Johannes Stroux

Johannes Stroux
Johannes Stroux (1946), Rektor der Berliner Universität.

Johannes Stroux (* 25. August 1886 in Haguenau; † 25. August 1954 in Berlin) war ein deutscher klassischer Philologe und Althistoriker, der ab 1914 an verschiedenen Universitäten als Professor wirkte, darunter von 1935 bis zu seinem Tod an der Universität Berlin. Nach der Neugründung der Preußischen Akademie der Wissenschaften nach dem Zweiten Weltkrieg als Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, der späteren Akademie der Wissenschaften der DDR, war er von 1946 bis 1951 deren erster Präsident.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Johannes Stroux, Präsident der Deutschen Akademie der Wissenschaften (1950). Ansprache auf einer Festveranstaltung anläßlich der Ratifizierung der Verträge zur Oder-Neisse-Grenze zwischen der DDR und Polen. Veranstalter: Deutsch-Polnische Gesellschaft und Nationale Front.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges

Johannes Stroux wurde 1886 als Sohn eines Gymnasialprofessors für Mathematik in der Stadt Haguenau im Elsass geboren. Er studierte von 1904 bis 1909 klassische Philologie und Geschichte an der Universität Straßburg sowie lateinische Philologie an der Universität Göttingen. Zu seinen akademischen Lehrern zählten unter anderem Bruno Keil für die Epigraphik, Richard Reitzenstein für Spätantike und religiösen Synkretismus, Jacob Wackernagel für die linguistische Betrachtung alter Sprachen und altitalischer Dialekte, Eduard Schwartz für methodische Textbehandlung sowie Friedrich Leo für die Entwicklung der römischen Literatur.[1][2] Ab 1909 war er zunächst als Gymnasiallehrer in seiner Geburtsstadt Haguenau tätig, bevor er in den Jahren 1911/1912 eine einjährige Studienreise zu handschriftlichen Forschungen in Bibliotheken in Italien, zusammen mit Werner Jaeger,[3] sowie in Frankreich und England absolvierte, aus denen seine Schrift zu Ciceros de oratore resultierte.[4]

Anschließend war er 1914 für ein Semester als Privatdozent in Straßburg tätig, nachdem er dort 1911 promoviert und 1914 habilitiert worden war. Im gleichen Jahr wurde er außerordentlicher und 1917 ordentlicher Professor für klassische Philologie an der Universität Basel. In Basel war er Mitbegründer der Volkshochschule, leitete den Bücherversand der Universität und war von 1914 bis 1918 Vizepräsident des „Schweizer Hilfswerks für deutsche kriegsgefangene Akademiker“.[5] 1922 wurde er ebenfalls als Professor für klassische Philologie an die Universität Kiel und ein Jahr später an die Universität Jena berufen. Ab 1924 war er Ordinarius für lateinische Philologie an der Universität München. Für die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft, der Vorläuferorganisation der heutigen Deutschen Forschungsgemeinschaft, fungierte er als alleiniger Gutachter für das Fachgebiet der Latinistik.[5]

Von 1925 bis 1933 wirkte er als Mitbegründer und Herausgeber von Gnomon, einer Fachzeitschrift für klassische Altertumswissenschaften. [6] Von 1929 bis 1954 war er Herausgeber der seit 1848 bestehenden renommierten Fachzeitschrift Philologus, bis 1937 zusammen mit dem befreundeten Albert Rehm, zweifachem Rektor der Universität München, von 1943-1947 mit Instinsky und Snell sowie 1954 mit Zucker und Kleinknecht.[7] In den ausgehenden 20er Jahren stand Stroux den aktiven Vertretern des Dritten Humanismus, wie Otto Regenbogen und vor allem Werner Jaeger, nahe. [8] Im Jahr 1935 wechselte er in Nachfolge und mit Unterstützung von Eduard Norden[9] und Werner Jaeger, einem Kollegen und persönlichen Freund,[10][11] als Ordinarius für lateinische Literatur und Sprache an die Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin und übernahm dort die Leitung des Instituts für Altertumskunde. In Berlin wurde er 1937, auf Empfehlung des Kirchenhistorikers Hans Lietzmann[12] Mitglied der Mittwochsgesellschaft, der unter anderem auch Generaloberst Ludwig Beck, der Physiker Werner Heisenberg und der Pädagoge Eduard Spranger angehörten.[13] Die Mittwochsgesellschaft war eine Gruppe liberal-konservativer Wissenschaftler und Politiker, von denen einige im Widerstand aktiv wurden und deshalb nach dem 20.Juli.1944 hingerichtet wurden. 1937 wurde Stroux zusammen mit Schadewaldt und Schweitzer Mitherausgeber der von Jaeger gegründeten Zeitschrift der Gesellschaft für Antike Kultur Die Antike, da dieser Deutschland verlassen musste und nach Amerika ging. Ebenfalls 1937 wurde er in die Preußische Akademie der Wissenschaften gewählt, wo er zunächst unter Hans Lietzmann und mit Eduard Norden in der Kirchenväter-Kommission arbeitete sowie im Corpus inscriptionum Etruscarum, später leitete er auch das Corpus inscriptionum Latinarum. Seine ersten Akademievorträge hatten den antiken Begriff des Bellum Iustum sowie einen Kommentar des Porphyrios zur Harmonielehre des Ptolemaios zum Thema. [14] Von 1939 bis 1945 war er Vizepräsident der Union Académique Internationale und dort zugleich Vertreter des Verbandes der deutschen Akademien der Wissenschaften.[15]

Dem Nationalsozialismus stand Stroux distanziert gegenüber,[16] er war weder Mitglied der NSDAP noch verwendete er die nationalsozialistische Sprach- oder Gedankenwelt. Er wurde jedoch Ende 1933 Mitglied des NSLB, dessen als Hochschullehrer tätige Mitglieder ab 1935 in den NSDDB eingegliedert wurden, allerdings übernahm er in beiden Organisationen keine Funktionen.[17][18] Eine von der Universität Bonn im Jahr 1943 beantragte Verleihung einer Ehrenpromotion wurde aufgrund des „Fehlens jedes aktiven Eintretens für den Nationalsozialismus in weltanschaulicher Hinsicht“ abgelehnt.[19]

