Zeche Diergardt

Zeche Diergardt
Zeche Diergardt
Abbau von Steinkohle
Betriebsbeginn 1912
Betriebsende 1967
Nachfolgenutzung Gewerbefläche
Geografische Lage
Koordinaten 51° 25′ 9″ N, 6° 42′ 35″ O51.41936.70974Koordinaten: 51° 25′ 9″ N, 6° 42′ 35″ O
Zeche Diergardt (Regionalverband Ruhr)
Zeche Diergardt
Lage Zeche Diergardt
Standort Duisburg
Gemeinde Duisburg
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier

p0p2

Die Zeche Diergardt war ein Steinkohlen-Bergwerk in Duisburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach fündig gewordenen Probebohrungen in den 1850er Jahren wurde 1857 das Grubenfeld Diergardt in Rheinhausen verliehen. Dieses wurde 1872 in drei Felder unterteilt. Es waren dies Diergardt in Rheinhausen-Asterlagen, Wilhelmine Mevissen in Bergheim-Oestrum und Fritz in Rumeln-Kaldenhausen.

Aufgrund der damaligen technischen Entwicklung und der bekannten Schwierigkeiten des Schachtteufens am linken Niederrhein (siehe Zeche Rheinpreußen) wurde einstweilen von dem Verritzen der Felder abgesehen.

1909 erfolgte die Gründung der Gewerkschaft Diergardt. Diese begann 1910 an der Asterlager Straße mit dem Abteufen des Schachtes 1 (Carl Theodor). Ferner wurde zeitgleich 2 km nördlich an der Essenberger Straße ein Wetterschacht geteuft (später Schacht 2 genannt).

1912 erreichten beide Schächte das Steinkohlengebirge, und konnten noch im selben Jahr in Betrieb gehen. Zugleich wurde auf der rechten Rheinseite in Kaßlerfeld Die Gewerkschaft Diergardt II verliehen, die sofort mit dem Abteufen des Schachtes Java begann. Dieser ging 1915 in Betrieb und wurde künftig als Schacht Diergardt 3 (Franz Ott) benannt.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde Diergardt 1 mit Diergardt 3 durchschlägig. Diese untertägige Verbindung wurde zur Zeiten der Besetzung des Ruhrgebietes durch französische Truppen 1923 als inoffizieller Weg zur Rheinüberquerung genutzt.

1927 erfolgte der Zusammenschluss der Gewerkschaft Diergardt mit der benachbarten Gewerkschaft der Zeche Wilhelmine Mevissen zur Diergardt-Mevissen Bergbau-AG mit Sitz in Rheinhausen-Hochemmerich. Die beiden Schachtanlagen wurden als selbständige Grubenbetriebe fortgeführt.

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde die untertägige Verbindung zwischen Schacht 1 und 3 erneut als Verkehrsverbindung zwischen den beiden Rheinseiten genutzt, da die Rheinbrücken zu der Zeit sämtlich zerstört oder von der Wehrmacht unbrauchbar gemacht worden waren. Ein Sprengversuch für diesen Durchschlag im Jahre 1945 misslang.

Im Frühjahr 1951 wurde der Schacht 1 durch einen Brand beschädigt und fiel für mehrere Monate für die Förderung aus. Schacht 3 übernahm für diese Zeit die Förderung.

1957 wurde untertägig der Durchschlag mit Wilhelmine Mevissen hergestellt, da langfristig die Zusammenfassung beider Schachtanlagen geplant war.

Stilllegung

Eine nachträgliche Bewertung der Lagerstätten führte bei der Diergardt-Mevissen AG zu dem Entschluss, das Baufeld Diergardt schrittweise aufzugeben. 1963 wurde Schacht 3 stillgelegt und verfüllt. 1967 erfolgte die Gesamtstillegung von Diergardt 1 und 2 unter Abtretung der Restvorräte im Grubenfeld an die Zeche Wilhelmine Mevissen.

Heutige Nutzung

Heute sind einige Gebäude der Schachtanlage Diergardt 1 noch zu erkennen. Den größten Teil des Geländes nehmen Einkaufszentren ein, in Verwaltungs- und Aufbereitungsgebäuden finden sich Kleinbetriebe. Das Schachtgerüst fehlt.

Auf dem Gelände von Diergardt 2 befindet sich heute der Businesspark Niederrhein. Schacht 3 wurde als Parkanlage (Diergardtpark) überbaut.

Literatur

  • Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 6. erweiterte und aktualisierte Auflage, Verlag Karl Robert Langewiesche, Nachfolger Hans Köster KG, Königstein i. Taunus, 2006, ISBN 3784569943
  • Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. 3. Auflage, Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum, 2006, ISBN 3-937203-24-9

Weblinks


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