Buddhistischer Tempel

Buddhistischer Tempel
Mahabodhi-Tempel in Bodha-Gaya, Bihar, Indien.
Innenansicht des Siddhachalam Jain Tempels, New Jersey, USA.

Der buddhistische Tempel ist ein Sakralbau, in dessen Zentrum sich ein Stupa oder ein Kultbild des Buddha befindet. Der buddhistische Tempel ist ursprünglich eng mit dem buddhistischen Kloster verbunden. Der Vihara ist die Versammlungshalle der Mönche, um welche die Wohnzellen der Mönche gruppiert sind. Diese versammeln sich dort zur Rezitation der Sutras, zu den traditionellen Zeremonien und weiteren gemeinschaftlichen Feiern.

Als Zentrum der religiösen Praxis bildete häufig der Stupa, ursprünglich ein Erdhügel, der über den sterblichen Überresten einer toten Person errichtet wurde (aus dem Sanskrit stup: aufhäufen, ansammeln), den Ausgangspunkt buddhistischer Tempelanlagen in Indien. Um den buddhistischen Tempel (Chaitya-Halle) war eine Klosteranlage angeordnet. Sie bestand aus einem rechteckigen offenen Hof mit diesen umgebenden Wohnzellen für die Mönche.

Eine frühe Sonderform des buddhistischen Tempels bilden die Höhlentempel Indiens, die in zahlreichen Ländern Asiens nachgeahmt wurden.

Im weiteren Sinne werden, unabhängig von ihrer Bauform oder Größe, auch jene Gebäude oder Räumlichkeiten als Tempel einer buddhistischen Schule betrachtet, die durch eine Einweihungszeremonie, den Regeln der jeweiligen Schule entsprechend, diesen Status verliehen bekommen haben.

Regionale Bautraditionen

Aus dem indischen Stupa entwickelten sich regional verschiedene Bautraditionen buddhistischer Tempelanlagen in Zentral-, Ost- und Südostasien, darunter die chinesische Pagode, der Chörten in Tibet, die Paya in Myanmar[1] und der Chedi in Thailand.

Die Klöster in Ostasien unterscheiden sich deutlich von denen in Indien. Das zentrale Heiligtum ostasiatischer Tempelanlagen bildet die Pagode. Neben der Pagode steht eine ausgiebig geschmückte Halle, die von den Statuen verschiedener Buddhas dominiert wird. Die übrigen Hauptgebäude ostasiatischer Tempel sind von einem rechteckigen Hof umgeben, an den die Klostergebäude angrenzen.

Auch bei südostasiatischen Tempelanlagen stehen zumeist mehrere Einzelgebäude in einem umfangreichen Tempelbezirk, der zumeist auch einen oder mehrere Stupas enthält. (Siehe auch: Wat)

Bedeutende buddhistische Tempel sind u. a. der Mahabodhi-Tempel in Bodhgaya (2. Jahrhundert), der Borobudur auf Java aus dem 9. Jahrhundert und die Bagan-Tempelanlagen von Myanmar aus dem 11. Jahrhundert.

Literatur

  • Heinrich Gerhard Franz: Von Gandhara bis Pagan: Kultbauten des Buddhismus und Hinduismus in Süd- u. Zentralasien. Graz: Akademische Druck- u. Verl.-Anst. 1979.
  • Dietrich Seckel: Kunst des Buddhismus. Werden, Wanderung und Wandlung. Baden-Baden: Holle 1962.
  • Gabriele Seitz: Die Bildsprache des Buddhismus. Düsseldorf: Patmos 2006.
  • Mortimer Wheeler (Hrsg.): Prachtbauten des Ostens: Tempel, Grabstätten und Festungen Asiens. Frankfurt [Main]: Ariel 1968.

Fußnoten

  1. Gabriele Seitz: Die Bildsprache des Buddhismus. Düsseldorf: Patmos 2006. S. 46-59, hier: S. 53.

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