Nachkriegszeit, SBZ und DDR

Ehrengrab für Johannes Stroux auf dem Berliner Friedhof Pankow III

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatte Stroux erheblichen Anteil am Wiederaufbau und der Wiedereröffnung der Berliner Universität und der Akademie.[20][21] Hilfreich waren seine schnell sich entwickelnden sehr guten Beziehungen zu den Kontrolloffizieren der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) in Berlin-Karlshorst, insbesondere zu Pjotr Wassilewitsch Solotuchin, der Leiter der Abteilung Volksbildung der SMAD mit Offiziersrang und zugleich Rektor der Leningrader Universität war und zu Nikitin, einem promovierten Physiker. Stroux verhandelt nicht nur über wissenschaftliche und pädagogische Fragen, sondern auch über die Bereitstellung von Baumaterialien und Transportmitteln.[22][23] Am 13. Oktober 1945 wurde er von der SMAD und der Deutschen Verwaltung für Volksbildung (DZV) in Nachfolge von Eduard Spranger als kommissarischer Rektor der Berliner Universität eingesetzt, nachdem er von diesem bereits am 1. Juni 1945 beauftragt worden war, „erste Vorbereitungen für ein hoffentlich bald beginnendes erstes Semester“ zu treffen.[24] Durch diese Ernennung entzog die SMAD die Berliner Universität zugleich der Kontrolle durch die Alliierte Kommandantur sowie durch den Berliner Magistrat, und unterstellte sie der DZV. Am 29. Januar 1946 eröffnete Johannes Stroux nach offizieller Ernennung zum Rektor in einem feierlichen Festakt die Berliner Universität.[22] Die Investitur mit den Amtsinsignien wurde durch den Vertreter der DZV, den Mediziner Professor Brugsch vollzogen. Während seiner Rektoratszeit kam es zu Konflikten zwischen Studenten und der Universitätsverwaltung, die sich aus der zunehmenden Einflussnahme der SED, über die DZV und deren Leiter Paul Wandel, auf die Auswahl der Studenten und die Lehrinhalte ergaben, an denen sich auch Zeitungen wie der Westberliner Tagesspiegel beteiligten[25][26][27][28], der damals unter einer Lizenz der ICD der amerikanischen Militärregierung erschien.

Im Mai 1946 nahm er mit Spranger und Wolfgang Schadewaldt an der Pädagogen-Konferenz der DZV teil, deren Anliegen die Neugestaltung der pädagogischen und philosophischen Fakultät und ihrer Lehrpläne war, und wurde zum Vorsitzenden der Kommission „Philosophie, Pädagogik und Psychologie“ der Berliner Universität gewählt. Als Ergebnis wurde die pädagogische Fakultät mit der Aufgabe der Lehrerausbildung als neue Fakultät an der Berliner Universität aufgenommen.[29] Mit der DZV plante er eine Rektorenkonferenz für die Universitäten der Sowjetischen Besatzungszone im Juli 1946, bei der es um Grundprinzipien für den „zukünftigen demokratischen Aufbau der Universitäten“ gehen sollte. Im Gegensatz zum Vertreter der DZV, Josef Naas, betonte Stroux die Bedeutung der Forschung als Mittelpunkt der Idee der Universität, wobei er sich auf Karl Jaspers bezog. Anders als Jaspers sah Stroux jedoch die besondere Bedeutung der praktischen Wissenschaften für die Universität. Aufgrund seines Gesundheitszustandes war Stroux ab August 1947 beurlaubt und wurde vom Prorektor Hermann Dersch vertreten, der nach seinem offiziellen Rücktritt am 9. Dezember 1947 sein Nachfolger als Rektor wurde.[30] Die Umbenennung der Berliner Universität in „Humboldt-Universität" fand schließlich auf Vorschlag des Prorektors Stroux, nach Antrag des Akademischen Senats an die DZV, im Februar 1949 statt.[31]

Neben seiner Amtszeit von 1946 bis 1947 als erster gewählter Rektor der Humboldt-Universität nach ihrer Wiedereröffnung und als Prorektor von 1947 bis 1949 war er bis 1954 Inhaber des Lehrstuhls für klassische Philologie und wie bereits vor dem Krieg Direktor des altertumskundlichen Universitätsinstituts. Im Juni 1945 wurde er damit beauftragt, die Aufgaben des Präsidenten der Preußischen Akademie der Wissenschaften wahrzunehmen. Ein Jahr später wurde er erster Präsident ihrer Nachfolgeorganisation, der neu gegründeten Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin und späteren Akademie der Wissenschaften der DDR. Er übte das Amt bis 1951 aus und war anschließend bis 1954 Vizepräsident. Mit der Doppelfunktion als Rektor und als Akademiepräsident war Stroux 1946 in die Spitzenposition der deutschen Wissenschaft gerückt, da beide Einrichtungen die bedeutendsten in ihrer Art in ganz Deutschland waren.[32]

Am 14. Juni. 1945 legte Stroux dem Plenum der Akademie eine provisorische Fassung einer neuen Satzung vor. Dort hieß es:

„Die Akademie ist eine Gesellschaft von Gelehrten, die der Pflege und Mehrung der Wissenschaften dient, sie widmet sich in erster Linie der strengen Forschung, trägt bei zur Verbreitung der Wissenschaft in weiteren Kreisen und wirkt auf diese Weise mit an der Bewahrung und Fortentwicklung der Kultur.“

