Alois Bräutigam
Alois Bräutigam (1967)
Alois Bräutigam (1988)

Alois Bräutigam (* 28. April 1916 in Grünlas, Böhmen; † 10. Januar 2007) war ein deutscher Politiker (KPTsch/SED) und Funktionär der Volkssolidarität.

Inhaltsverzeichnis

Leben

1916 bis 1945

Bräutigam, Sohn eines Bergarbeiters, machte nach dem Besuch der Volksschule in Neusattl von 1929 bis 1932 eine Ausbildung zum Maurer, anschließend war er sowohl in diesem Beruf, als auch als Bergmann tätig. 1929 wurde er Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes, 1932 Mitglied der Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit und 1934 Mitglied der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KPTsch) sowie des Bundes der Freunde der Sowjetunion. Von 1937 bis 1938 war er bei der tschechoslowakischen Armee und zu Beginn des Zweiten Weltkriegs von 1939 bis 1942 gehörte er einem Artillerieregiment der Wehrmacht an und nahm am Frankreichfeldzug teil. Nach einer Erkrankung wurde er im Februar 1942 von der Front freigestellt und hatte zuletzt den Dienstrang Obergefreiter inne. Bis 1945 arbeitete er wieder als Bergmann in einer Tongrube und beteiligte sich an der illegalen politischen Arbeit gegen das NS-Regime.

1945 bis 2007

Nach Kriegsende war er 1945/1946 im tschechischen Polizeidienst. 1946 übersiedelte er nach Schmalkalden, wo er zunächst bis 1947 bei der Volkspolizei der Sowjetischen Besatzungszone für das VP-Kreisamt Schmalkalden, dann hauptamtlich für die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) tätig war. Von 1946 bis 1949 war er Stadtverordneter in Schmalkalden, 1949/1950 Erster Sekretär der SED-Kreisleitung Arnstadt, dort ab 1950 auch Mitglied des Kreistages. 1950/1951 war er Erster Sekretär der SED-Kreisleitung Weimar, ehe er 1951/1952 an der Parteihochschule „Karl Marx“ studierte. 1952/1953 war Bräutigam dann Erster Sekretär der SED-Stadtleitung Erfurt sowie Stadtverordneter ebenda, von 1954 bis 1958 Erster Sekretär der SED-Gebietsleitung Wismut. Von Mai 1958 bis April 1980 war Bräutigam – ein enger Vertrauter Walter Ulbrichts – schließlich Nachfolger von Hermann Fischer in der Funktion des Ersten Sekretärs der SED-Bezirksleitung Erfurt.

Von 1958 bis Dezember 1989 war Bräutigam Mitglied des ZK der SED, von 1963 bis 1972 Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates der DDR sowie von 1958 bis 1981 Mitglied der Volkskammer

Von Juni 1982 bis Dezember 1989 war er als Nachfolger von Robert Lehmann Vorsitzender des Zentralausschusses der Volkssolidarität.

Nach der Wende zog sich Bräutigam aus dem öffentlichen Leben zurück. Er starb Anfang 2007 und wurde auf dem Erfurter Hauptfriedhof beigesetzt.

Ehrungen

Literatur

  • Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (Hrsg.): SBZ-Biographie. Deutscher Bundes-Verlag, Berlin 1964, S. 45.
  • Günther Buch: Namen und Daten wichtiger Personen der DDR. 2. Auflage. Dietz, Bonn 1979, S. 32.
  • Jan Foitzik: Kadertransfer. Der organisierte Einsatz sudetendeutscher Kommunisten in der SBZ 1945/46. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 31 (1983), S. 308–334 (zu Bräutigam: insbesondere S. 326).
  • Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Band 1. K. G. Saur, München 1996, S. 82.
  • Gerd-Rüdiger Stephan et al. (Hrsg.): Die Parteien und Organisationen der DDR. Ein Handbuch. Dietz, Berlin 2002, S. 905.
  • Helmut Müller-Enbergs: Bräutigam, Alois. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Ch. Links Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, Band 1.

Weblinks

 Commons: Alois Bräutigam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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