Analogie (Rhetorik)

Die Analogie als rhetorischer Begriff bezeichnet ein Stilmittel, in welchem ähnliche Strukturen oder Sachverhalte in einen Zusammenhang gestellt werden.

Dieses Stilmittel wird häufig dazu verwendet, sich schon bekannte Informationen aus einem vergleichbaren Sachzusammenhang, oder auch einen in einem vergleichbaren Zusammenhang bereits gefundenen Konsens, zur Veranschaulichung eines anderen Zusammenhanges oder zur Verstärkung eines Argumentes in einem anderen Zusammenhang zunutze zu machen.

Wenn aus dem schon bekannten Sachzusammenhang konkrete Schlussfolgerungen für den neuen, vergleichbaren Sachzusammenhang gezogen werden, spricht man auch von einem Analogieschluss.

Vereinfacht ausgedrückt wird bei einer Analogie ein Problem aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und angegangen. Hat man z. B. ein Problem mit seiner Arbeit, kann man in eine andere Branche schauen, wie ähnliche Probleme gelöst wurden. Dabei wird das Problem so weit abstrahiert, dass genügend Analogien zu finden sind. Eine konkrete Problemlösung sollte allerdings deutlich erkennbar sein, d. h. der Abstraktionsgrad darf auch nicht zu weit gewählt werden.

Beispiele

  • „Gleichheit ist die Seele der Freundschaft.“ (Aristoteles)
  • Das Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei.“ wird gerne gebraucht, um durch Analogie gegen demokratische Entscheidungsstrukturen zu argumentieren.

Literatur

  • M.J.F.M. Hoenen: „Analogie“. In: G. Ueding (Hg.), Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Bd. 1. Tübingen 1992. Sp. 498–514.
  • K. Gloy/M. Bachmann (Hgg.): Das Analogiedenken. Vorstöße in ein neues Gebiet der Rationalitätstheorie. Freiburg/München 2000.
  • H.-G. Coenen: Analogie und Metapher. Grundlegung einer Theorie der bildlichen Rede. Berlin/New York 2002.

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