Ab Juni 1945 führte Stroux Verhandlungen über die Wiederzulassung der Akademie mit Oberst Berdeli von der SMAD, mit Generalmajor Kulebakin, dem Vertreter der sowjetischen Akademie der Wissenschaften sowie Vertretern der übrigen Besatzungsbehörden und des Berliner Magistrats. Erste Kontakte mit den russischen Militärbehörden waren bereits unmittelbar nach Ende der Kampfhandlungen vom Akademie-Direktor Helmut Scheel hergestellt worden. Die Verhandlungen waren besonders kritisch für die Akademie, da auch eine vollständige Schliessung möglich schien. Die Akademie begann umgehend mit der Wiederaufnahme ihrer durch die Kriegsereignisse unterbrochenen, damals größtenteil historisch und geisteswissenschaftlichen Arbeiten. Als am 27. Oktober 1945 die Alliierte Kommandantur den Etat der Akademie strich, schickte Stroux einen Brief an den obersten Chef der SMAD, Marschall Shukov, und bat um direkte Unterstellung unter die SMAD bis zur Bildung einer zentralen Regierung für Deutschland. Dieser Vorgang sicherte Stroux gleichzeitig für die gesamte Zeit seiner Präsidentschaft direkten Zugang zum obersten Befehlshaber bzw. dessen politischem Stellvertreter Semjonov, den er bei Problemen oder Wünschen für die Akademie nutzt.[20][21] In seiner Antwort empfahl Shukow die Unterstellung unter die ostzonale DZV, die dementsprechend am 1. Juli 1946 per Befehl der SMAD als „Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin“ wiederzugelassen wurde. Mit der Namensgebung DAW verbunden war das Ziel einer Zentralakademie, d. h. einer obersten wissenschaftlichen Einrichtung in Deutschland. Gleichzeitig wurde die Akademie nach sowjetischem Vorbild zur universellen Forschungsakademie ausgebaut, indem ihr auch die Verantwortung für die gesamte naturwissenschaftliche Forschung übertragen wurde. In diesem Zusammenhang wurden ihr diverse Institute, insbesondere die in der SBZ gelegenen Institute der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, der späteren Max-Planck-Gesellschaft, angegliedert und neue gegründet. Stroux verhandelt mit der SMAD erfolgreich über Rückführung ausgelagerter Forschungsmittel, Bibliotheken und Archive, ein neues Hauptgebäude am Gendarmenmarkt, Gründung des Akademie-Verlages, Erweiterung der Druckkapazität, Beschaffung ausländischer wissenschaftlicher Literatur, Institutsgebäude, Besoldung, Kurauffenthalte, Lebensmittelzuweisungen, Dienstfahrzeuge und auch um die direkte Unterstellung der Akademie unter die seit 1948 geschaffene DWK, anstelle der DZV. [33] Als es trotz der Kulturverordnung Semjonows von 1949, die den Ausbau der Akademie zum höchsten wissenschaftlichen Zentrum Deutschlands vorsah [21], zu einer Etatkürzung um ein Drittel kam, schickte Stroux 1950 einen letztlich erfolgreichen Protestbrief an Paul Wandel von der DZV und eine Kopie nach Karlshorst mit der Bitte um Unterstützung. [21]Dementsprechend wuchs die Akademie erheblich: so hatte sie Ende 1949 nun 120 ordentliche Mitglieder, während es 1946 61 gewesen waren, insgesamt 612 Mitarbeiter, davon 311 Wissenschaftler, sowie 20 Institute, 7 Forschungs- und Arbeitsstellen und einen Etat von etwa 12 Mio Mark, was einer Steigerung um das 14fache gegenüber 1946 entsprach. [34]

Das für 1950 als gesamtdeutsches „Fest der Wissenschaft“ geplante 250jährige Akademie-Jubiläum wurde von vielen im Westen lebenden eingeladenen Wissenschaftlern wegen der zunehmenden Spannungen zwischen den entstehenden deutschen Staaten nicht besucht. Es kam sogar zu einer Austrittswelle aus der Akademie, die durch ein nicht mit der Akademie abgesprochenes Glückwunschtelegramm des Akademie-Präsidenten Stroux zum 70. Geburtstag Stalins noch verstärkt wurde.[35][36][37] So erklärte unter anderem das Akademie-Mitglied Friedrich Meinecke, prominenter Historiker und erster Rektor der Freien Universität Berlin, öffentlichkeitswirksam kurz vor dem Jubiläum seinen Austritt aus der Akademie.[38] An der Akademie kritisiert wurde insbesondere die zunehmende Kontrolle der Vorgänge durch die SMAD und durch die SED, die sich vor allem bei der Zuwahl neuer Akademie-Mitglieder zeigte. Intern wurde diese Kontrolle durch den Akademiedirektor Josef Naas von der DZV realisiert, zu dem Stroux ein spannungsreiches Verhältnis hatte.[39][40]Im Präsidium der Akademie wegen des unautorisierten Telegramms angesprochen, bot Stroux den sofortigen Rücktritt an, der jedoch mit Hinweis auf die anstehenden Neuwahlen in der Akademie nicht angenommen wurde.[41]Da Stroux zu diesem Zeitpunkt bereits schwer erkrankt war, wurde die Wahl eines neuen Akademiepräsidenten erforderlich, während Stroux Vizepräsident wurde.[42]In der Folgezeit gibt die Akademie den gesamtdeutschen Anspruch, d.h. den Anspruch für die gesamte deutsche Wissenschaft zu sprechen und die Einheit der deutschen Wissenschaft zu wahren, auf und wird zur zentralen und höchsten wissenschaftlichen Körperschaft der DDR, mit dem Ziel, die Wissenschaft für die Wirtschaft nutzbar zu machen und das Ansehen der DDR im In- und Ausland zu mehren. [43]

Außer als Akademiepräsident fungierte Johannes Stroux von 1946 bis 1954 auch als Direktor des vom ihm initiierten Akademie-Instituts für Hellenistisch-römische Philosophie [44] [45]. Das Institut plante eine kritische Textausgabe der gesamten antiken Überlieferung der Schule Ekipurs sowie Arbeiten auf dem Gebiet der Stoa, der mittleren Platonischen Akademie, des jüngeren Aristotelischen Peripatos und der Skepsis. Leiter der Arbeiten wurde Berthold Häsler, seine weiteren Mitarbeiter waren u.a. Otto Luschnat, Emilie Boer, Jürgen Mau, Günther Freymuth und Ilse d'Orville von Loewenclau. Eine eigene kleine Veröffentlichungsreihe, größtenteils über Epikur, wurde herausgegeben, teilweise wurde auch im seit 1954 wieder erscheinenden Philologus publiziert.[46][47][48]Von 1955 bis 1961 wurde das Institut als Arbeitsgruppe im Akademie-Institut für Griechisch-Römische Altertumskunde weitergeführt.

