Schalk

Schalk

Schalk ist eine andere Bezeichnung für einen Schelm oder für einen Witzbold. Das Wort geht zurück auf ahd. scalk, „Knecht“, „Unfreier“, „Sklave“.

Geschichte

Während der Schelm in der Romantik eher den liebenswerten Bösewicht darstellte, so war der Schalk der hinterhältige Bösewicht. Schalk, in seiner ursprünglichen Bedeutung Knecht oder Diener, war im Althochdeutschen besonders in Zusammensetzungen wie Seniscalc (ältester Diener, Seneschall) und Mariscalc (Aufseher über die Pferde, Marschall) gebräuchlich. Im Mittelhochdeutschen galt dieser Begriff einem Menschen von knechtischer und boshafter Gesinnung, wie ihn auch Martin Luther gebraucht. Erst später erhielt der Begriff Schalk die heutige Bedeutung eines Menschen, der ohne böse Absicht in launiger Verstellung einen listigen Scherz macht.

Goethe lässt in seiner Faustdichtung den Teufel als Schalk auftreten. Der Herr während des Prolog im Himmel: „Von allen Geistern, die verneinen, […] Ist mir der Schalk am wenigsten zur Last“. Als Schalksnarr wird die Figur des Till Eulenspiegel zum Ende des Mittelalters weltbekannt.

Andere Bedeutungen

Der Schalk ist das Gewand der verheirateten Frau im Bayerischen Oberland. Die Braut trägt diese originale Tracht zum ersten Mal bei der eigenen Hochzeit und dann nur zu besonderen Anlässen wie kirchlichen Feiertagen oder an hohen Trachtenfesten. Dieses kostbare Kleidungsstück besteht aus Rock und Oberteil (Schalkjanker), welches meist aus schwarzem Seidenstoff (vereinzelt auch in braun od. blau) gefertigt wird. Man trägt ein farbiges Fürta (Schürze) und in Falten gelegtes Tuch der gleichen Farbe. Für die Garnier (um Hals- und Rückenausschnitt) werden ca. 50 Meter Spitze, 100 Meter Kordel und 3 Meter Stoff in aufwendiger Handarbeit verarbeitet. Unter dem Schalk trägt man das Schmiesl, ein gestärktes, weißes, mit Spitzen besetztes Leiberl. Dazu wird der Schnurhut getragen (schwarzer Hut mit Goldschnur und Goldquasten), silberne Haarnadeln, Kropfkette, Schalknadeln und Blumen im Ausschnitt.

Seit der Entstehung des Schalks um 1860 gibt es unterschiedliche Modelle. Vor 1900 wurde der Schalk meist in kräftigen Farben gefertigt, sowohl in Baumwolle als auch Seide. Erst nach 1900 wurde die prächtige Tracht nur noch in einheitlich schwarzen Seidenstoffen genäht. Allmählich trauen sich immer mehr Frauen, ihren Schalk in Farbe zu tragen. Dank diesem Mut erlebt das Prunkstück aus dem vorletzten Jahrhundert eine Renaissance.


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  • Schalk — Sm std. (8. Jh.), mhd. schalc(h), schalk, ahd. scalc, as. scalk Stammwort. Aus g. * skalka m. Knecht , auch in gt. skalks, anord. skalkr, ae. scealc, afr. skalk. Die Bedeutung wird im Mittelhochdeutschen zu gemeiner Mensch (im übertragenen Sinn) …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Schalk — Schalk, 1) im alten Deutschland Leibeigener, Diener, Knecht, daher Mariscalc (jetzt Marschall), der Aufseher über die Pferde, Seniscalc (jetzt Seneschall), der älteste Diener; 2) ein Mensch, welcher die Fertigkeit besitzt, unter dem Scheine eines …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schalk — Schalk, ursprünglich soviel wie Knecht oder Diener, im Althochdeutschen besonders in Zusammensetzungen, wie Seniscalc (ältester Diener) und Mariscalc (Aufseher über die Pferde), vorkommend, die noch jetzt in den Formen Seneschall und Marschall im …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schalk — Schalk, im Altdeutschen s.v.w. Knecht; später boshafter, schadenfroher Mensch (Schalksknecht); jetzt ein Mensch, der mutwillige, lose Streiche treibt …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Schalk — Schalk, altdeutsch, Knecht; später Mensch von boshaftem Charakter; gegenwärtig Mensch von scherzhaftem, listigem, muthwilligem Wesen; als S.snarr in das Niedrigkomische ausgeartet …   Herders Conversations-Lexikon

  • Schalk — 1. Alte Schelcke kan man nicht fromm machen. – Petri, II, 12. Dän.: Gammel skalk var aldrig god pillegrim. (Prov. dan., 501.) 2. An einem grossen schalck verwandelt sich selten der alte Balg. – Henisch, 176, 65; Petri, II, 16. Lat.: Homines… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Schalk — Den Schalk (oder Schelm) im Nacken (oder hinter den Ohren) haben: es hinter den Ohren haben (⇨ Ohr), ein Schalk sein und sich s nicht merken lassen. Die Wndg. bezieht sich auf einen Menschen, der gleichsam von einem kleinen schalkhaften Dämon… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Schalk — Schote (umgangssprachlich); Jokus (umgangssprachlich); Scherz; Witz; Schabernack; Ulk; Spaß; Flachs; Jux; Eselei; Witzelei; …   Universal-Lexikon

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