Ancus Marcius
Phantasieporträt (Denar, 1. Jhdt. v. Chr.)

Ancus Marcius (auch Martius) (* 675 v. Chr. ?; † 616 v. Chr.) ist der mythische vierte König von Rom. Die Historizität seiner Existenz und aller Umstände und Einzelheiten seines Lebens ist unsicher.

Ancus Marcius war der Enkel des Königs Numa Pompilius und wurde 640 v. Chr. nach Tullus Hostilius zum König (rex) gewählt. Obwohl er, wie sein Großvater, als gerechtigkeitsliebend und religiös galt, führte er einige Kriege, so gegen die Sabiner. Außerdem musste er sein Heer gegen die eigene aufständische Bevölkerung einsetzen, da diese ihn als schwach ansah und stürzen wollte. An der damaligen Mündung des Flusses Tiber ließ er die Hafenstadt Ostia erbauen und verband die Tiberufer in Rom mit einer Pfahlbrücke. Diese Pfahlbrücke galt in der Antike als die erste hölzerne Brücke der Welt.

Er errichtete in der Stadt auch das erste Gefängnis. Ancus Marcius belebte viele Einrichtungen und Gebräuche, die einst sein Großvater eingeführt hatte und die nach dessen Tod in Vergessenheit geraten waren. Er soll außerdem in seiner 24jährigen Regierungszeit die Macht und Größe Roms stark vermehrt haben. Da er als guter König galt, war er auch in Zeiten der Republik erstaunlich populär: Die Marcier führten sich auf ihn zurück, und auch Gaius Julius Caesar beanspruchte, von ihm abzustammen.

Quellen

Literatur

Weblinks

 Commons: Ancus Marcius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Tullus Hostilius König von Rom
640–616 v. Chr.
Lucius Tarquinius Priscus



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  • Ancus Marcius — /ang keuhs mahr shee euhs, sheuhs/, Rom. Legend. a king of Rome, during whose reign the first bridge across the Tiber was constructed …   Useful english dictionary

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