Privat- und Familienleben

Johannes Stroux wurde 1886 in Hagenau geboren als achtes von neun Kindern des Ehepaars Heinrich Stroux und Franziska Faber. Heinrich Stroux war ein Gymnasialprofessor für Mathematik, Physik und Biologie, der mit seiner Familie nach 1871 von Essen nach Hagenau gezogen war, um am dortigen Gymnasium zu unterrichten, wo auch Johannes Stroux und seine Brüder ihre Schulausbildung erhielten. [49] Johannes Stroux verlor seinen Vater bereits 1899, im Alter von 13 Jahren. Nach Studium und ersten Professuren heiratete er 1922 in Basel Paula Speiser, die aus einer bekannten baseler Familie stammte und sich nach einer Ausbildung in sozialer Arbeit in der Londoner Settlement-Bewegung und in Basel engagierte, aber auch eine erfolgreiche Geigenspielerin war.[50][51][52] Johannes Stroux wurde Vater von sieben Kindern. In München fand das Ehepaar einen weiten Freundeskreis. Johannes Stroux wurde in Basel, München und Berlin Mitglied in mehreren Vortrags-Gruppen, wie dem Professorenkränzchen und der Mittwochsgesellschaft, in denen man sich in kleinem Kreise traf, Vorträge hielt und Geselligkeit pflegte. Durch seine erfolgreichen wissenschaftlichen Publikationen und seine Professuren war er seit den 20er Jahren bei den Alt-Philologen Deutschlands bekannt und arbeitete mit vielen zusammen. Insbesondere mit Werner Jaeger bestand lange ein intensiver freundschaftlicher Briefwechsel. In Berlin gab es häufige Treffen mit dem Ehepaar Schadewaldt, nach dem Krieg mit dem Ehepaar Friedrich Zucker. Am 10. März 1944 überlebte er zusammen mit seiner Familie in ihrem Wohnhaus in Berlin-Lichterfelde nur knapp einen schweren nächtlichen Bombenangriff auf Berlin.[53] Seinen ältesten Sohn, der als Soldat einer Fernmeldeeinheit im Samland im Einsatz war, verlor er Anfang 1945 durch den Krieg. Johannes Stroux selbst wurde kurz vor Kriegsende im Alter von fast 60 Jahren zum Volkssturm eingezogen, erlebte jedoch keinen Kampfeinsatz.[54] Er behielt seinen Wohnsitz bis Anfang 1951 in West-Berlin und zog erst dann in den Ortsteil Niederschönhausen in Ost-Berlin. Die meisten seiner Kinder verlassen bis 1954 die DDR. Nach dem Tod seiner Frau 1954 beantragte Stroux seine Emeritierung von der Humboldt-Universität, an der er bis zuletzt gelehrt und geprüft hatte, um sich ganz der Arbeit in der Akademie widmen zu können. Die Bestätigung des Antrags erreichte ihn jedoch nicht mehr. [55]Johannes Stroux starb 1954 in Berlin nach längerer schwerer körperlicher Krankheit.[56][57]

Wirken

In der Wissenschaft

Die Forschungsgebiete, die Johannes Stroux besonders anzogen, waren seinen eigenen Angaben zufolge „die philologische Textkritik, die Sprach- und Stilgeschichte und die zu den antiken Rednern und der Rhetorik gehörenden Teile der antiken Rechtsgeschichte“.[58] Besonderer Schwerpunkt seiner Forschung war die römische Rechtsgeschichte. Einzelne Arbeiten beschäftigen sich mit der Rechtspolitik der Kaiser Augustus, Claudius und Caracalla. Des Weiteren veröffentlichte er Beiträge zur Papyrologie, der Epigraphik speziell lateinischer Inschriften und der römischen Literaturgeschichte.[59]Er veröffentlichte fast ausschließlich in deutscher Sprache, z.T. auch in Latein, und überwiegend in den Publikationsreihen der Bayerischen, der Preußischen bzw. der Deutschen Akademie der Wissenschaften sowie im Philologus. Die Reviews seiner Arbeiten in französischen, italienischen, englischen und deutschen Fachzeitschriften und seine Mitgliedschaft in verschiedenen europäischen Akademien und wissenschaftlichen Organisationen zeigen ihn als Wissenschaftler mit Wirkung im europäischen Raum. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Publikationstätigkeit liegt in den Jahren zwischen 1920 und 1940. Ab diesem Zeitpunkt treten andere Aktivitäten in den Vordergrund, die zur Veröffentlichung von wissenschaftspolitischen Reden und Interviews führen. Es existiert ausserdem ein Anzahl unveröffentlichter Arbeiten.[60][61]

Neben seiner Forschungsarbeit wirkte Johannes Stroux auf vielfältige Weise als Wissenschaftsorganisator. Sowohl vor als auch nach dem Zweiten Weltkrieg leitete er mehrere Kommissionen und Wissenschaftsunternehmen zunächst der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, dann der Preußischen Akademie beziehungsweise der Deutschen Akademie der Wissenschaften sowie anderer Akademien. So war er von 1934 bis 1949 Vorsitzender der Internationalen Herausgeberkommission der Union Académique Internationale für den Thesaurus Linguae Latinae, das vollständigste Wörterbuch der lateinischen Sprache, 1937-1945 Vorsitzender der Thesaurus-Kommission im Verband der deutschen Akademien der Wissenschaften und gleichzeitig 1946-1954 der Vertreter der DAW bei dem Thesaurus. Ebenso war er von 1938 bis 1945 und von 1950 bis 1954 Leiter des Akademie-Unternehmens Corpus Inscriptionum Latinarum, einer Sammlung aller Inschriften des römischen Reiches, von 1938 bis 1945 Leiter der Prosopographia Imperii Romani, einer Darstellung der Führungsschichten des Imperiums von Augustus bis Diokletian, von 1950 bis 1954 Vorsitzender des Projekts Corpus Inscriptionum Etruscarum, deren Arbeit jedoch ruhte, und des Unternehmens Rhetores Graeci sowie von 1952 bis 1954 als Nachfolger Wolfgang Schadewaldts Vorsitzender des Corpus Medicorum Graecorum/Latinorum und des Polybios-Lexikons.[62] Von 1946 bis 1950 war er Mitglied des Akademie-Unternehmens Goethe-Wörterbuch, unter dem Vorsitz von Wolfgang Schadewaldt, welches eine umfassende lexikalische Erschliessung des Wortschatzes Goethes anstrebte. Von 1946 bis 1954 hatte Stroux den Vorsitz der Leibniz-Kommission der Akademie inne sowie den Vorsitz der Kommission für spätanktike Religionsgeschichte, deren Ziel die umfassende Ausgabe des griechischen und lateinischen Kirchenschrifttums der ersten drei nachchristlichen Jahrhunderte war.[63] Ebenso war er von 1946 bis 1950 Leiter des Unternehmens Deutsche Literaturzeitung, welche kritische Besprechungen von Arbeiten auf geisteswissenschaftlichem Gebiet veröffentlichen sollte. Von 1952 bis 1953 war er Mitherausgeber der Akademie-Zeitschrift Wissenschaftliche Annalen, deren Aufgabe die Verbreitung neuer Forschungsergebnisse war und Mitglied der Kommission zur Popularisierung der Wissenschaften. Insbesondere war er von 1946 bis 1954 Direktor des Akademie-Instituts für Griechisch-Römische Altertumskunde bzw. ab 1952 der Sektion für Altertumswissenschaften. Darüber hinaus war er Mitbegründer des von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Mittellateinischen Wörterbuchs bis zum ausgehenden 13. Jahrhundert.

