Schwimmkäfer

Schwimmkäfer (Hydrocanthari, Hydrocantharida), Familie der Käfer mit fünf Fußgliedern, kenntlich an den zusammengedrückten, am Rande lang gewimperten, blattförmigen vier Hinterfüßen, welche zum Schwimmen eingerichtet sind; Körper eiförmig, Halsschild sehr breit, Spitze der Unterkiefer hakenförmig; leben fast nur in stehendem Süßwasser, sind geschickte Taucher u. Schwimmer, bringen den Hinterleib oft an die Luft zum Athemholen, sind dabei sehr gefräßig (kleinere Wasserthiere, auch ihres Gleichen fressend), fliegen Nachts gern nach Licht, sind Tags im Wasser, so wie ihre, mit starkem Kopfe u. Kinnbacken versehenen Larven, welche sich außer dem Wasser verpuppen. Dazu die Gattungen: a) Dyticus, Vorderbeine nach außen, Hinterbeine beim Männchen beiderseits, beim Weibchen nur oben gefranst, mit zwei gleichen, beweglichen Krallen, Fühler borstenförmig, länger als der Kopf Vordertarsen beim Männchen mit kreisförmiger Saugscheibe, Flügeldecken bei demselben meist glatt, beim Weibchen gefurcht; Arten: Breitschild (Breitflügel, breitester Wasserkäfer, D. latissimus L.), ist oben schwarz, unten dunkelroth; Brust u. die (beim Weibchen gefurchten, beim Männchen glatten) Flügeldecken gelb eingefaßt; Ränder der letzteren weit überstehend; wird 14 Zoll lang; lebt in Teichen des nördlichen Deutschlands, thut den Fischen großen Schaden, frißt im. Hunger seines Gleichen; Gerandeter S. (D. marginalis), eirund, oben schwarzgrün, Halsschild u. Flügeldecken am Rande gelbbraun gerandet, letztere ohne verbreiterten Rand; Länge 14 Linien. b) Colymbetes, Rückenschildchen bemerkbar, Hinterfüße mit zwei ungleichen Klauen, deren obere unbeweglich; zweites Glied der Lippentaster länger als das dritte; Arten: C. striatus, braun, mit gelbem Halsschild, mit sein gestreiften Flügeldecken; C. collaris, länglicheirund, röthlichgelb, Scheitel schwarz, Flügeldecken schwarz gesprenkelt, 5 Linien lang, u.a.m. c) Haliplus, Fühler kurz u. fadenförmig, Tasterende kegelförmig; über dem Hinterschenkel liegt eine Doppelplatte; Flügeldecken punktirt. d) Tauchkäfer (Noterus), wie voriger, doch sind die Fühler in der Mitte verdeckt u. der Hinterschenkel ist frei; Art: Dickköpfiger Tauchkäfer (N. crassicornis), braun, Kopf- u. Halsschild gelb, in Gräben u. Teichen. e) Hyphydrus Latr., mit elfgliederigen Fühlhörnern, deren zweites Glied gleich lang wie das dritte ist; Taster fadenförmig; der Leib ist in der Mitte dick, tief ins Halsschild eingesenkt, dieses etwas ausgeschnitten. Goldfuß stellt hierzu die Untergattungen H. Latr. (mit ovalem Leibe; Art: H. confluens) u. Hydroporus, mit dünnerem Leibe. f) Sumpfkäfer (Helophorus, Elophorus Fabr.), kenntlich daran, daß die Fühlhörnerkolbe mit dem sechsten Gliede anfängt u. das Endglied der Taster viel dicker u. eiförmig ist; Arten: Gemeiner S. (H. aquaticus), an Wasserlinsen häufig, braun, mit runzeliger Brust, braunen, glänzenden Flügeldecken; H. rugosus, H. grandis u.m. g) Bachkäfer (Haliplus Clairv.), die Fühlhörner sind zehngliederig; die äußeren Taster u. Lippentaster gegen das Ende pfriemenförmig, an den Hinterfüßen haben die Schenkel eine schildförmige Platte; der Leib ist rund u. unten gewölbt. Heißt bei Illiger Enemidotus, steht bei Linne unter Dyticus; Arten: H. obliquus, H. impressus, h) Flußkäfer (Hygrobia Latr.), hat eiförmigen, in der Mitte dickeren Körper, elfgliederige Fühler (erstes Glied dicker u. länger), fünfgliederige Füße; Art: Hermannsflußkäfer (H. Hermanni), schwarz, Kopf u. Halsschild u. Flügeldeckenwurzel rostroth. i) Feuchtkäfer (Hydraena Illig.), haben die Fühlerkolbe beim dritten Glied anfangend, pfriemenförmig sich endende Taster, fadenförmige Füße; Art: Uferseuchtkäfer (H. riparia), schwarzkupferig, im Wasser.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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