Richard Burton


Richard Burton
Richard Burton mit Sophia Loren (1974)

Richard Burton, CBE (* 10. November 1925 in Pontrhydyfen, Wales; † 5. August 1984 in Genf, Schweiz), geboren als Richard Walter Jenkins jr., war ein britischer Schauspieler. Burton, der zunächst als Shakespeare-Darsteller hervortrat, gilt als einer der bedeutendsten englischsprachigen Bühnenschauspieler. Darüber hinaus wirkte er in zahlreichen Filmen mit und erlangte in den 1960er Jahren internationalen Starruhm auch durch seine Verbindung mit Elizabeth Taylor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Jugend

Burtons Mutter starb, als er zwei Jahre alt war. Er war eines von 13 Kindern. Das Leben des Vaters war durch Alkoholismus geprägt. Die kinderreiche Familie lebte in Armut, und auch nach dem Tod der Mutter blieb der Kampf gegen die allgemeine Armut lebensbestimmend. 1927, nach dem Tod der Mutter, kam Burton zu seiner Schwester Cecilia („Cis“), die ihn aufzog.

Schauspielerkarriere

Trotz schlechter Voraussetzungen erkämpfte er sich aufgrund seiner Begabung einen Namen im Schauspielerberuf. Er studierte in Oxford, spielte im Studententheater und stand schließlich auf der Bühne des Old Vic. Er galt als hervorragender Schauspieler für Shakespeare-Stücke. Von seinem Sprachlehrer Philip Burton nahm er den Familiennamen an. Mit 19 Jahren hatte er sein Debüt im Londoner West End. 1949 schaffte er den Durchbruch am Globe Theatre mit dem Stück Die Dame ist nicht fürs Feuer von Christopher Fry in einer Inszenierung von Sir John Gielgud.

1952 spielte er mit Olivia de Havilland in seinem ersten Hollywood-Film Meine Cousine Rachel, der ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte. Danach folgten Filmerfolge wie Das Gewand und Blick zurück im Zorn. Während er 1960 an der Seite von Julie Andrews in dem Musical Camelot auf der Bühne stand, wurde er für den Monumentalfilm Cleopatra verpflichtet, bei dem er auf Elizabeth Taylor traf.

Von da an stand Burton wegen der wechselvollen und skandalgeprägten Beziehung zu seiner zweimaligen Ehefrau Elizabeth Taylor im Licht der Öffentlichkeit. Ihretwegen ließ er sich von seiner ersten Ehefrau Sybill Williams nach 14 Jahren scheiden. Der Film Wer hat Angst vor Virginia Woolf? von 1966 wurde, wie auch viele andere Filme, in denen das Paar gemeinsam auftrat, vom Publikum als Projektionsfläche ihres Ehelebens betrachtet.

Das Ehepaar Taylor-Burton war in den 1960er Jahren das bestbezahlte Schauspielerpaar der Branche. Ihre Einnahmen wurden auf zusammen ca. 50 Millionen US-Dollar geschätzt. Einen Großteil ihres Kassenerfolges verdankten diese Filme der Neugier des Publikums, die das Paar, das in der Boulevardpresse in den 1960er Jahre allgegenwärtig war, auf der Leinwand zusammen sehen wollte, auch wenn vielen dieser Filme in künstlerischer Hinsicht keine große Bedeutung zukam. Als Burtons beste Leistungen dieser Zeit gelten seine Rollendarstellungen in drei Filmen, jeweils ohne die Mitwirkung von Taylor: Becket (1964), Die Nacht des Leguan (1964) und Der Spion, der aus der Kälte kam (1965).