Reisen zu wissenschaftlichen Vorträgen und wissenschaftsorganisatorischen Zwecken führten ihn 1937 nach Basel, 1939 nach London zur Konferenz der Union Académique Internationale mit Heinrich von Srbik, 1941 nach Lund in Schweden, 1942 nach Barcelona und Madrid zum Instituto Antonio de Nebrija[64], 1943 nach Rom und Bologna, 1948 nach Basel und erneut nach Schweden.[65] 1949 besuchte Stroux zusammen mit dem Bergmann und Nationalpreisträger Adolf Hennecke in einer Reisegruppe zuerst Leningrad, dann Moskau, wo er Wawilow traf, den Präsidenten der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften, und danach Tiflis in Georgien.[66][67] Gemeinsam mit seiner Frau reiste er 1952 nach Paris zum zweiten Internationalen Epigraphiker-Kongress.[68]

In der Politik

Johannes Stroux war erster Vizepräsident des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands und in dieser Eigenschaft bis zu seinem Tode Abgeordneter der Volkskammer. Er nahm von 1947 bis 1949 an der Volkskongressbewegung teil, 1947 wurde er in das Präsidium des ersten Deutschen Volkskongresses gewählt.[69] An der Gründung der DDR durch Konstituierung der provisorischen Volkskammer aus dem Deutschen Volksrat am 7. Oktober 1949 war er als Präsidiumsmitglied in einer Reihe mit Otto Grotewohl, Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht beteiligt. Von 1950 bis 1954 war er Mitglied des Nationalrates der Nationalen Front.[62] Bereits in der dritten Sitzung der Volkskammer am 12. Oktober 1949 hielt Johannes Stroux eine Rede, in der er im Namen des Kulturbundes die Loyalität aller Kulturschaffenden mit der neuen Regierung erklärte, der Sowjetunion für die „Rettung deutscher Kulturgüter [und für die] Ermöglichung der weiteren Arbeit der Bildungsstätten und der wissenschaftlichen Institute“ dankte, sich gegen die „im Westen betriebene Zerreißung der deutschen Einheit“ wandte und dringend um die Schaffung neuer Unterkünfte für wissenschaftliche Institute bat.[70]

Am 29. Januar 1951 hielt Stroux im Anschluss an eine Regierungserklärung Otto Grotewohls eine zweite Rede, in der er sich gegen die Remilitarisierungsbestrebungen von Konrad Adenauer sowie für die „Wiedervereinigung unseres Vaterlandes auf friedlicher und demokratischer Grundlage“ aussprach und vor einer Kriegsgefahr warnte. Anschließend richtete er im Namen aller Fraktionen einen Vorschlag an den Deutschen Bundestag zur Bildung eines „paritätisch besetzten Ausschusses zur Vorbereitung gesamtdeutscher Wahlen“,[71] der von der Regierung Konrad Adenauers jedoch abgelehnt wurde. [72] Johannes Stroux nahm außerdem 1950 am Weltfriedenskongress in Wahrschau teil, wurde Mitglied des Zentralvorstandes der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft und Präsident der Gesellschaft für Frieden und gute Nachbarschaft mit der Volksrepublik Polen.[62] Im Namen der Akademie, als Hüterin Deutscher Kultur, richtete Stroux im Jahr 1950 ein Memorandum an Grotewohl und Ulbricht, in dem er sich gegen die geplante endgültige Zerstörung des Berliner Stadtschlosses aussprach.[73] Die Urheber des Aufstandes vom 17. Juni 1953 verurteilte Stroux.[74][75]

Auszeichnungen

Johannes Stroux war ab 1929 ordentliches und nach seinem Wechsel nach Berlin ab 1936 korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie ab 1937 ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften beziehungsweise nach dem Zweiten Weltkrieg der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1943 wurde Stroux zum auswärtigen Mitglied der Accademia Letteraria Italiana Arcadia und der Königlichen Gesellschaft der Geisteswissenschaften Lund[76] sowie 1954 zum ordentlichen Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften ernannt.[77] Die Universität Leipzig verlieh ihm 1946 einen Ehrendoktortitel.

1919 wurde ihm der Rotkreuz-Orden zweiter Klasse verliehen.[78] In der DDR erhielt Johannes Stroux mehrere hochrangige staatliche und wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter 1950 den Nationalpreis der DDR erster Klasse und 1954 den Vaterländischen Verdienstorden in Gold. Die Volksrepublik Polen ehrte ihn mit dem zweithöchsten Orden Polens, dem Orden Polonia Restituta, in der Klasse Kommandeurskreuz mit Stern.[62]

Die Akademie der Wissenschaften der DDR stiftete 1980 zum Gedenken an ihn die Johannes-Stroux-Medaille, die von 1981 bis 1990 an Mitglieder der Akademie und an Mitarbeiter der Akademie-Institute verliehen wurde. Zum 100. Geburtstag von Johannes Stroux veranstalteten der Kulturbund und die Akademie der Wissenschaften Kolloquien über sein Wirken und veröffentlichten die Vorträge in Buchform.[79][80]

Schriften (Auswahl)

  • De Theophrasti Virtutibus Dicendi. Dissertationsschrift. Teubner, Leipzig 1912.
  • Handschriftliche Studien zu Cicero De oratore. Die Rekonstruktion der Handschrift von Lodi. Habilitationsschrift. Teubner, Leipzig 1921.
  • Summum ius summa iniuria: Ein Kapitel aus der Geschichte der interpretatio iuris. Teubner, Leipzig 1926.
  • Nietzsches Professur in Basel. Frommannsche Buchhandlung, Jena 1925.
  • Eine Gerichtsreform des Kaisers Claudius. Bayerische Akademie der Wissenschaften, München 1929.
  • Die Foruminschrift beim Lapis niger In: Philologus Vol. 86 (1931), p. 460.
  • Römische Rechtswissenschaft und Rhetorik. Verlag Eduard Stichnote, Potsdam 1949.
  • Vom Wesen der Kultur. Auszüge aus einer Ansprache zur Eröffnung der Berliner Universität. In: Aufbau: Kulturpolitische Monatsschrift. Jahrgang 1. Herausgegeben vom Kulturbund zur Demokratischen Erneuerung Deutschlands. Aufbau Verlag, Berlin 1946, S. 111–116.

