursierten überall Gerüchte, Dudley habe seine Frau ermorden lassen, um die Königin heiraten zu können. Dieser Skandal machte alle Heiratspläne zunächst unmöglich. Tatsächlich schließt man heute auch die Möglichkeit eines Selbstmordes nicht aus, wusste Amy Robsart doch von der Untreue ihres Mannes. Außerdem litt sie möglicherweise an Brustkrebs.

Im Oktober 1562 erkrankte Elisabeth schwer an Pocken. Man fürchtete um ihr Leben, und es brach eine lebhafte Diskussion um mögliche Nachfolgekandidaten unter den Politikern aus. Hierbei offenbarte sich eine gefährliche Situation: Elisabeth war die letzte noch lebende Tudor, und immer noch unverheiratet und kinderlos, so war die Nachfolgefrage völlig offen. Als sie kurz aus dem Koma erwachte, ernannte sie Robert Dudley zu ihrem Nachfolger. Er sollte als Lordprotektor England regieren.[6] Zur allgemeinen Erleichterung erholte sich Elisabeth jedoch wieder von der Krankheit. Das Ober- und Unterhaus legte ihr eine Petition vor, welche ihr antrug, endlich zu heiraten. Elisabeth antwortete stets ausweichend.

Die Freundschaft zwischen Dudley und Elisabeth dauerte bis zu seinem Tode im September 1588 an und konnte auch durch ihren Zorn über seine Heirat mit ihrer Cousine zweiten Grades Lettice Knollys 1579 nur vorübergehend getrübt werden. Lettice wurde von Elisabeth allerdings mit lebenslänglichem Hass verfolgt.[7]

Im Frühjahr 1563 schlug Elisabeth Robert Dudley als Gemahl für Maria Stuart vor, um einen für England günstigen Kandidaten auf den schottischen Thron zu bringen. Dudley wurde deshalb 1564 zum Earl of Leicester erhoben. Maria Stuart zeigte zunächst wenig Interesse, nachdem Elisabeth ihr jedoch die öffentliche Zusicherung der englischen Thronfolge versprach, für den Fall und nur für den Fall, dass sie Robert Dudley heiratete, stimmte sie schließlich Anfang 1565 dem Angebot zu. Elisabeth selbst hatte nun auf einmal wieder Bedenken sich in der Thronfolge festzulegen, als jedoch die Heirat Marias mit Henry Stuart, Lord Darnley drohte, erneuerte Elisabeth ihr Angebot zu denselben Bedingungen. Robert Dudley selbst lehnte allerdings von vornherein und durchgängig eine Verbindung mit Maria Stuart ab, sodass das Projekt auch daran scheiterte.[8]

Der Konflikt mit Maria Stuart

Maria Stuart, Königin von Schottland

Im Frühjahr 1568 flüchtete die schottische Königin Maria Stuart nach einem Aufstand in Schottland über die Grenze nach England und ersuchte dort Elisabeth um Unterstützung gegen die rebellierenden schottischen Adligen. Das brachte Elisabeth in äußerste politische Bedrängnis. Da die Ehe ihres Vaters mit Anne Boleyn nie vom Papst legitimiert wurde, sah sich die katholische Maria Stuart als rechtmäßige Königin von England. Sie war die Urenkelin Heinrichs VII. und hatte ihren Anspruch auf den englischen Thron noch nicht aufgegeben. Elisabeth ließ die ehemalige schottische Königin am 19. Mai 1568 verhaften. Diese ehrenvolle Gefangenschaft rechtfertigte sie mit dem schweren Verdacht der Mittäterschaft Marias am Mord an ihrem Gatten Lord Henry Darnley. Trotz der Haft wurde ihr der Luxus eines Hoflebens mit Gefolge gestattet.

Elisabeth ordnete eine Untersuchung an, die zwischen Oktober 1568 und Januar 1569 in York durchgeführt wurde. Die schottischen Lords, die als Ankläger auftraten, brachten als Beweismittel die Kassettenbriefe mit, die Maria angeblich vor Lord Darnleys Tod geschrieben hatte und die ihre Schuld beweisen sollten. Maria erklärte die Briefe für Fälschungen. Die Untersuchung erkannte die Briefe zwar für echt, jedoch wünschte Elisabeth weder eine Verurteilung noch einen Freispruch Marias, da sie das zu eindeutigen politischen Entscheidungen gezwungen hätte. So kam man offiziell zu keinem Ergebnis. Elisabeth behielt Maria weiter in Haft.

