Alkyoneus
Athena contra Alkyoneus
Detail des Pergamonaltars.
Foto: Claus Ableiter

Alkyoneus (griechisch Ἀλκυονεύς) ist ein Gigant der griechischen Mythologie.

Inhaltsverzeichnis

Abstammung

Alkyoneus wird in der Namensliste der Bibliotheke des Apollodor als Sohn der Gaia und dem Blut des Uranos, das bei seiner Entmannung auf Gaia fällt, genannt.[1] In der Namensliste der Dionysiaka von Nonnos wird nur die Mutter Gaia genannt.[2]

 
 
 
Gaia
 
 
 
Uranos
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Alkyoneus
 
 
 
 
 
 


Mythos

Nach Pindar ist Alkyoneus der älteste der Giganten.[3]

In der Bibliotheke ist Alkyoneus unsterblich, solange er sich in seinem Geburtsland aufhält. Folglich schaden ihm die Pfeile des Herakles in der Gigantomachie nicht, bis ihn dieser aus Pallene wegschleppt. Er wird von Herakles mit einem Pfeil verwundet, als er versucht, die himmlische Götterwohnung zu stürmen. Durch die Verwundung stürzt er auf die Erde herab, gewinnt durch diese Berührung mit seiner Mutter Gaia aber neue Kräfte und geht von neuem gegen die Götter vor. Wieder trifft ihn der Pfeil des Herakles, doch packt ihn dieser auf Anraten der Athene gleich nach dem erneutem Sturz, zieht ihn aus seiner Heimatstadt heraus und entzieht ihm so die Quelle seiner Kraft, woraufhin er stirbt.[4]

In Nonnos Dionysiaka wird Alkyoneus von Bacchus mit einem Kugelhagel aus Laub zurückgeworfen.[5] Erst als Gaia ihm im Falle des Sieges Artemis als Bettgenossen verspricht, kämpft er weiter. Er greift Bacchus mit einem Felsen bewaffnet an, aber Bacchus verteidigt sich mit einer Weinrebe. Sobald die Weinrebe den Felsen berührt, zerspringt dieser und Alkyoneus ist entwaffnet[6]

Töchter

Ehe er aber in der Gigantomachie sein Leben ließ, hatte Alkyoneus eine Reihe von Töchtern gezeugt, die sogenannten Alkyoniden oder Alken. Diese, sie hießen Alkippe, Anthe, Asterie, Drimo, Methone, Pallene und Phtonia, waren über den Tod des Vaters so in Trauer, dass sie sich vom kanasträischem Vorgebirge ins Meer hinab stürzten. Aber es rettete ihnen die Amphitrite das Leben und verwandelte sie in Eisvögel.[7][8]

 
 
 
 
unbekannt
 
Alkyoneus
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Alkippa
 
 
Anthe
 
 
Asterie
 
 
Drimo
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Methone
 
Pallene
 
Phtonia
 
 


Weblinks

 Commons: Alkyoneus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bibliotheke des Apollodor 1, 34-38.
  2. Nonnos: Dionysiaka 25, 85.
  3. Pindar: Isthmische Ode 6, 2.
  4. Bibliotheke 1, 34.
  5. Nonnos: Dionysiaka 25, 85 ff.
  6. Nonnos: Dionysiaka 48, 6 ff.
  7. Suda Stichwort Alkyonides hemerai (Ἀλκυονίδες ἡμέραι), Adler-Nummer: alpha 1298, Suda-Online
  8. Eustathios: Scholium zu Homers Ilias 1, 563.

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