Literatur

  • Bernd-Rainer BarthStroux, Johannes. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Ch. Links Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, Band 2.
  • Kurzbiographie zu: Stroux, Johannes. In: Werner Hartkopf: Die Berliner Akademie der Wissenschaften: Ihre Mitglieder und Preisträger 1700–1990. Akademie-Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-05-002153-5, S. 351 f.
  • Fridolf Kudlien: Johannes Stroux (1886–1954). In: Eikasmós. Quaderni Bolognesi di Filologia Classica. 4/1993. Universität Bologna, S. 357–364, ISSN 1121-8819
  • Sören Flachowsky: Der Wissenschaftsorganisator Johannes Stroux an der Berliner Universität 1945–1947. In: Jahrbuch für Universitätsgeschichte. 7/2004. Franz Steiner Verlag, S. 191–214, ISSN 1435-1358
  • Philologus: Johannes Stroux. Herausgeber des Philologus 1929-1954 In: Philologus, 99 (1954/1955) p. 1-3.
  • Jürgen Dummer: Johannes Stroux in memoriam In: Philologus, 124:2 (1980) p. 290-296.
  • Stroux, Johannes. In: Petra Boden, Rainer Rosenberg: Deutsche Literaturwissenschaft 1945–1965: Fallstudien zu Institutionen, Diskursen, Personen. Akademie-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-05-002930-7, S. 431f.
  • Berthold Häsler: Bibliographie Johannes Stroux. In: Johannes Irmscher (Red.), Werner Radig (Red.): Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1946–1956. Herausgegeben von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Akademie-Verlag, Berlin 1956.