Am 25. Februar 1570 wurde Elisabeth von Papst Pius V. (1566–1572) mit der päpstlichen Bulle Regnans in Excelsis exkommuniziert. In dieser Bulle wurde Elisabeth das Recht auf den englischen Thron abgesprochen, und englischen Katholiken mit der Exkommunikation gedroht, falls sie Elisabeth weiterhin die Untertanentreue hielten. Daraufhin kam es zur sogenannten Ridolfi-Verschwörung: Elisabeth sollte ermordet und durch Maria Stuart ersetzt werden, dies alles mit Unterstützung spanischer und französischer Truppen. Verwickelt in die Verschwörung war neben Maria Stuart Thomas Howard, 4. Herzog von Norfolk, der Maria heiraten wollte. Am 7. September 1571 wurde der Herzog von Norfolk festgenommen. Das englische Parlament verlangte die Hinrichtung Marias, zu der sich Elisabeth aber nicht durchringen konnte. So wurde nur Norfolk, der einzige Herzog Englands, nach langem Zögern Elisabeths im Juni 1572 hingerichtet. Hinter der Aufklärung der Verschwörung stand der englische Geheimdienstler Francis Walsingham, der damit seine spätere Position begründete.

Aufstieg zur Seemacht

In allen wichtigen Fragen besprach sich Elisabeth mit William Cecil. Er war ihr Berater von ihrer frühen Jugend an bis zu seinem Tod im Jahr 1598. Im Jahr 1571 erhielt er von Elisabeth den Titel Baron Burghley. 1572 wurde er dann zum Lord High Treasurer befördert; seinen alten Posten als Chefsekretär erhielt Francis Walsingham. Walsingham nutze seine neue Stellung, um den Geheimdienst Englands weiter auszubauen. Er gilt als der Erfinder der modernen Spionage.

Im selben Jahr versuchte Elisabeth, England durch eine Allianz mit Frankreich vor einem Angriff Spaniens abzusichern. Das Bündnis kam zwar zustande, wurde jedoch durch die Ereignisse in der Bartholomäusnacht von 1572 schwer belastet. In dieser Nacht wurden zwischen 3.000 und 10.000 Protestanten in Paris ermordet. Um das Verhältnis mit Frankreich wieder zu verbessern, begann Elisabeth 1581 Heiratsverhandlungen mit François Hercule de Valois, Herzog von Alençon, dem jüngeren Bruder des Königs von Frankreich, Heinrich III. Beide unterhielten eine enge Beziehung, in der Elisabeth ihm den Spitznamen „mein Frosch“ gab. Bei den Engländern stieß François jedoch auf große Ablehnung. Der Herzog starb 1584 – noch bevor eine Heirat stattfinden konnte. Dabei bleibt zweifelhaft, ob eine solche Verbindung jemals stattgefunden hätte, da dies für Elisabeth bedeutet hätte, nicht nur ihre eigene, sondern auch Englands Unabhängigkeit aufzugeben. Zeit ihres Lebens stand ihr das Beispiel ihrer Schwester vor Augen, deren Ansehen in England durch die Verbindung mit Spanien stark beschädigt worden war.

Porträt von Sir Walter Raleigh 1590

In diesen Jahren wuchs der Reichtum des Landes neben Handel nicht zuletzt auch durch Schmuggel und Raubzüge wie die des englischen Kapitäns Francis Drake. Drake wurde zum Volkshelden, als es ihm von 1577 bis 1580 als zweitem nach Magellan gelang, die Welt zu umsegeln. Drake war auch einer der Hauptakteure im von Elisabeth unterstützten Seekrieg gegen Spanien (der jedoch nie offiziell erklärt wurde). Es gelang ihm mehrfach, eine immense Menge des spanischen Kolonialreichtums nach England zu schaffen. Ein großer Teil der Beute ging an das englische Königshaus und einige Adlige, die sich als Kreditgeber an den Unternehmungen beteiligten.

1580 kam Walter Raleigh als Experte für irische Fragen an den englischen Hof und erwarb sich die Gunst der Königin. 1585 organisierte Raleigh eine Expedition nach Amerika. In deren Zuge wurde auf Roanoke Island die erste englische Kolonie in Amerika gegründet. Das Land nannte Raleigh zu Ehren der Königin Virginia. Wegen des drohenden Krieges gegen Spanien musste die Kolonie jedoch aufgegeben werden. Im Zuge dieser Expedition gelangten auch die Kartoffel und der Tabak nach Europa. Vom Tabak war Elisabeth begeistert, nicht aber von der Kartoffel. Raleigh wurde zum Ritter geschlagen und damit zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten Englands. Eine dauerhaft besiedelte Kolonie zu etablieren, gelang in der Regierungszeit Elisabeths nicht mehr. Die Engländer mussten bis zur Herrschaft von Jakob I. (1566–1625) warten, um den Krieg gegen Spanien 1604 durch den Vertrag von London beenden und ihre erste Kolonie 1607 bei Jamestown gründen zu können. Eine Anekdote über Raleigh besagt, er sei der Königin so ergeben gewesen, dass er seinen Mantel über eine Pfütze legte, damit sie darüber schreiten konnte;[9] ob dies auf Wahrheit beruht, ist umstritten.[10]

Das Ende Maria Stuarts und der Krieg gegen die spanische Armada

Das Armadaporträt wurde 1588 als Reaktion auf den Sieg über die spanische Armada gemalt. Die ruhende Hand auf dem Globus symbolisiert die internationale Macht Elisabeths.