Für die Verfilmung von Die fünfte Offensive (1972), die die Schlacht an der Sutjeska rekonstruiert, wurde, zu dieser Zeit ungewöhnlich für eine osteuropäische Filmproduktion, mit Burton ein westlicher Spitzendarsteller verpflichtet. Während der Dreharbeiten kam es auch zu einer Begegnung zwischen Burton und Tito, dem ebenfalls der Ruf der Trinkfestigkeit vorauseilte. Burton spielte weiterhin auch Theater, sein Erfolg im Kino ließ in den 1970er Jahren aber nach. 1980 erlebte Camelot mit ihm in der Titelrolle seine Wiederaufnahme, 1983 stand er das letzte Mal gemeinsam mit Elizabeth Taylor in der Theaterkomödie Private Lives von Noel Coward auf der Bühne.

Burton war siebenmal für einen Oscar nominiert, ohne je einen zu erhalten. Nur Peter O`Toole erhielt mehr Nominierungen (insgesamt acht), ebenfalls ohne die Auszeichnung zu gewinnen. 1968 erhielt Burton in Deutschland einen Bambi, die Autoren des Buches The Golden Turkey Awards verliehen ihm allerdings auch den Preis Schlechtester Schauspieler aller Zeiten.

Burton hat im Verlauf seiner Karriere in fast 70 Spielfilmen mitgewirkt, darunter in Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, Der Exorzist II – Der Ketzer, Steiner - Das Eiserne Kreuz II und Die Wildgänse kommen. 1978 lieh Burton dem Journalisten in Jeff Wayne’s Musical Version of the War of the Worlds seine Stimme, der als moderierender Erzähler durch die Handlung führt - eine Sprechrolle, die er wie kein anderer ausfüllte. Aus diesem Grund wurde 2006 sein Abbild digital verjüngt und per Hologramm in die Live-Show eingefügt.

Sein letzter Film war 1984, nach dem gleichnamigen Roman von George Orwell . Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten erlitt er in seinem Haus in Céligny eine Hirnblutung, an der er verstarb. Seine Mitwirkung bei dem Film Wildgänse 2 kam nicht mehr zustande, sodass Edward Fox Burtons Rolle übernahm.

Privates

Aus seiner ersten Ehe mit der Waliserin Sybil Williams stammt Burtons Tochter Kate, die ebenfalls Schauspielerin wurde.

Nach den Ehen mit Elizabeth Taylor (1964–1974 und 1975–1976) war er 1976–1982 mit Susan Hunt, der ehemaligen Ehefrau von Formel 1-Legende James Hunt verheiratet, die dazu beitrug, dass er seinen Alkoholkonsum erheblich einschränkte. Burtons vierte und letzte Ehefrau war die Presseagentin Sally Hay, die er während der Dreharbeiten zu der Fernsehserie Wagner über die Lebensgeschichte des Komponisten Richard Wagner kennengelernt hatte und mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte.

Burton starb in Genf an einer Hirnblutung.[1] Sein Grab befindet sich auf dem „Alten Friedhof“ von Céligny im Kanton Genf.[2]

Burton wurde in Deutschland von Holger Hagen und Harald Juhnke synchronisiert.

Filme (Auszug)

(+) kennzeichnet die Filme, für die er eine Oscar-Nominierung erhielt.

Literatur

  • Melvyn Bragg, Sally Burton: Richard Burton. Die Biographie. Hardcover: Paul Neff, Wien 1988, ISBN 3-7014-0268-X (OT: Rich, the Life of Richard Burton). Taschenbuch: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München 1992 ISBN 3-426-02424-1
  • Graham Jenkins: Richard Burton: My Brother. Paperback 1990
  • Peter Stead: Richard Burton: So Much, So Little. Paperback 1992
  • Paul Ferris: Richard Burton. Seine Filme, sein Leben. Heyne Verlag, Br. 1992
  • David Jenkins: Richard Burton: A Brother Remembered. Random House, London 1993
  • Gethin Matthews: Richard Burton. Paperback 2002

Weblinks

 Commons: Richard Burton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. The official Richard Burton Website: Life. Offizielle Website von Richard Burton, Life 1971-1984. Abgerufen am 2. Juni 2010.
  2. knerger.de: Das Grab von Richard Burton

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