Parthenope (Mythologie)


Parthenope (Mythologie)

Parthenope (griechisch Παρθενόπης) ist in der griechischen Mythologie eine der Sirenen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In Homers Odyssee, dem ältesten die Sirenen erwähnenden literarischen Werk, erscheinen diese noch namenlos. Nach Angaben von Robert Graves-Ranke haben dann spätere Autoren wie Plutarch, Johannes Tzetzes und Eustathios von Thessalonike den Sirenen ihre Namen gegeben.[1] Hierzu zählt auch die Sirene Parthenope.[2] Danach lebte Parthenope mit zwei Geschwistern auf einer Insel nahe der Küste Süditaliens. Als ihr Vater wurde wahrscheinlich der Flussgott Acheloos betrachtet.[3]

Die Odyssee erzählt, dass Odysseus mit seinem Schiff während der Irrfahrt auf der Suche nach seiner Heimat Ithaka an der Insel der Sirenen vorbeikam. Deren für alle Vorbeifahrenden gleichermaßen betörendem wie todbringendem Gesang konnte er entgehen, indem er seinen Matrosen die Ohren mit Wachs verstopfte und sich selbst an den Mast fesseln ließ.[4] Die Argonauten segelten gleichermaßen heil an der Insel der Sirenen vorbei, weil Orpheus ihren Gesang mit der Leier übertönte.[5] Die Sirenen sollen dann durch einen Sprung ins Meer Selbstmord verübt haben, entweder weil sie Odysseus oder weil sie Orpheus nicht zu sich hatten locken können.[6]

Nach ihrem Sprung ins Meer wurde Parthenope in der Nähe von Neapel tot angeschwemmt und an diesem Ort bestattet. An ihrem Grabmal wurde ihr Kult mit jährlichen Spenden und Stieropfern begangen.[7] Außerdem veranstalteten die Einwohner Neapels ihr zu Ehren einen jährlichen, vom athenischen Nauarchen Diotimos um 433 v. Chr. auf einen Orakelspruch hin eingeführten Fackellauf.[8]

In Neapel wurde Parthenope als Stadtgöttin verehrt. Ihren Namen verwendete daher u. a. der römische Dichter Vergil als dichterische Bezeichnung für Neapel.[9] Noch Napoleon gründete 1799 in Anlehnung an ihren Namen in Süditalien die Parthenopäische Republik.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Wikisource: Parthenope (Mythologie) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Robert Graves-Ranke: Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1984, S. 681f.
  2. Z. B. Lykophron, Alexandra 712ff.
  3. Pseudo-Aristoteles, Mirabilium auscultationes 103; Bibliotheke des Apollodor 1, 18 und 1, 63; Silius Italicus 12, 34.
  4. Homer, Odyssee 12, 39-54 und 12, 158-200.
  5. Apollonios von Rhodos 4, 891-921 und 4, 1264-1290.
  6. Hyginus, Fabulae 125 und 141 u. a.
  7. Lykophron, Alexandra 717-721; Dionysios Periegetes 357ff.; Strabo 1, 23; 1, 26; 5, 246.
  8. Timaios, FGrH 566 F 98; Lykophron, Alexandra 732ff.; Strabo 5, 246.
  9. Vergil, Georgica 4, 564.

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