Äolsharfe

Äolsharfe (Windharfe, Wetterharfe, Geisterharfe), ein langer, schmaler Resonanzkasten mit oder ohne Schallloch, auf dem eine (beliebig große) Anzahl im Einklang abgestimmter Darmsaiten über zwei niedrige Stege angespannt ist. Die Saiten müssen von verschiedener Dicke sein, so daß für jede ein andrer Spannungsgrad zur Erreichung derselben Tonhöhe erforderlich ist; doch darf keine sehr stark angespannt sein. Streift ein Luftzug die Saiten, so fangen dieselben an zu tönen, und zwar machen sie zufolge der verschiedenen Spannung neben den totalen verschiedenartige Partialschwingungen, natürlich immer nur Töne gebend, die der Obertonreihe des gemeinschaftlichen Grundtons angehören. Der Klang ist von zauberischer Wirkung, da je nach der Stärke des Windes die Akkorde vom zartesten Pianissimo zum rauschenden Forte anschwellen und wieder verhallen. Die Ä. ist alt; als Erfinder und Verbesserer werden genannt der heil. Dunstan (10. Jahrh.), Athanasius Kircher (gest. 1680), Pope (1792) und H. Ch. Koch (1800). Vgl. Anemochord.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Äolsharfe — (Windharfe, Windmonochord), Saiteninstrument, besteht aus einem langen, schmalen Kasten, über dem Resonanzboden mit 8–10 starken, an 2 Stegen befestigten Darmsaiten, die im Einklang gestimmt sind, frei aufgehängt, etwa über einem Thürfenster od.… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Äolsharfe — Äolsharfe, Windharfe, mit Darmsaiten bespannte, sich nach Art einer Windfahne nach dem Winde drehende Röhre [Abb. 93]; die Saiten erklingen durch den Wind zumeist in Akkorden …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Äolsharfe — Aeolsharfe im Neuen Schloss von Baden Baden, ca. 1885 …   Deutsch Wikipedia

  • Äolsharfe — Äols|har|fe 〈f. 19〉 Harfe, deren Saiten durch Luftzug zum Schwingen gebracht werden; Sy Windharfe [nach Aeolus, grch. Aiolus, dem Gott der Winde] * * * Äolsharfe,   Geisterharfe, Windharfe, ein seit der Antike bekanntes Saiteninstrument,… …   Universal-Lexikon

  • Äolsharfe — Ä|ols|har|fe 〈f.; Gen.: , Pl.: n〉 Harfe, deren Saiten durch Luftzug zum Schwingen gebracht werden, Windharfe [Etym.: → äolisch] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Äolsharfe — Äols|har|fe die; , n <zu lat. Aeolus, vgl. 1↑äolisch> altes Instrument, dessen meist gleich gestimmte Saiten durch den Wind in Schwingungen versetzt werden u. mit ihren Obertönen in Dreiklängen erklingen; Windharfe, Geisterharfe …   Das große Fremdwörterbuch

  • Äolsharfe — Äols|har|fe (Windharfe) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Aeolsharfe — Äolsharfe im Neuen Schloss von Baden Baden, ca. 1885 …   Deutsch Wikipedia

  • Geisterharfe — Aeolsharfe im Neuen Schloss von Baden Baden, ca. 1885 …   Deutsch Wikipedia

  • Wetterharfe — Aeolsharfe im Neuen Schloss von Baden Baden, ca. 1885 …   Deutsch Wikipedia

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