Aktenordner

Ein Aktenordner ist ein Hebelordner mit Exzenterverschluss, der als Mittel zur Ordnung der Schriftgutverwaltung dient.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erfunden wurde der heute gebräuchliche Ordner im Jahr 1886 von Friedrich Soennecken aus Bonn, der auch den zugehörigen Locher erfand. Zur heutigen Form wurde der Ordner durch Louis Leitz in seiner gleichnamigen Firma in Stuttgart-Feuerbach weiterentwickelt. Neben Leitz war auch sein Konkurrent Erich Kraut mit der Firma ELBA in Wuppertal an der Entwicklung des Ordners beteiligt. In der Schweiz wurden Aktenordner erstmals 1908 hergestellt, von der 1900 gegründeten Schreibbücher- und Papierwarenfabrik Biel (später Biella). Die Herlitz AG in Berlin produzierte 2007 über 90 Millionen Briefordner und ist damit weltweit Marktführer in der Ordnerproduktion.

  • Leitz-Ordner wird in Deutschland auch als Synonym verwendet, als Gattungsname. Auch „Briefordner“ ist im Vertriebswesen gebräuchlich.
  • Bundesordner ist in der Schweiz seit den 1920er Jahren auch für die Aktenordner üblich. Biella ließ erst 1989 den Begriff als Marke schützen.

Aufbau und Funktion

Aufgestellter Aktenordner mit Wolkenmarmordeckel
Exzentermechanik mit Klemmbügel (Tippklemmer)

Er dient der nach bestimmten Gesichtspunkten (chronologisch, alphabetisch, thematisch) sortierten Sammlung von ursprünglich losen Blättern. Diese Blätter werden vor dem Abheften mit in der Regel zwei Löchern auf der linken Blattseite versehen, die mittels eines Lochers gestanzt werden. Die Löcher dienen zur Blattablage.

Der Tippklemmer, die Öffnungs- und Schließmechanik, dient zum Fixieren der Blätter innerhalb des Aktenordners. Die Basis besteht aus Metall, meist glanzvernickeltes Stahlblech, wodurch die Festigkeit garantiert wird. In der Basis befestigt, befinden sich zwei parallel verlaufende, längs der Basis ausgerichtete Drähte aus Federstahl. Auf der Basis ist ein Hebel (Kunststoff oder Blech) angebracht, der durch Drücken die darunter befindlichen Stäbe in der Mitte auseinander drückt. An den beiden Enden der Stäbe bewirkt die Hebelbetätigung ein Zusammenrücken, wodurch die Laufringe des Ordners eingespannt werden. Somit sitzt der Tippklemmer fest am Ordner und verhindert das Verrutschen der Blätter.

Der Ordner hat auf seinem Rücken das sogenannte Rückenschild. Auf dieses kann der Inhalt des Ordners in Form einer groben Umschreibung notiert werden. Weiterhin hat der Ordner auf seiner Rückseite ein Griffloch. Dieses ermöglicht es, den Ordner rasch aus einer Ansammlung weiterer Ordner zu ziehen. Zusammengedrückt werden die abgehefteten Blätter mit Hilfe des sogenannten Klemmbügels. In Deutschland und den meisten anderen Ländern mit Papier im A4-Format wird ein Zwei- oder Vierloch-Ringsystem verwendet. In andersformatigem Papier in den USA wird ein Dreilochsystem verwendet. Auch innerhalb Europas sind die Systeme nicht immer kompatibel. Beispielsweise wird in Schweden ein Vierlochsystem mit anderen Lochabständen als in Deutschland verwendet, auch die Ordnermechanik unterscheidet sich dementsprechend etwas.

Manche Ordner sind mit Raumsparschlitzen ausgestattet. Das sind zwei schlitzförmige Öffnungen in einem der seitlichen Deckel, durch die im geschlossenen Zustand die Metallbügel herausschauen. Dadurch können sie platzsparender aufgestellt werden. Mit den Schlitzen im Deckel, durch die in geschlossenem Zustand die Abheftbügel schauen sollten, entsteht eine sehr hohe Stabilität (Standsicherheit) im Ordnerregal oder Ordnerschrank. Aktenordner ohne Deckelschlitze fallen sehr schnell um, wenn sie mit einer gewissen Menge an Papier (Ablage) gefüllt sind.

Trivia

  • Ordner von sogenannten Loseblattsammlungen dienen nicht der Sammlung von Akten. Aktenauszüge werden in behördeninternen Vorgängen auch in Schnellheftern weitergereicht.
  • Die meistgebrauchten „normalen“ Ordner unterscheiden sich in 2 Breiten und unterscheiden sich in den Maßen (LxBxH) 280x80x320 mm und 280x50x320 mm.

Siehe auch

Weblinks


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