Laibach


Laibach

Laibach (Laybach, ital. Lubiana, slaw. Ljubljana), 1) ehemaliges Gubernium in Österreich, begriff die Herzogthümer Krain u. Kärnten u. theilte sich in die fünf Kreise L., Adelsberg, Neustadtl, Klagenfurt u. Villach; 2) bis 1851 ein Kreis darin, welcher an die Kreise Villach, Klagenfurt, Steyermark, Neustadtl, Adelsberg u. Görz grenzte, das sogenannte Oberkrain umfaßte u. 58 QM. betrug; aus diesem Kreise wurden 1851 die Bezirkshauptmanschaften Krainburg, Radmansdorf, Stein u. zum Theil L. gebildet;. 3) schiffbarer u. fischreicher Fluß in Krain, entspringt bei Oberlaibach, nimmt die Kleine L. auf u. mündet bei Osterberg in die Save; 4) Bezirkshauptmannschaft, welche 1851 aus Theilen der Kreise Laibach, Neustadtl u. Adelsberg gebildet wurde; 17,50 geogr. QM. mit 67,460 Ew.; 5) (Laubach), Hauptstadt des österreichischen Kronlandes Krain, an der Laibach, welche L. in zwei Theile theilt, an der Eisenbahn von Wien nach Triest, hat 8 Vorstädte, auf dem Platze vor dem Rathhause kolossale Heiligenstandbilder, die 1700–1707 neugebaute Domkirche St. Nikolai, 11 andere Kirchen, darunter die 1852 vollendete evangelische, mehre Klöster, alte Burg, Rathhaus, Bischofshof, Anersberg'scher Palast, Theater; Sitz der Landesbehörden, eines Bischofs, Polizeidirectoriums, Bücherrevisionsamtes, Berg- u. Handelsgerichts; Lyceum, akademisches Gymnasium, bischöfliches Seminar, großes Krankenhaus, Taubstummenanstalt, Landwirthschaftsschule, Handelsschule, Industrieschule, Hebammenlehranstalt, Landesmuseum, Historischer Verein für Krain, Kranken-, Irren-, Findelhäuser; Fabriken für Tuch, Seiden- u. Leinenzeuge, Fayence, Leder, Zucker, chemische Producte; bedeutender Speditionshandel mit Triest u. Fiume. – L. steht an der Stelle des alten Amona, welches nach der Sage von Jason auf seiner Rückkehr von dem Argonautenzuge erbaut worden sein soll. 18 v. Thr. wurde es von den Römern unter P. Silius eingenommen; 452 n. Chr. von Attila zerstört, aber schon 456 wieder aufgebaut; 554 kam Narses bis Ämona u. befestigte es; unter Karl dem Großen zogen Franken hierher u. bauten die Neustadt an dem rechten Ufer der L. Später kam es an die Herzöge von Krain, wurde 1269 vom König Ottokar von Böhmen eingenommen, 1416 ummauert u. 1475 u. 1520 noch mehr befestigt; 1440 von dem Grafen Cilly belagert; 1515 vergebens von den aufrührerischen Bauern belagert; 26. Jan. bis 12. Mai 1821 wurden hier die Verhandlungen des Troppauer Congresses wegen der Beruhigung Italiens fortgesetzt (Laibacher Congreß), s.u. Troppau. Das Christenthum wurde angeblich schon in der Mitte des 1 Jahrh. in dieser Gegend gepredigt u. seit der Mitte des 3. Jahrh. bis in die Mitte des 9. Jahrh. kommen Bischöfe von Ämona vor. Das neue Bisthum L. wurde 1461 vom Kaiser Friedrich IV. gestiftet u. 1463 Sigismund von Bamberg zum Bischof ernannt; dessen Nachfolger, Christoph von Reuber, wurde 1533 zum Fürstbischof erhoben. Nach Aufhebung des Erzbisthums Görz 1787 wurde L. in ein Erzbisthum verwandelt, das aber 1807 wieder zu einem dem päpstlichen Stuhle unmittelbar unterworfenen Bisthum gemacht wurde. 1824 erhielt der Bischof von L. wieder den Titel als Fürstbischof u. 1831 wurde das Bisthum dem neuerrichteten Erzbisthum Görz untergeben. 6) (Ober-Laibach), Marktflecken bei L. in Krain, an der L., u. unweit der Eisenbahn von Wien nach Triest; Handel mit Holz u. Bretern; 1400 Ew.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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