Weblinks

 Commons: Johannes Stroux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Preußische Akademie der Wissenschaften: Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Jahrgang 1938. Philosophisch-historische Klasse. Verlag der Akademie der Wissenschaften, Berlin 1938. S. CIIIff.
  2. Johannes Irmscher: Johannes Stroux. Altertumsforscher - Wissenschaftsorganisator - Humanist. In: Heinz Stiller (Hrsg.) Altertumsforscher - Wissenschaftsorganisator - Humanist: Zum 100. Geburtstag von Johannes Stroux. Akademie-Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-05-000520-3, S. 20
  3. Eckart Mensching: Nugae zur Philologie-Geschichte 4. Über U. von Wilamowitz-Moellendorff, W. Kranz, W. Jaeger und andere. Univ.-Bibliothek der Techn. Univ., Abt. Publ. 1991, ISBN 3-7983-1393-8., S. 27
  4. Lebenslauf im Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Akademieleitung 720, Blatt 4
  5. a b Sören Flachowsky: Der Wissenschaftsorganisator Johannes Stroux an der Berliner Universität 1945–1947. In: Jahrbuch für Universitätsgeschichte. 7/2004. Franz Steiner Verlag, S. 197
  6. Johannes Irmscher: Johannes Stroux, der erste Präsident der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät. 15/1996. Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, S. 40 ISSN 0947-5850
  7. Anonymous: Johannes Stroux. Herausgeber des Philologus 1929–1954. In: Philologus. Jahrgang 99, 1954/1955. Akademie-Verlag, S. 1, ISSN 0031-7985
  8. Fridolf Kudlien: Johannes Stroux (1886–1954). In: Eikasmós. Quaderni Bolognesi di Filologia Classica. 4/1993. Universität Bologna, S. 360, ISSN 1121-8819
  9. Johannes Irmscher: Johannes Stroux. Altertumsforscher - Wissenschaftsorganisator - Humanist In: Heinz Stiller (Hrsg.) Altertumsforscher - Wissenschaftsorganisator - Humanist: Zum 100. Geburtstag von Johannes Stroux. Akademie-Verlag, Berlin 1987, ISBN 3050005203, S. 24
  10. Eckart Mensching: Nugae zur Philologie-Geschichte 2. Über Ed. Norden, F. Jacoby, W. Jaeger, R. Pfeiffer, G. Rhode und andere. Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin, Berlin 1989, ISBN 3-7983-1265-6
  11. Eckart Mensching: Nugae zur Philologie-Geschichte 4. Über U. von Wilamowitz-Moellendorff, W. Kranz, W. Jaeger und andere. Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin, Berlin 1991, ISBN 3-7983-1393-8, S. 25–75
  12. Kurt Aland (Hrsg.): Glanz und Niedergang der deutschen Universität. 50 Jahre deutscher Wissenschaftsgeschichte in Briefen an und von Hans Lietzmann (1892-1942) de Gruyter, Berlin 1979,ISBN 3-11-004980-5, S. 870
  13. Klaus Scholder: Die Mittwochsgesellschaft. Protokolle aus dem geistigen Deutschland 1932–1944. Zweite Auflage. Severin und Siedler, Berlin 1982, ISBN 3-88680-030-X; Eckart Mensching: Nugae zur Philologie-Geschichte 7. Über Theodor Mommsen, Hermann Diels, Johannes Stroux, Joachim Stenzel und andere. Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin, Berlin 1994. ISBN 3-7983-1600-7
  14. Preußische Akademie der Wissenschaften: Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Jahrgang 1938. Philosophisch-historische Klasse. Verlag der Akademie der Wissenschaften, Berlin 1938. S. X-XI,CIIIff.,155,244.
  15. Wolfgang Knobloch: Biogramm Johannes Stroux. in: Heinz Stiller (Hrsg.) Altertumsforscher - Wissenschaftsorganisator - Humanist: Zum 100. Geburtstag von Johannes Stroux. Akademie-Verlag, Berlin 1987
  16. Eckart Mensching: Zum 100. Geburtstag von Johannes Stroux. In: Eckart Mensching: Nugae zur Philologie-Geschichte 1.. Selbstverlag, Berlin 1989, S. 42
  17. Personalakte (Band 4, Blatt 2) im Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin
  18. Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde: Der Beauftragte des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP: Amt Wissenschaft, NS 15/239, Bl. 220-234
  19. Werner Buchholz (Hrsg.): Die Universität Greifswald und die deutsche Hochschullandschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Reihe: Pallas Athene. Beiträge Zur Universitäts- Und Wissenschaftsgeschichte. Band 10. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-51-508475-4, S. 327
  20. a b Roland Köhler: Zur Akademie-Konzeption von Johannes Stroux 1945. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät. 15/1996. Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, S. 43–58, ISSN 0947-5850
  21. a b c d Peter Nötzoldt: Es muß ein Organ geschaffen werden, das stark genug ist, um Anspruch zu erheben, im einheitlichen Deutschland eine Rolle auf dem Gebiet der Wissenschaft zu spielen“ (Die Einflussnahme der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland auf die Entwicklung der Akademie im Nachkriegsdeutschland). In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät. 15/1996. Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, S. 99–122, ISSN 0947-5850
  22. a b Sören Flachowsky: Der Wissenschaftsorganisator Johannes Stroux an der Berliner Universität 1945–1947. In: Jahrbuch für Universitätsgeschichte. 7/2004. Franz Steiner Verlag, S. 203, ISSN 1435-1358
  23. Pjotr I. Nikitin: Zwischen Dogma und gesundem Menschenverstand. Wie ich die Universitäten der deutschen Besatzungszone "sowjetisierte"; Erinnerungen des Sektorleiters Hochschulen und Wissenschaft der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland. Akademie-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-05-003174-3, S. 63ff
  24. Sören Flachowsky: Der Wissenschaftsorganisator Johannes Stroux an der Berliner Universität 1945–1947. In: Jahrbuch für Universitätsgeschichte. 7/2004. Franz Steiner Verlag, S. 169 und S. 201, ISSN 1435-1358
  25. Sören Flachowsky: Der Wissenschaftsorganisator Johannes Stroux an der Berliner Universität 1945–1947. In: Jahrbuch für Universitätsgeschichte. 7/2004. Franz Steiner Verlag, S. 204ff., ISSN 1435-1358
  26. Bildnis eines Rektors. Zur geistigen Krise an der Berliner Universität. In: Der Tagesspiegel. Nr. 251 vom 25. Oktober 1946, Beiblatt
  27. Der Fall Stroux. In: Der Tagesspiegel. Nr. 89 vom 15. Februar 1947, Beiblatt
  28. Hinter Humboldts Rücken. Seinem Gewissen und der SMA In: DER SPIEGEL 17/1948, 24. April 1948, S. 3-4
  29. Sören Flachowsky: Der Wissenschaftsorganisator Johannes Stroux an der Berliner Universität 1945–1947. In: Jahrbuch für Universitätsgeschichte. 7/2004. Franz Steiner Verlag, S. 209–212, ISSN 1435-1358
  30. Sören Flachowsky: Der Wissenschaftsorganisator Johannes Stroux an der Berliner Universität 1945–1947. In: Jahrbuch für Universitätsgeschichte. 7/2004. Franz Steiner Verlag, S. 213ff., ISSN 1435-1358
  31. Reimer Hansen: Von der Friedrich-Wilhelms-Universität zur Humboldt-Universität zu Berlin. die Umbenennung der Berliner Universität 1945 bis 1949 und die Gründung der Freien Universität Berlin 1948. Humboldt-Universität 2009, ISBN 978-3-9813135-7-4, S. 99
  32. Rudolf Landrock: Die Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1945–1971. Erster Band. Deutsche Gesellschaft für Zeitgeschichtliche Fragen, Erlangen 1977, ISBN 3-88150-017-0, S. 36
  33. Peter Nötzoldt: Es muß ein Organ geschaffen werden, das stark genug ist, um Anspruch zu erheben, im einheitlichen Deutschland eine Rolle auf dem Gebiet der Wissenschaft zu spielen“ (Die Einflussnahme der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland auf die Entwicklung der Akademie im Nachkriegsdeutschland). In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät. 15/1996. Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, S. 113, ISSN 0947-5850
  34. Jürgen Kocka (Hrsg.), Peter Nötzoldt (Mitarb.) Die Berliner Akademien der Wissenschaften im geteilten Deutschland 1945 - 1990 / Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Berliner Akademiegeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Akademie-Verlag, Berlin 2002, S.42ff., ISBN 3050035447
  35. Rudolf Landrock. Die Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1945-1971. Bd.1, ISBN 3-88150-017-0, S.&bnsp;43