1586 wurde Maria Stuart schließlich wegen der „Babington-Verschwörung“ angeklagt. Auch diese hatte wie die Ridolfi-Verschwörung 1570 das Ziel, Elisabeth zu ermorden und Maria Stuart auf den englischen Thron zu bringen. Marias Beteiligung konnte schlüssig durch von ihr verfasste Briefe nachgewiesen werden. Im Oktober beschlossen Ober- und Unterhaus gemeinsam Marias Todesurteil. Elisabeth ließ im Parlament nachfragen, ob es keine andere Möglichkeit gäbe, als Maria zu töten. Ihr Unbehagen vor diesem letzten Schritt und ihr jahrelanges Zögern erklären sich durch ihren tiefen Glauben an das göttliche Recht eines Monarchen und dementsprechend durch die Auffassung des Königsmords als Verstoß gegen die göttliche Ordnung. Das Parlament überzeugte sie jedoch davon, dass die ständige Bedrohung, die Maria Stuart als Galionsfigur der katholischen Opposition darstellte, nur mit ihrem Tode zu beenden war, und das Todesurteil wurde offiziell in London verkündet. Am 8. Februar 1587 wurde Maria auf Fotheringhay Castle enthauptet.

Die Raubzüge der englischen Freibeuter und die Hinrichtung Maria Stuarts gaben den Anstoß für den spanischen König Philipp II., den Krieg gegen England weiter zu verstärken und eine Invasion Englands zu planen. Doch während Philipp eine große Seestreitmacht ausrüstete, schlug Francis Drake Elisabeth ein Unternehmen vor, das auch als das Ansengen des Bartes des Königs von Spanien bekannt wurde.[11] Es bestand darin, dass Drake mit seiner Flotte im Heimathafen der spanischen Schiffe einlief, um sie dort zu zerstören. Am 2. April 1587 stach er in See. Das Unternehmen war ein voller Erfolg, 20 bis 30 Schiffe wurden versenkt oder als Prise genommen.[11] Die Kriegspläne Spaniens mussten verschoben werden, um die beschädigte Flotte wieder aufzurüsten.

Anfang April 1588 sandte Philipp II. die Spanische Armada (insgesamt 130 Schiffe) zur Invasion Englands aus. Die Armada sollte in den Niederlanden eine spanische Invasionsarmee unter Alessandro Farnese, dem Herzog von Parma, einen von Philipps besten Generälen, an Bord nehmen und nach England übersetzen. Ihr Plan war es, zuerst auf der Isle of Wight einen Stützpunkt zu errichten. Doch am 19. Juli sichteten englische Späher die Armada vor der Küste von Plymouth, und die englische Flotte unter Francis Drake und Sir Charles Howard, dem Earl of Nottingham, konnte die Spanier im Ärmelkanal abfangen. Da der Plan, einen vorgeschobenen Truppenstützpunkt zu etablieren, misslungen war, hatten die Spanier ihre Flotte nahe der französischen Stadt Calais festgemacht. Der Oberbefehlshaber, der Herzog von Medina Sidonia, sollte hier die Armee des Herzogs von Parma an Bord nehmen. In England wurde Robert Dudley, 1. Earl of Leicester zum Oberkommandierenden der Landtruppen ernannt, und organisierte eine Landstreitmacht entlang der Themsemündung, um dort der Invasion Widerstand zu leisten. Auf seinen Vorschlag hin traf Elisabeth am 8. August bei ihren Truppen ein und hielt ihre berühmte Tilbury-Rede, die einen stürmischen Jubel der Soldaten auslöste.

Die Schlacht zwischen der Spanischen Armada und der englischen Flotte (Gemälde der Englischen Schule, 16. Jahrhundert)
Ich weiß, dass ich zwar den Leib eines schwachen kraftlosen Weibes,
dafür aber Herz und Mark eines Königs,
noch dazu eines Königs von England habe.[12]

Obwohl man stündlich die Truppen der Spanier erwartete, blieb Elisabeth im Lager der Truppen. In Calais ließ Drake eine Gruppe von Brandern in die Richtung der Spanier segeln. Die Spanier mussten ihre Anker lichten, um den brennenden Schiffen zu entgehen, deshalb konnten die englischen Verteidiger jetzt gegen die Spanier kämpfen. Weil die Engländer leichtere und schnellere Schiffe hatten, war es ihnen möglich, den spanischen Schiffen mehr Schaden zuzufügen als umgekehrt. Die sogenannte Seeschlacht von Gravelines ging so im Großen und Ganzen unentschieden aus. Da die Spanier ihre Anker gelichtet hatten und deshalb Parma nicht eskortieren konnten, entschied Medina Sidonia, um die Küsten von Schottland und Irland zu segeln, um auf diesem Weg wieder nach Spanien und Portugal zu kommen.

