Stemme S 10


Stemme S 10
Stemme S 10
Stemme S 10-VT
Typ: Motorsegler
Entwurfsland: Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Hersteller: Stemme
Erstflug: 7. Juli 1986
Produktionszeit: 1986 bis heute
Stückzahl: 200 (Stand: März 2007)

Die Stemme S 10 ist ein Motorsegler des deutschen Herstellers Stemme.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Prototyp der Stemme S 10 startete 1986 in Braunschweig zu seinem Erstflug und wurde 1987 auf der AERO in Friedrichshafen in seiner endgültigen Form zum ersten Mal präsentiert. Im Jahr 1990 wurde die Musterzulassung erteilt und die erste Serienversion ausgeliefert. 1994 erhielt die S10-V mit Verstellpropeller ihre Musterzulassung.[1] Im Jahr 2000 konnte mit der Maschine ein Weltrekord im Streckensegelflug erzielt werden, als Klaus Ohlmann in 14 Stunden eine Strecke von 2.463 Kilometern zurücklegte.

Bis März 2007 wurden etwa 200 dieser Maschinen in den verschiedenen Varianten hergestellt.

Konstruktion

Bei dem Flugzeug handelt es sich um einen einmotorigen zweisitzigen Schulterdecker, dessen Tragflächen mit Wölbklappen ausgerüstet und faltbar ausgeführt sind. Die Piloten sind nebeneinander untergebracht. Das Hauptfahrwerk ist elektrisch einziehbar.

Der Propeller faltet sich bei Nichtbenutzung unter der auch Propellerdom genannten Bugverkleidung zusammen, die in Längsrichtung verschiebbar gestaltet ist und so einen umlaufenden Spalt für den Propeller freigiebt bzw. schließt. Der Propeller wird über eine Fernwelle und ein Untersetzungsgetriebe von einem hinter dem Cockpit befindlichen Verbrennungsmotor angetrieben.

Varianten

Stemme S 10 VT des Mountain Wave Project vor dem Vulkan Lanín

Neben dem Ursprungsmodell S 10 gab es die Variante Stemme S 10-V mit einem Verstellpropeller. Diese Modelle wurden durch den Limbach-Motor angetrieben. Das aktuelle Spitzenmodell, die Stemme S 10-VT, ist seit 1998 mit einem Verstellpropeller und einem Turboladermotor von Rotax ausgerüstet. Die Stemme S 10-VTX ist ein Luftarbeitsflugzeug auf Basis der S 10-VT mit einem erhöhten zulässigen Startgewicht von 980 kg, das für Forschungs- und Testflüge mit Außenlastbehältern an der Tragflügelunterseite ausgerüstet wird. Die Außenlastbehälter können je nach Bedarf mit maximal 60 kg Sensorik oder anderer Testausrüstung je Seite bestückt werden.

Auf der ILA 2000 wurde erstmals die Stemme S 15 vorgestellt, die sich von der S 10 lediglich durch eine höhere Zuladung, größere maximale Startmasse (980 kg) und dafür verstärkte und mit Wölbklappen versehene dreiteilige Tragflächen unterscheidet. Auf Basis der S15 bietet Stemme das unbemannte Aufklärungsflugzeug Sagem-Patroller mit einem 85-kW-Motor Rotax 914F an. Die Entwicklung dafür begann im Oktober 2008 und im Laufe des Jahres 2009 erfolgte der Erstflug. Es verfügt über ein dreifach redundantes Flugsteuersystem, ein Euroflir-410-Kamerasystem und entsprechende Kommunikationsausrüstung zur Übertragung der Daten über bis zu 400 km in Echtzeit.[2]

Technische Daten

Kenngröße Daten S 10-VT
(Herstellerangaben)
S15[3]
Abfluggewicht 850 kg 1020 kg
Leergewicht 645 kg
Streckung 28,3
Länge 8,42 m 8,52 m
Höhe 1,80 m 2,45 m
Spannweite 23,00 m 18,00 m
Spannweite gefaltet 11,20 m
Flügelfläche 18,70 m²
Spurweite 1,15 m 2,00 m
Radstand 5,40 m 2,00 m
Maximale Reichweite 1720 km 30 h
Tankvolumen 2 × 60 Liter
Gleitzahl 50
Geschwindigkeit bei bester Gleitzahl 107 km/h
Min. Sinkgeschwindigkeit 0,56 m/s
Max. Steiggeschwindigkeit 4,14 m/s 17,3 m/s
Reisegeschwindigkeit 228 km/h auf Meereshöhe
Ökonomische Reisegeschwindigkeit 180 km/h
Dienstgipfelhöhe 6000 m
Triebwerk 1 × Bombardier-Rotax 914 F Rotax 914F
Startleistung 115 PS bei 5800/min (5 min)
Dauerleistung 100 PS bei 5500/min

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Situationsanalyse
  2. FlugRevue Oktober 2010, S. 65, Frankreich testet Sagem Patroller
  3. FliegerRevue August 2011, S. 30–31, Vom Motorsegler zur Drohne

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