  36. Peter Th. Walther: Das Akademiejubiläum von 1950. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät. 29/1999. Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, ISSN 0947-5850 ISBN 3-89626-209-2
  37. Für eine neue Akademie. Hans Nachtsheim vor dem Kongreß. In: Der Tagesspiegel. Nr. 1457 vom 28. Juni 1950, Beiblatt
  38. Erklärung. In: Deutsche Universitätszeitung, 1950, Heft 13, S./nbsp;6
  39. Pjotr I. Nikitin: Zwischen Dogma und gesundem Menschenverstand. Wie ich die Universitäten der deutschen Besatzungszone "sowjetisierte"; Erinnerungen des Sektorleiters Hochschulen und Wissenschaft der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland. Akademie-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-05-003174-3, S. 132ff
  40. Werner Scheler und Werner Hartkopf: Gespräch über die Wiedereröffnung der Berliner Akademie nach dem zweiten Weltkrieg und über den Neubeginn ihrer Tätigkeit. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät., Band 32, Heft 5, 1999. Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, S. 108–139 (speziell S. 128), ISSN 0947-5850
  41. Peter Th. Walther: Das Akademiejubiläum von 1950. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät. 29/1999. Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, ISSN 0947-5850 ISBN 3-89626-209-2, S. 8
  42. Werner Scheler und Werner Hartkopf: Gespräch über die Wiedereröffnung der Berliner Akademie nach dem zweiten Weltkrieg und über den Neubeginn ihrer Tätigkeit. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät., Band 32, Heft 5, 1999. Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, S. 122, ISSN 0947-5850
  43. Rudolf Landrock: Die Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1945–1971. Erster Band. Deutsche Gesellschaft für Zeitgeschichtliche Fragen, Erlangen 1977, ISBN 3-88150-017-0, S. 42ff.
  44. Johannes Stroux: Ansprache des Präsidenten Johannes Stroux bei der Eröffnungsfeier der Akademie am 1. August 1946. In: Johannes Irmscher (Red.), Werner Radig (Red.): Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1946–1956. Herausgegeben von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Akademie-Verlag, Berlin 1956, S. 21
  45. Friedrich Zucker: In memoriam Johannes Stroux. In: Forschungen und Fortschritte. 28(10)/1954. Akademie-Verlag, S. 318
  46. Josef Naas: Bericht über die Arbeit der Akademie seit 1. August 1946. In: Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin: Jahrbuch der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1946-1949. Akademie Verlag, Berlin 1950
  47. Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin: Jahrbuch der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1950-1951. Akademie Verlag, Berlin 1951, S. 143
  48. Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin: Jahrbuch der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1954. Akademie Verlag, Berlin 1956, S. 276-278
  49. Gymnasium zu Hagenau i.E.: Programm des Gymnasiums zu Hagenau, Reihe, Gilardone, Hagenau 1871-1896.
  50. Archiv der Humboldt-Universität: Personalakte
  51. Zur Erinnerung. Johannes Stroux 1886-1954, Paula Stroux-Speiser 1892-1954. Druckschrift anläßlich des Ablebens des Ehepaars Stroux, 1954.
  52. Johannes Irmscher: Johannes Stroux, der erste Präsident der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät. 15/1996. Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, S. 37–41 (speziell S. 39), ISSN 0947-5850
  53. Klaus Scholder: Die Mittwochsgesellschaft. Protokolle aus dem geistigen Deutschland 1932–1944. Zweite Auflage. Severin und Siedler, Berlin 1982, ISBN 3-88680-030-X, S. 322
  54. Personalakte im Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin, Band 3,Blatt 85
  55. Archiv der Humboldt-Universität: Personalakte.
  56. Jürgen Dummer: Johannes Stroux in memoriam. In: Philologus. 124(2)/1980. Akademie-Verlag, S. 295, ISSN 0031-7985
  57. Victor Klemperer: So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. Tagebücher 1945–1959. Akademie-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-351-02393-6, S. 450 und S. 479
  58. Eigenhändiger Lebenslauf im Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie, Akademieleitung 720, Blatt 4.
  59. Personalakte: Archiv der Humboldt-Universität
  60. Friedrich Zucker: Nachruf auf Johannes Stroux In: Deutsche Akademie der Wissenschaften Jahrbuch der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1954. Akademie-Verlag, Berlin 1956.
  61. Fridolf Kudlien: Johannes Stroux (1886–1954). In: Eikasmós. Quaderni Bolognesi di Filologia Classica. 4/1993. Universität Bologna, S. 357–364, ISSN 1121-8819
  62. a b c d Wolfgang Knobloch: Biogramm Johannes Stroux. in: Heinz Stiller (Hrsg.) Altertumsforscher - Wissenschaftsorganisator - Humanist: Zum 100. Geburtstag von Johannes Stroux. Akademie-Verlag, Berlin 1987
  63. Deutsche Akademie der Wissenschaften: Jahrbuch der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1946-1949. Akademie-Verlag, Berlin 1950.
  64. Anonymous: España trabaja activamente en Filología y Arqueología. Juicios del Dr. Stroux, de la Universidad de Berlín. In: El Español. Semanario de la política y del espíritu Madrid, 14 de noviembre de 1942. año I, nº 3, páginas 1 y 10
  65. Personalakte: Archiv der Humboldt-Universität
  66. Anonymus: Zurück aus der Sowjetunion. Deligierte der Gesellschaft zum Studium der Sowjetunion berichten. In: Die Neue Gesellschaft. Zeitschrift der Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion., Nr. 7 1949, S. 507-514.
  67. Werner Scheier: Johannes Stroux - der Wissenschaft und dem Humanismus verpflichtet. In: Heinz Stiller (Hrsg.) Altertumsforscher - Wissenschaftsorganisator - Humanist : zum 100. Geburtstag von Johannes Stroux. Akademie Verlag, Berlin 1987, ISBN 3050005203, S. 7
  68. Bundesarchiv Lichterfelde: Akte Dy 30/IV2/11 v. 466
  69. Humanismus-Ideal und Tat. Johannes Stroux zum 100, Geburtstag. Herausgegeben vom Kulturbund der DDR, Berlin 1987, S. 22
  70. Provisorische Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik, Sitzungsprotokolle, 3. Sitzung, 12. Oktober 1949, S. 17
  71. Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik, Sitzungsprotokolle Band 1, S. 80–83
  72. Kabinettsprotokolle der Bundesregierung 1951, Sondersitzung der Bundesregierung am 30. Januar 1951, Tagesordnungspunkt 1. Gegenstand: Rede Grotewohls vom 29. Januar 1951 vor der Volkskammer
  73. Bernd Maether: Die Vernichtung des Berliner Stadtschlosses. Eine Dokumentation. Berlin-Verlag Spitz, Berlin 2000, ISBN 3-8305-0117-X, S. 82
  74. Rudolf Landrock: Die Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1945–1971. Erster Band. Deutsche Gesellschaft für Zeitgeschichtliche Fragen, Erlangen 1977, ISBN 3-88150-017-0, S. 36
  75. Matthias Judt (Hg.): DDR-Geschichte in Dokumenten. Beschlüsse, Berichte, Interne Materialien und Alltagszeugnisse. 2. Auflage. Ch. Links Verlag, Berlin 1989, S. 280, ISBN 3-86 153-142-9
  76. Forschungen und Fortschritte. Personalnachrichten. Deutsche Wissenschaft und Ausland. In: Nachrichtenblatt der Deutschen Wissenschaft und Technik, Organ des Reichsforschungsrates. 19. Jahrgang (1943), Nummer 23/24. Herausgegeben vom Reichsforschungsrat, S. 252
  77. Wolfgang Knobloch: Biogramm Johannes Stroux. in: Heinz Stiller (Hrsg.) Altertumsforscher - Wissenschaftsorganisator - Humanist: Zum 100. Geburtstag von Johannes Stroux. Akademie-Verlag, Berlin 1987, S. 32
  78. Personalfragebogen im Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie, Personalia
  79. Kulturbund der DDR: Humanismus-Ideal und Tat. Johannes Stroux zum 100. Geburtstag. Beiträge aus dem Kolloquium des Präsidiums des Kulturbundes der DDR am 29.September 1986 in Berlin. Kulturbund der DDR, Berlin 1987.
  80. Heinz Stiller (Hrsg.): Altertumsforscher - Wissenschaftsorganisator - Humanist: Zum 100. Geburtstag von Johannes Stroux. Akademie-Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-05-000520-3.

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