Auf dem Weg dorthin gerieten die Spanier allerdings in einen großen Sturm, durch den fast 60 der 130 spanischen Schiffe an der Küste Irlands strandeten und sanken. Kaum die Hälfte der spanischen Schiffe und nur ein Drittel der Mannschaft erreichte die Heimat. Währenddessen starben auch unter den Engländern viele Soldaten, hauptsächlich an Krankheiten wie Dysenterie und Flecktyphus.

Als Elisabeth das Lager in Tilbury verließ, war die Armada geschlagen und die Gefahr einer Invasion gebannt. In einem Triumphzug kehrte sie nach London zurück. Ihr alter Freund Robert Dudley, Earl of Leicester starb jedoch kurz nach den Ereignissen in Tilbury, was ein schwerer Schlag für sie war.

Die späten Regierungsjahre

Königin Elisabeth von England um 1580

Obwohl die Spanier mit ihrer Armada einen schweren Verlust erlitten hatten, war diese Schlacht jedoch noch nicht entscheidend, weil die Spanier ihre wichtigsten atlantischen Schiffe, die die Grundlage des spanischen Amerikareichs bildeten, gerettet hatten. Eine große englische Invasionsflotte segelte deshalb 1589 nach Spanien und Portugal, um die übrigen spanischen Marineschiffe zu versenken, Philipp aus Portugal zu vertreiben und die spanische Silberflotte abzufangen. Diese englische Flotte, die von Drake und Sir John Norris geführt wurde, war erfolglos; tausende Soldaten starben dabei an schweren Krankheiten. Deshalb fiel der englische Invasionsversuch völlig aus, und Philipp baute die spanische Marine wieder auf. Aus diesem Grund war die spanische Marine jetzt sogar viel stärker, als sie es während der 1580er Jahre gewesen war. Die Spanier transportierten dreimal mehr Silber und besiegten die Engländer bei einigen Gelegenheiten. So schlug 1595 ein neuer Raubzug in der Karibik fehl, auf dem Drake und Hawkins verstarben. Im selben Jahr landeten spanische Truppen unter Don Carlos de Amésquita erfolgreich bei Penzance in Südwestengland, eroberten einige Städte, setzten sie in Brand und zogen sich wieder aufs Meer zurück. Dies bewies, dass die Spanier den Kampf gegen England noch nicht aufgegeben hatten.

1593 begann Hugh O'Neill in Irland einen blutigen Kampf gegen die englischen Besatzer. Der Krieg, der daraufhin losbrach, war extrem brutal, teuer und für die Engländer äußerst verlustreich, wodurch Elisabeths Ansehen unter der Bevölkerung sehr litt. Er war zudem die Ursache dafür, dass sich der englische Staat wieder verschuldete, weshalb Elisabeth auch eine Menge Kronbesitz und viele Regierungsstellen verkaufen musste. Aus demselben Grund war es notwendig, das englische Parlament öfter zusammenzurufen. Diese Änderungen stärkten die Volksvertretung und sorgten dafür, dass diese Institution die englischen Könige im 17. Jahrhundert besser herausfordern konnte. So kam es Mitte des 17. Jahrhunderts schließlich sogar zur Enthauptung von Charles I. und einer 17-jährigen Herrschaft des Parlaments unter Oliver Cromwell.

Die Essex-Verschwörung

Robert Devereux, 2. Earl of Essex

Robert Devereux, 2. Earl of Essex, war der Sohn von Lettice Knollys, der späteren Ehefrau Robert Dudleys. Ab 1588 bekleidete er das Amt des Oberstallmeisters, im folgenden Jahr wurde er zum Ritter des Hosenbandordens geschlagen. Obwohl er als Liebhaber der Königin galt,[13] heiratete er Anfang 1590 Frances Walsingham, die Tochter Sir Francis Walsinghams, ohne die Königin um Erlaubnis zu fragen. Nach mehreren verlustreichen Schlachten in Irland und einem für England nachteiligen Waffenstillstand wurde er zurückgerufen. Bei der Königin fiel er in Ungnade und wurde unter Hausarrest gestellt. Dort bereitete der bei der Bevölkerung sehr populäre Devereux seinen Staatsstreich vor. Am 7. Februar 1601 wurde ihm mitgeteilt, dass er am Hof dem Privy Council vorsprechen müsse. Essex weigerte sich und gab das Signal zum Aufstand. Am Vormittag des 8. Februar 1601 hatten sich mehrere hundert seiner Anhänger versammelt. Sein Versuch, die Kontrolle über die Stadt London zu bekommen, schlug fehl und die Gefolgsleute flohen in ihre Häuser, als sich die königlichen Truppen näherten. Robert Devereux wurde verhaftet, wegen Verrats zum Tode verurteilt und am 25. Februar 1601 im Alter von 35 Jahren im Tower hingerichtet.

