Air Zermatt
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«Lama» der Air Zermatt

Air Zermatt ist ein Schweizer Helikopterunternehmen mit Sitz in Zermatt (voller Name AIR ZERMATT AG), gegründet 1968. Das Unternehmen verfügt im Kanton Wallis über je eine Basis in Raron, Sion und Zermatt, und beschäftigt zur Zeit etwa 50 Personen. Die Air Zermatt führt Rettungs-, Transport-, Rund-, und Taxiflüge durch und leistet einen wichtigen Beitrag zur Rettung verunglückter Berggänger im gesamten Wallis. Weiterhin kamen Helikopter der Air Zermatt auch bei Umweltkatastrophen im Wallis wie zum Beispiel im Herbst 2000 zum Einsatz.

Rettungschef bei der Air Zermatt ist der bekannte Bergführer Bruno Jelk.

Inhaltsverzeichnis

Flotte

Mit Stand September 2010 besteht die Flotte der Air Zermatt aus elf Helikoptern auf den Stützpunkten Zermatt und Raron[1]:

Einsätze

Besondere Aufmerksamkeit in den Medien erreichten die Einsätze der Air Zermatt im Rahmen des Bergrutsches in Gondo am 14. Oktober 2000 und bei dem Waldbrand oberhalb von Leuk im August 2003. Die Air Zermatt leistete durch Material- und Personentransporte auch eine großen Beitrag zum Bau der Luftseilbahn auf das Kleine Matterhorn.

Nach diversen Übungen im Jahr 1970 gelang dem Air Zermatt Piloten Günther Amann 1971 als erstes eine Direktrettung mit Hilfe einer Seilwinde aus der gefährlichen Eiger-Nordwand. Er wurde dafür anschließend in den USA ausgezeichnet.

Im November 2005 leistete die Air Zermatt weitere Pionierarbeit. Im Rahmen des A1 GP in Dubai wurden havarierte Fahrzeuge am Seil einer Lama geborgen.[2]

Im April 2010 erhielten der Air Zermatt-Pilot Daniel Aufdenblatten und Bergretter Richard Lehner für die Rettung von drei Alpinisten im Annapurna-Gebiet am 8. März 2011 den Heroism Award für die bisher höchste Bergrettung in 7'000 Metern Höhe mit einem Helikopter. Als letztes hatte Chesley B. Sullenberger diesen Preis für die sichere Notlandung von US-Airways-Flug 1549 erhalten. Aufdenblatten und Lehner befanden sich im April 2010 für eine Rettungsschulung der Air Zermatt in Nepal, als sie einen Notruf erhielten. Sie kamen den Alpinisten zu Hilfe, obwohl bis dahin unklar war, ob eine Rettung in so grosser Höhe mit einem Helikopter überhaupt möglich ist. [3]

Medien

Von Juli bis August 2006 drehte das Schweizer Fernsehen DRS eine Doku-Serie namens «Die Bergretter – unterwegs mit der Air Zermatt» über die selbige und ihre Mitarbeiter. Die siebenteilige Serie wurde ab Mai 2007 ausgestrahlt. Im Winter 2007/2008 folgte eine Fortsetzung die im Februar 2007 als "Winterstaffel" gedreht wurde.

Der frühere Pilot der Air Zermatt, Siegfried Stangier schrieb ein Buch mit dem Titel «Retter, die vom Himmel kommen» (Veröffentlichung: 1986), das einen eindrucksvollen Einblick in die Tätigkeit der Air Zermatt in den 1970er bis Mitte der 80er Jahre gibt. Die von ihm entwickelte Long Line Rettungsmethode (ein bis zu 220 Meter langes Rettungsseil direkt am Helikopter) wurde das erste Mal 1971 in der Eiger Nordwand angewendet und rettete danach vielen in Not geratenen Bergsteigern das Leben.

Piloten der Air Zermatt gerieten im November 2003 ins Interesse der Schweizer Medien, weil sie laut der Umweltschutzorganisation Mountain Wilderness illegale Landungen bei Zermatt durchgeführt haben. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) leitete daraufhin Untersuchungen ein und verhängte 2005 geringe Bußgelder gegen zehn Piloten.[4][5]

Siehe auch

Literatur

  • Siegfried Stangier: Retter, die vom Himmel kommen. Scherz, München 1986. ISBN 978-3502196938

Weblinks

Einzelnachweise

  1. BAZL: Behördliches Luftfahrtzeugregister 27. September 2010
  2. Dino Kessler: Wüsten-Show: Air Zermatt hilft mit... In: Blick.ch. 11. Dezember 2005, abgerufen am 30. November 2009.
  3. Heli-Pilot und Bergretter erhalten Heroism Award, 8. März 2011, Zermatt.ch
  4. Keine Duldung illegaler Gebirgslandungen im BAZL, 27. Januar 2005, Bundesamt für Zivilluftfahrt
  5. Milde Bussen für die Air Zermatt, NZZ Online, 28. September 2005

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