Altstoffsammlung
Schild an einem Sammelplatz für Sekundärrohstoffe in einem Wohnblock

Die Altstoffsammlung war in der DDR das teils organisierte, teils private Einsammeln und Verkaufen von Altpapier, pfandfreien Flaschen und Gläsern. Aber auch Schrott (seit 1973) und Altkleider wurden aufgekauft, die Abgabe von Bleiakkus war sogar Voraussetzung für den Kauf eines neuen. Die offizielle Bezeichnung der Altstoffe war Sekundärrohstoffe.

Die Altstoffsammlung wurde besonders an den Schulen propagiert. Kinder und Jugendliche sollten an den sorgsamen Umgang mit Ressourcen herangeführt werden, oft verdienten sie sich mit solchen Sammlungen ein kleines Taschengeld. Es wurden aber auch in größerem Umfang von der Pionierorganisation organisierte Sammlungen ganzer Pioniergruppen bzw. Schulklassen durchgeführt, deren Erlöse gespendet wurden oder der Klassenkasse zugute kamen.

Zentrale Annahmestellen („SERO“) kauften die Altstoffe auf, teilweise wurden sie auch über private Zwischenhändler an SERO abgeführt. Für eine Flasche oder ein Glas ab 100 cm³ wurden 0,05 M, für unbeschädigte genormte Konservengläser und Spirituosenflaschen bis zu 0,30 M gezahlt. Bei organisierten Sammlungen erhöhte sich der Annahmepreis, z. B. bei Altpapier pro Kilogramm von 0,20 M auf 0,25 M.

Die Altstoffsammlungen waren Quelle wichtiger Rohstoffe für einige Industriezweige. So wurden beispielsweise in der Papierindustrie zu ca. 40 Prozent und in der Getränke- und Lebensmittelindustrie zu ca. 60 Prozent Altstoffe verwendet.

Weblinks

 Commons: Recycling in der DDR – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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