Beiträge zur Optik

Beiträge zur Optik
Farbenkreis, Aquarellierte Federzeichnung von Goethe, 1809

Beiträge zur Optik ist eine naturwissenschaftliche Schrift von Johann Wolfgang von Goethe, erschienen in den Jahren 1791 und 1792 im Verlag des Industrie-Comptoirs Weimar.

Goethe nahm die Beyträge zur Optik in seine Farbenlehre, erschienen 1810, an den Anfang der Abteilung Vorarbeiten zur Farbenlehre unter dem Titel Beiträge zur Chromatik auf. Er wählte 1810 im Titel Chromatik (chroma, Farbe) statt Optik, weil niemand habe begreifen können noch wollen, wie man ohne Mathematik Beiträge zur Optik bringen oder wohl gar die Hauptlehrsätze derselben bezweifeln und bekämpfen dürfe.[1]

Inhaltsverzeichnis

Zum wissenschaftshistorischen Hintergrund

Bei Erscheinen des Werkes waren Newtons Arbeiten zu optischen Problemen anerkannter Wissensstand. Diese gehen auf die Arbeit Opticks aus dem Jahre 1704 zurück. Goethes Ersttitel Beiträge zur Optik nimmt darauf direkt Bezug. Der 20 Jahre später in Zur Farbenlehre verwendete Titel drückt dann schon seine Differenzen zu Newtons Ansichten über farbtheoretische Sachverhalte (Chromatik) aus.

Inhalt

Im phänomenologischen Teil seiner Untersuchung optischer Erscheinungen beschreibt Goethe in dieser Arbeit Experimente zur Zerlegung des Lichts mit Prismen.

Im Streben nach durchschaubarer Versuchsanordnung betrachtet Goethe zuerst nur schwarze und weiße Tafeln, weil sich an denselben die farbigen Ränder und Strahlungen [Brechungs- und Beugungsspektren] derselben am deutlichsten ausnehmen.[2] Er rekapituliert 24 Resultate der bebilderten Experimente.

1) Schwarze, weiße und einförmige reine Flächen zeigen durchs Prisma keine Farben.
2) An allen Rändern zeigen sich Farben.
[…]
23) Sonne, Mond, Sterne, Öffnung des Fensterladens erschienen durchs Prisma nur farbig, weil sie als kleine helle Körper auf einem dunkeln Grunde anzusehen sind. […][3]

Vom Einfachen zum Komplizierterem aufsteigend betrachtet darauf Goethe außer schwarz-weißen Flächen mit geradlinigen Rändern nun auch graue und farbige mit gebogenem und zirkelrundem Rand.

Die zu diesen Versuchen nötigen Apparate, Papptafeln und ein großes Prisma, welches bei Versuchen mit reinem Wasser angefüllt wird, werden - ebenfalls bebildert - beschrieben.

In dem Schlusskapitel Nachinnerung fasst Goethe seine prismatischen Erfahrungen, welche er die subjektiven nennen darf, indem die Erscheinungen in dem Auge des Beobachters vorgehen, zusammen.

Zeugnis

„… was er [Goethe] im ersten Hefte seiner Beiträge zur Optik weitläufiger und durch 24 kleine illuminirte Kupfertäfelchen, die dazu ausgegeben werden, veranschaulicht hat. Die Hauptsätze demonstrierte er an einer schwarzen Tafel, wo er die Figuren schon vorher angezeichnet hatte, so lichtvoll vor, daß es ein Kind hätte begreifen können. Goethe ist ebenso groß als scharfsinniger Demonstrator an der Tafel, als er's als Dichter, Schauspiel- und Opern-Director, Naturforscher und Schriftsteller ist.“

– Aus der Sitzung des Weimarer Gelehrten-Vereins vom 4. November 1791

Literatur

Textausgaben
  • Gerhard Ott (Hrsg.), Heinrich O. Proskauer (Hrsg.): Johann Wolfgang Goethe: Farbenlehre. Mit Einleitungen und Kommentaren von Rudolf Steiner. Bd.2: Vorarbeiten und Nachträge zur Farbenlehre. S. 14 - 74. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1992, ISBN 3-7725-0702-6.
Sekundärliteratur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ott / Proskauer Farbenlehre Bd. 2. S.14
  2. Ott / Proskauer Farbenlehre Bd. 2. S.64
  3. Ott / Proskauer Farbenlehre Bd. 2. S. 48f.

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