Tod und Begräbnis

Elisabeths Trauerzug
Grabmal Elisabeths I.

Die Auseinandersetzungen in Irland konnten 1603 beendet werden. Die Königin wurde im Februar schwer krank. Sie litt an Schwäche und Schlaflosigkeit und starb am 24. März 1603 im Alter von 69 Jahren. Elisabeth wurde neben ihrer Halbschwester Maria in der Westminster Abbey begraben.


Die lateinische Inschrift auf ihren Grabsteinen lautet:

REGNO CONSORTES & VRNA HIC OBDOR MIMVS ELISABETHA ET MARIA SORORES IN SPE RESVRRECTIONIS

Partner beide in Thron und Grab, hier ruhen wir Schwestern, Elisabeth und Maria, in der Hoffnung auf Auferstehung [14].

Elisabeths Nachfolger wurde König Jakob VI. von Schottland, der Sohn Maria Stuarts und Urenkel von Margaret Tudor, der Schwester Heinrichs VIII., der nur wenige Stunden nach Elisabeths Tod zum König von England ausgerufen wurde, nachdem die Frage der Thronfolge zuvor umstritten gewesen war. Er nannte sich fortan Jakob I. von England und Schottland und vereinigte damit als erster englischer König die beiden Königreiche England und Schottland.

Wappen

Nachruf

Idealisiertes Portrait von Königin Elisabeth, ca. 1600 von Isaac Oliver

Trotz der verlustreichen Kriege gegen Spanien und Irland sowie Englands ökonomischer Probleme, die sich später während ihrer Herrschaft entwickelt hatten, begründete Elisabeth I. eine erfolgreiche englische Ära. Unter ihrer über 44-jährigen Herrschaft wurde England eine stärkere Nation, und obwohl die spanische Marine bis 1650 die stärkste blieb, dienten die Erfahrungen der englischen Seestreitkräfte während der Weltumseglung von Francis Drake und die Schlacht gegen die Spanische Armada als Vorbild für zukünftige Generationen englischer Seeleute. Das englische Bürgertum verdiente fleißig am Handel und Gewerbe und machte seine Ansprüche auf politischem und kulturellem Gebiet geltend. Elisabeth schaffte es gleichfalls, die eigene Kirche vom Einfluss Roms zu lösen und somit die religiösen Wirren im Land zu beenden. Die Widersprüche innerhalb der Protestantischen Kirche verschärfte sie allerdings eher, da sie mit äußerster Härte gegen puritanische Bestrebungen vorging, und diese Richtung zunehmend in den Untergrund drängte.

Elisabeth förderte ebenfalls Musik, bildende Kunst und Literatur. Es war die Zeit von William Shakespeare und Christopher Marlowe, des Elisabethanischen Theaters und des Francis Bacon. Sie selbst sprach sechs Sprachen fließend, musizierte und übersetzte antike Philosophen. Das verarmte und moralisch zersplitterte Land wurde selbstbewusst und erstarkte wirtschaftlich. Diese äußerst erfolgreiche Zeit wird das „Elisabethanische Zeitalter“ genannt.

Als politische Berater ragten vor allem William Cecil, 1. Baron Burghley und Robert Dudley, 1. Earl of Leicester, in späteren Jahren zusammen mit Francis Walsingham heraus; im letzten Jahrzehnt Elisabeths rivalisierten Robert Devereux, 2. Earl of Essex und Robert Cecil, der Sohn William Cecils um die Macht. In ihren letzten Jahren führte der jüngere Cecil die Staatsgeschäfte.

Persönlich war sie eine Frau von stark ausgeprägter Koketterie und maßloser Eitelkeit, berühmt dafür, ihre Laune in Sekunden zu ändern und zu fluchen wie ein Pferdeknecht. Sie verglich sich oft mit ihrem übermächtigen Vater Heinrich, über ihre verstoßene Mutter Anne Boleyn sprach sie zeitlebens nie.

