Amazonica

Unter dem Dach des Namens Amazonica (Eigenschreibweise AMAZONICA) vereinen sich vielfältige Aktivitäten im Amazonas-Regenwald. Amazonica hat es sich zur Aufgabe gemacht, das bedeutendste Waldökosystem der Welt gemeinsam mit den dort lebenden Indio-Völkern für die Menschheit zu bewahren. Eine wesentliche Säule dieser Aktivitäten bildet die Urwald-Akademie in Ecuador. Diese Forschungs- und Lehreinrichtung, die Wissenschaftlern und Studierenden aus aller Welt offen steht, wurde ins Leben gerufen, um Verständnis für den tropischen Regenwald zu vermitteln. Ein ebenso wichtiges Anliegen ist das Weitergeben und Vertiefen von Erkenntnissen über zukunftsweisende Formen der Gemeindeentwicklung aus erprobten Modellprojekten im Wald. Unterstützt wird Amazonica unter anderem von dem europäischen Klima-Bündnis. Gründerin und Vorsitzende der Stiftung Amazonica ist die Verlegerin Mascha Kauka, die sich seit 25 Jahren als Entwicklungshelferin, Umweltexpertin und Ratgeberin der Indios in der Amazonasregion engagiert.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangssituation

Im Amazonasbecken liegt das größte und wichtigste Waldökosystem der Welt. Es bewahrt und erneuert ein Drittel des gesamten Süßwassers der Erde. Diese Reserve wird immer wichtiger, denn schon jetzt haben zwei Drittel der Menschheit nicht genügend oder kein sauberes Trinkwasser. Auch das Weltklima wird durch den tropischen Regenwald maßgeblich beeinflusst. Die Wälder bewirken die Reinigung der Atmosphäre von Immissionen, etwa von klimaschädlichen Gasen wie CO2. Die Auswirkungen, die das Abholzen der Urwälder auf das Weltklima hat, sind inzwischen spürbar. Der Schutz des tropischen Regenwaldes ist notwendig, um die natürlichen Lebensgrundlagen auf der ganzen Welt dauerhaft zu sichern. Nur intakter Urwald garantiert weltweit gesundes Klima, ausreichend Wasser und damit auch genügend Nahrung. Doch der Raubbau hält an: Jährlich werden im Amazonasgebiet mehrere Millionen Hektar Urwald zerstört, vor allem durch Kahlschlag und Straßenbau.

Leitlinie von Amazonica

Die rund 400 Indiovölker im Amazonas-Urwald sind am besten in der Lage, den Wald vor schädlichen Einflüssen zu bewahren und ihn für die gesamte Menschheit zu erhalten. Die Ureinwohner wollen im Wald mit ihren Traditionen zeitgemäß leben und dabei umweltverträgliche Technologien nutzen. Die Amazonica-Initiative wurde 2002 mit dem Ziel gegründet, den Indios eine Zukunft im Wald zu ermöglichen, um so den tropischen Regenwald zu schützen. Die Gründerin von Amazonica Mascha Kauka. verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Organisation von Entwicklungsprojekten in Lateinamerika. Die wichtigsten Aktivitäten sind die Amazonica-Akademie sowie die internationale Amazonica-Stiftung.

Amazonica-Pilotprojekt

Im Rahmen eines von 2002 bis 2007 durchgeführten Pilotprojektes haben rund 12.000 Waldindianer in der Amazonasregion Ecuadors umfassende Erfahrungen mit einer zukunftsweisenden Gemeindeentwicklung gesammelt. Den Lernprozess begleiteten Mustergemeinden in den Territorien der Indiovölker. Im Zentrum standen Bildung und Ausbildung (unter anderem Alphabetisierung, Pflege der heimischen Kultur, ökologische Landwirtschaft und Produktion, Aufbau eines Binnenmarktes im Wald), der Aufbau einer medizinischen Infrastruktur, die Einführung erneuerbarer Energien zur dezentralen Versorgung im Urwald sowie der Schutz des Primärwaldes durch Schaffung von Naturschutzgebieten und Wiederaufforstung. Das Pilotprojekt wurde 2007 abgeschlossen. Die Erkenntnisse sind umfassend dokumentiert und sollen künftig allen Ureinwohnern im Amazonasbecken zugängig gemacht werden, auch über Ländergrenzen hinweg.

Amazonica-Akademie

Zu diesem Zweck wird derzeit im ecuadorianischen Urwald die Amazonica-Akademie errichtet. Sie soll durch die Zusammenarbeit zwischen Indios und der deutschen und internationalen Wirtschaft und Wissenschaft in den Industrienationen mehr Verständnis für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Regenwald schaffen. Das Angebot besteht aus einem akademischen Betrieb, dessen Lehrfächer für Klima und Wasserhaushalt der Erde von zentraler Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem die Anwendung erneuerbarer Energien zur dezentralen Energieversorgung, Klimatologie, Hydrologie, Geoinformation, die Erzeugung und Nutzung standortgerechter nachwachsender Rohstoffe, Studium der Artenvielfalt (Biodiversität) und Bodenbiologie. Die Akademie wird einheimischen und internationalen Studenten, Dozenten und Wissenschaftlern offen stehen. Das Studium ist als Postgraduiertenprogramm mit einem international anerkannten Abschluss angelegt. Zudem sollen internationale Forschungsprojekte durchgeführt werden. Ebenso wichtig ist die Verbreitung der Erfahrung aus erprobten Modellprojekten über zeitgemäße Gemeindeentwicklung für Waldindianer. Direktor der Akademie wird der Pädagoge Uyunkar Domingo Peas, Führer des Stammes der Achuar in Ecuador. Geplant ist, den Lehrbetrieb im Winter 2009/2010 aufzunehmen.

Amazonica-Stiftung

Die Finanzierung erfolgt durch die im April 2007 in München gegründete Stiftung Amazonica. Die Stiftung bündelt Spenden und Zustiftungen und verantwortet die Finanzierung des laufenden Akademiebetriebs. Die erforderlichen Mittel soll die Stiftung unter anderem durch Erlöse aus dem Stiftungsvermögen, Zustiftungen, öffentlichen Fördermitteln, Spenden und Sponsoring aufbringen. Die Kosten für den Aufbau der Akademie werden sich auf rund 1,3 Millionen Euro belaufen.

Kooperation mit akademischen Lehrinstituten

Zu den Unterstützern von Amazonica gehören in Ecuador die staatliche Universität Cuenca, in Deutschland die Fachhochschule München mit mehreren Fakultäten, das Wissenschaftszentrum Straubing, die Fachhochschule Weihenstephan und die Technische Universität München. Das deutsche Klima-Bündnis und das Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördern die zukunftsweisenden Projekte.

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