Anschläge von Casablanca

Die Anschläge von Casablanca vom 16. Mai 2003 waren fünf aufeinander abgestimmte Selbstmordanschläge auf jüdische Einrichtungen und Orte westlichen Lebensstils in Casablanca. Die Anschläge forderten über 40 Todesopfer, es gab mehr als 100 Verletzte.

Täterschaft

Von den vierzehn Attentätern, ausschließlich marokkanische Staatsangehörige, wurden zwölf getötet. Zwei der Attentäter konnten festgenommen werden. Vier weitere Mittäter wurden zum Tode verurteilt, weitere 30 erhielten lebenslange Haftstrafen wegen der Vorbereitung weiterer Anschläge.

Es handelte sich um islamistisch motivierte Anschläge. Die Anschläge werden der Gruppierung Salafiya Jihadia zugerechnet.

Folgen/Einordnung

Die Attentate veränderten die politische Atmosphäre in Marokko. In einer Reaktion auf die Attentate bezeichnete der marokkanische König Mohammed VI. den Kampf gegen den Terrorismus und die Demokratisierung und Modernisierung des Landes als gleichgewichtige Aufgaben. Trotzdem besteht auch weiterhin die Befürchtung, dass Marokko auch weiterhin eine Rekrutierungsbasis für internationale terroristische Gruppen bleibt. Bereits in der Vergangenheit haben die Sicherheitsbehörden wiederholt terroristische Netzwerke aufgedeckt, die zum Teil auch mit Vertretern des marokkanischen Militärs, der Polizei und der Gendarmerie verbunden waren. Nicht zuletzt deshalb gehen die Sicherheitskräfte mit großer Härte gegen radikale islamistische Gruppen vor.

Im März und April 2007 kam es in Casablanca erneut zu mehreren terroristischen Zwischenfällen mit acht Toten (darunter sieben Terroristen) und ca. 40 Verletzten.

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