Heimliche Eheschließungen an ihrem Hof ahndete sie meist mit unverhältnismäßiger Härte. Von ihren Hoffräulein verlangte sie, "so jungfräulich wie möglich zu bleiben".[15] Von großem Realitätssinn, weigerte sie sich gelegentlich, diese Realität zur Kenntnis zu nehmen, und bestrafte Untergebene für Dinge, die sie selbst veranlasst hatte. Auch ihr Wahrheitsbegriff war etwas eigentümlich.

Der unverheiratet gebliebenen Königin wurden außer dem erwähnten Robert Dudley eine Reihe weiterer Liebhaber nachgesagt: François Hercule de Valois; Robert Devereux; Sir Christopher Hatton; Sir Thomas Heneage; Edward de Vere, 17. Earl of Oxford; Sir Walter Raleigh. Sie selber sagte am Anfang ihrer Herrschaft, dass sie zufrieden sein werde, als Jungfrau gelebt zu haben und begraben zu werden. Zur Legende Elisabeths trug auch ihre letzte Ansprache, die Goldene Rede bei. Seit etwa 1578 wurde sie aus politischen Erwägungen zur „Virgin Queen“ stilisiert, zur jungfräulichen Königin. Es entstand im Rahmen einer protestantischen Weltpolitik ein regelrechter Kult um ihre Gestalt, mit Turnieren, Dichtungen, symbolhaltigen Porträts u.s.w. Auch weitere Beinamen kamen auf: Gloriana, Astraea, Cynthia, Belphoebe etc.

Elisabeth hat sehr gerne Spitznamen vergeben: Ihren langjährigen Freund Robert Dudley nannte sie „ihre Augen“. Ihr Berater William Cecil, 1. Baron Burghley, hingegen war „ihr Geist“. Williams Sohn und Nachfolger, Robert Cecil, wurde zum wenig schmeichelhaften „Pygmäen“. Sir Christopher Hatton wurde von ihr „Hammel“ genannt. Der Leiter des Geheimdienstes Francis Walsingham war „ihr Anker und ihr Mohr“. Der Seefahrer Sir Walter Raleigh wurde „ihr Wasser“ (water) und „ihr Mops“. Der französische Heiratskandidat François Hercule de Valois wurde „Frosch“ genannt, sein Begleiter Jean de Simier war „der Affe“ (simian ‚Affe, affenartig‘).

Abstammung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Edmund Tudor
* um 1430; † 1. November 1456
∞ 1455
 
 
 
 
 
 
 
Heinrich VII.
* 28. Januar 1457; † 21. April 1509
∞ 18. Januar 1486
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Margaret Beaufort
* 31. Mai 1443; † 29. Juni 1509
 
 
 
 
 
 
 
Heinrich VIII.
* 28. Juni 1491; † 28. Januar 1547
∞ 25. Januar 1533
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eduard IV.
* 28. April 1442; † 9. April 1483
∞ 1. Mai 1464
 
 
 
 
 
 
 
Elizabeth of York
* 11. Februar 1466; † 11. Februar 1503
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Elizabeth Woodville
* 1437; † 8. Juni 1492
 
 
 
 
 
 
 
Elisabeth I.
* 7. September 1533; † 24. März 1603
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
William Boleyn
* 1451; † 10. Oktober 1505
∞ 1465
 
 
 
 
 
 
 
Thomas Boleyn
* 1477; † 13. März 1539
∞ um 1500
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Margaret Butler
* 1454; † 1539
 
 
 
 
 
 
 
Anne Boleyn
* 1501; † 19. Mai 1536
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Thomas Howard
* 1443; † 21. Mai 1524
∞ 1472
 
 
 
 
 
 
 
Elizabeth Howard
* 1480; † 1538
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Elizabeth Tilney
* vor 1447; † 4. April 1497
 
 
 
 
 
 

Elisabeth als Motiv in Literatur, Oper und Film

Literatur

Elisabeth wurde vor allem als Gegenspielerin Maria Stuarts in der Literatur verewigt. Bekanntestes Beispiel ist Friedrich Schillers Schauspiel Maria Stuart. Elisabeth ist auch die Heldin mehrerer historischer Romane, unter anderem von Susan Kay (Legacy, deutscher Titel Die Königin, 1985), Rosalind Miles (Königin von England, 1998), Cornelia Wusowski (Elisabeth I. Der Roman ihres Lebens, 2004) und Philippa Gregory (The Queen’s Fool, 2004, und The Virgin’s Lover, 2005). In Virginia Woolfs Roman Orlando beauftragt Elisabeth den jungen Adligen Orlando, niemals alt zu werden. In der Verfilmung von 1992 spielt Quentin Crisp die Rolle der Königin. Tanja Kinkel verwendete die historische Personenkonstellation um Elisabeth, ihre Schwester Maria, den Vater Heinrich und das Motiv des Gattenmordes sowie Philipp von Spanien und Robert Dudley für eine sehr ähnlich angelegte Konstellation in ihrem historischen Roman Im Schatten der Königin (2010).

Oper

Auf der Opernbühne tritt Elisabeth unter anderem in Rossinis Elisabetta, regina d’Inghilterra und Donizettis Maria Stuarda, Elisabetta al Castello di Kenilworth und Roberto Devereux in Erscheinung. Benjamin Brittens Oper Gloriana hat die Essex-Verschwörung zum Thema und wurde 1953 aus Anlass der Krönung von Elisabeth II. uraufgeführt, die – ohnehin als keine große Opernfreundin bekannt – dem Vernehmen nach von der Oper enttäuscht war. Auch das Publikum konnte sich nicht für die als „national opera“ konzipierte, aber wenig staatstragende Oper begeistern, so dass Gloriana zu einem der wenigen Misserfolge in Brittens Opernkarriere wurde. Erst ab den 1990er Jahren wurde die Oper von Theatern und Publikum wiederentdeckt. Den Konflikt zwischen Elisabeth und Maria Stuart nahm Wolfgang Fortner als Vorlage für seine 1972 in Berlin uraufgeführte Oper Elisabeth Tudor (Libretto: Matthias Braun und der Komponist).

Film

In zwei Filmen spielte Flora Robson die Königin: in Feuer über England (Fire over England) von 1937 und in Der Herr der sieben Meere (The Sea Hawk) von 1940.

Ebenfalls in zwei Filmen spielte Bette Davis die Königin: Günstling einer Königin (The Private Lives of Elizabeth and Essex) von 1939 und Die jungfräuliche Königin (The Virgin Queen) von 1955.

Glenda Jackson spielte in Elizabeth R, einer sechsteiligen BBC-Serie. 1971 wurde die Serie mit fünf Emmys ausgezeichnet, darunter zwei für Jackson selbst.

Auch in den zahlreichen Filmen über das Leben der schottischen Königin Maria Stuart verkörpert Elisabeth stets ihre Gegenspielerin. Darunter in Das Herz der Königin mit Zarah Leander, Mary von Schottland mit Katharine Hepburn. und Mary, Königin der Schotten mit Vanessa Redgrave. In diesem Film spielte Glenda Jackson zum zweiten Mal die Königin. Häufig fällt Maria hier die Rolle der Märtyrerin zu, während Elisabeth als Antagonistin eher negativ dargestellt wird.

In der satirischen BBC-Fernsehserie Blackadder mit Rowan Atkinson in der Hauptrolle spielt Miranda Richardson die Rolle einer überkandidelten Elisabeth, die jedoch manchen Charakterzug des Originals treffend darstellt. In dieser Version fällt sie einem Giftanschlag zum Opfer.

Die neuesten Verfilmungen sind die vierstündige Serie Elizabeth I – The Virgin Queen von 2005 mit Anne-Marie Duff, die die komplette Regierungszeit umfasst, und die zweiteilige Verfilmung Elizabeth I von 2006 mit Helen Mirren in der Hauptrolle. Der erste Teil handelt von den Heiratsverhandlungen mit dem Herzog von Alençon, und dem Konflikt mit Maria Stuart. Der zweite Teil hat die Essex-Verschwörung zum Thema. Der Film gewann neun Emmys, unter anderem für Helen Mirren und Jeremy Irons als Leicester.

Die heute bekannteste Verfilmung von Elisabeths Lebensgeschichte ist Elizabeth von 1998 in dem ihre späte Jugend unter ihrer Halbschwester Maria und die ersten fünf Regierungsjahre beschrieben werden. Auch die Liebesbeziehung zu Robert Dudley spielt hier eine größere Rolle. Der Film endet mit der Zerschlagung der Ridolfi-Verschwörung, ist dabei aber historisch eher ungenau, indem Figuren wie Maria von Guise (alias Fanny Ardant), die Mutter Maria Stuarts, tragende Rollen erhalten, die historisch schlicht unkorrekt sind. Cate Blanchett erhielt für ihre Darstellung der Titelfigur einen Golden Globe und ihre erste Oscar-Nominierung. Insgesamt wurde der Film in sieben Sparten vorgeschlagen, gewann jedoch nur in der Kategorie Makeup. Im gleichen Jahr erhielt Shakespeare in Love weitere sieben Oscars, unter anderem auch für Judi Denchs acht Minuten langen Auftritt als gealterte Elizabeth.

2007 kam mit Elizabeth – Das goldene Königreich, eine Fortsetzung der Verfilmung von 1998, in die Kinos. Hier wird Elisabeths Beziehung zu Sir Walter Raleigh und der Krieg gegen Spanien beschrieben. Die Rolle der Königin wurde wieder von Cate Blanchett übernommen.

Literatur

Quellen
  • Frederick Chamberlin (Hrsg.): The sayings of Queen Elizabeth. Dodd & Mead, New York 1923.
  • George B. Harrison (Hrsg.): Die Briefe der Königin Elisabeth I. von England („The letters of Queen Elizabeth“). Beermann-Fischer, Wien 1938.
Monographien
  • Sabine Appel: Elisabeth I. von England. Bechtle, Esslingen 2003, ISBN 3-7628-0528-8.
  • John B. Black: The Reign of Elizabeth. OUP, Oxford 1994, ISBN 0-19-285293-0 (Nachdr. d. Ausg. Oxford 1959).
  • Patrick Collinson: The Elizabethan Puritan Movement. Clarendon, London 2000, ISBN 0-19-822298-X (Nachdr. d. Ausg. London 1967).
  • Jürgen Klein: Elisabeth I. und ihre Zeit. C.H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-50841-3.
  • Marie Langer: Elisabeth I. von England und die Geschichte ihrer Mütter. In: Diess.: Das gebratene Kind und andere Mythen. Die Macht der unbewussten Phantasien. Edition Kore, Freiburg/B. 1987, ISBN 3-926023-06-6.
  • Mary Lavater-Sloman: Elisabeth I. Herrin der Meere. Bastei-Lübbe, Bergisch-Gladbach, 1988, ISBN 3-404-61039-3.
  • Günther Lottes: Elisabeth I. Eine politische Biographie. Verlag Muster-Schmidt, Göttingen 1981, ISBN 3-7881-0111-3.
  • Natalie Mears: Queenship and Political Discourse in the Elizabethan Realms. UP, Cambridge 2005, ISBN 0-521-81922-9.
  • John E. Neale: Elisabeth I. Königin von England („Queen Elizabeth I.“). Hugendubel, München 1994, ISBN 3-424-01226-2.
  • Herbert Nette: Elisabeth I. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 2003, ISBN 3-499-50311-5.
  • Robert Valerius: Weibliche Herrschaft im 16. Jahrhundert. Die Regentschaft Elisabeths I. zwischen Realpolitik, Querelle des femmes und Kult der Virgin Queen. Centaurus-Verlag, Herbolzheim 2002, ISBN 3-8255-0362-3.
  • Neville Williams: Elisabeth I. von England. Beherrscherin eines Weltreichs („Elizabeth, queen of England“). Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07907-8 (Nachdr. d. Ausg. Stuttgart 1969).

Weblinks

 Commons: Elisabeth I. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Dieser Ring ist auf Tudorhistory.org zu sehen.
  2. David Starkey: Elizabeth. Apprenticeship Vintage 2001 S.66-72
  3. Susan Doran: The Courtships of Elizabeth I London 1996 S.40
  4. Calendar of…State Papers Relating to English Affairs…in…Simancas 1558–1603. Ed. H.M.S.Hume, London 1892–1899, Bd. I, S. 57–58
  5. Adlard, George: Amy Robsart and the Earl of Leycester. John Russell Smith 1870, S. 35, 41
  6. Calendar of…State Papers Relating to English Affairs…in…Simancas 1558–1603. Ed. H.M.S.Hume, London 1892–1899, Bd. I, S. 263
  7. Calendar of…State Papers Relating to English Affairs…in…Simancas 1558–1603. Ed. H.M.S.Hume, London 1892–1899, Bd. III S.477; Sylvia Freedman: Poor Penelope: Lady Penelope Rich. An Elizabethan Woman. London 1983, S. 121–122
  8. Frederick Chamberlin: Elizabeth and Leycester. New York 1939, S. 136–164, 445–447; Alison Plowden: Marriage with my Kingdom. The Courtships of Queen Elizabeth I. BCA 1977, S.137
  9. Harold H. Scudder: A Queen at Chesse. In: Modern Language Notes Vol. 42, No. 3 (März 1927), S. 141–145, doi:10.2307/2914185 (engl.)
  10. Sir Walter Raleigh Never Laid His Cloak Before Queen Elizabeth, www.trivia-library.com (engl.)
  11. a b Sir Francis Drake (1542–96). In: Explorers & leaders. National Maritime Museum (engl.)
  12. The Public Speaking of Queen Elizabeth. To the Troops at Tilbury 1588, S. 96f
  13. Robert Devereux, 19th (2nd Devereux) Earl of Essex, (1566–1601). In: Historic Figures, BBC (engl.)
  14. Elisabeth I, westminster-abbey.org; Abbildung, tudorhistory.org
  15. “to remain in virgin state as much as may be.” Sylvia Freedman: Poor Penelope: Lady Penelope Rich. An Elizabethan Woman. London 1983, S. 41


Vorgängerin Amt Nachfolger
Maria I. Königin von England
1558–1603
Jakob I.
Königin von Irland
1558–1603

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