iTunes

iTunes
iTunes
Logo
Entwickler Apple
Aktuelle Version 10.5[1]
(11. Oktober 2011)
Betriebssystem Mac OS X, Windows
Kategorie Mediaplayer
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig ja
iTunes-Webseite
Bildschirmfoto von iTunes 10 unter Windows Vista

iTunes ist ein Multimedia-Verwaltungsprogramm von Apple zum Abspielen, Konvertieren, Organisieren und Kaufen von Musik, Hörbüchern, Podcasts, Filmen, iPod-, iPhone- und iPad-Apps. Es kann die Inhalte angeschlossener iPods, iPads und iPhones verwalten. iTunes wird aktuell für die Plattformen Mac OS X, Windows XP, Windows Vista und Windows 7 weiterentwickelt. Für Mac OS 9 und Windows 2000 sind ältere Versionen erhältlich, die aber neuere Geräte wie z. B. das iPhone 3G nicht mehr unterstützen.

Die Software iTunes war auch Bestandteil des iLife-Pakets, welches iPhoto, iDVD, iMovie, iWeb und GarageBand anbietet, und wird nun als eigenständiges Programmpaket kostenlos angeboten.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsübersicht

Mit iTunes kann man vor allem Musik hören und diese ordnen, sortieren, gruppieren, über ein Netzwerk via Bonjour streamen, CDs auf die Festplatte überspielen und Musik-CDs oder DVDs brennen und für diese Cover ausdrucken. Unterstützt werden auch QuickTime-Filme. Seit Version 4.9 ist es möglich, Podcasts kostenlos zu abonnieren und zu verwalten.

Dazu bedient es sich einer eigens geführten Musikbibliothek, um Musikdateien unterschiedlichster Formate mit Metainformationen (bei MP3 beispielsweise ID3-Tags) zu hinterlegen. Nach diesen kann flexibel, wenn auch nicht beliebig, sortiert und gefiltert werden. Eine weitere Eigenschaft in diesem Zusammenhang sind die intelligenten Wiedergabelisten. Eine intelligente Wiedergabeliste wird erstellt, indem man Kriterien ähnlich einer Datenbankabfrage definiert. Daneben bietet iTunes eine Echtzeit-Suche, deren Suchresultate bereits bei der Eingabe erscheinen.

Ferner bietet es eine integrierte Schnittstelle und Portalsoftware zum iTunes Store, über den per Internet Musiktitel und Musikvideos angeschaut und gekauft werden können. Außerdem ist iTunes für den iPod, das iPhone und Apple TV als Standard-Musikverwaltungs-Software gedacht. Die Windows-Version von iTunes löst damit die MusicMatch Jukebox des ehemaligen Kooperationspartners ab, jedoch existiert, außer für das Modell „iPod Touch“, eine Vielzahl an alternativer Software. Die Inhalte dieses Modells können ausschließlich mit der iTunes-Software gepflegt werden. Alternative Anbieter, insbesondere diejenigen, die mit anderen Modellen der „iPod“-Reihe durchaus umgehen können (wie z. B. iPod Classic), sind zur Zeit (Februar 2008) nicht bekannt.

Ende September 2005 kam das Motorola ROKR (gesprochen Rocker) auf den Markt. Es ist das erste Mobiltelefon, das von iTunes als Musik-Abspielgerät unterstützt wird. Es kann bis zu 100 Lieder mit einer iPod-ähnlichen Software verwalten.[2]

Als Sonderprogramm ist iTunes U gedacht, das Hochschulen erlaubt, ihre Multimedia-Angebote über iTunes zu publizieren. Zu Anfang war der Dienst nur in den USA und Kanada aktiv, er wurde jedoch ständig erweitert. Im Allgemeinen sind die Angebote uneingeschränkt und kostenfrei nutzbar. Spezifische Inhalte sind jedoch eingeschriebenen Studenten und Universitätsangehörigen vorbehalten. Im Januar 2009 startete iTunes U mit Angeboten der Ludwig-Maximilians-Universität München, der RWTH Aachen, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und des Hasso-Plattner-Instituts auch in Deutschland.

Weder die Windows-Version noch die OS-X-Version unterstützt die automatische Konvertierung von WMV-Dateien. Unter OS X existiert ein zusätzliches Plug-in namens „Flip4Mac“, welches in der kostenlosen Version die direkte Wiedergabe von WMV-Dateien erlaubt.

Geschichte

iTunes basiert weitgehend auf der kommerziellen MP3-Applikation SoundJam MP, die vom Software-Verlag Casady & Greene entwickelt wurde. Letztendlich übernahm Apple die Entwickler mitsamt der Software. Die erste Version von iTunes im Januar 2001 war daher SoundJam MP sehr ähnlich.

Nach der Übernahme durch Apple wurden zahlreiche Funktionen ergänzt. Dazu gehört die Unterstützung des iPods, einer größeren Auswahl an CD-Brennern und Sprachen. Ferner wurde die für iTunes charakteristische Playlistverwaltung verbessert, 2003 die Unterstützung für Windows XP und den hauseigenen „iTunes Music Store“ ergänzt.

In Europa wurden die iTunes Stores (damals noch als „iTunes Music Store“) im Juni 2004 in Großbritannien, Frankreich und Deutschland eingeführt. Später folgten Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, Japan, Neuseeland und Australien.

Da seit dem 13. September 2006 auch Fernsehserien und Spielfilme verkauft werden, wurde der iTunes Music Store in iTunes Store umbenannt.

Bis zum 31. Juli 2007 wurden laut Apple weltweit mehr als 3 Milliarden Musikstücke, 50 Millionen Fernsehserien und 2 Millionen Spielfilme über den „iTunes Store“ verkauft. Der iTunes Store verfügt derzeit über ein Angebot von mehr als 18 Millionen Musikstücken[3], 550 Fernsehserien und 500 Spielfilmen.

Seit dem 30. Mai 2007 bietet der iTunes-Store auch DRM-freie Titel von EMI und anderen noch nicht näher genannten Musikverlagen unter der Bezeichnung iTunes plus an.

Seit der MacWorld Keynote am 15. Januar 2008 ist es in Amerika möglich, Filme für rund 4 Dollar (ältere Filme für rund 3 Dollar) auszuleihen. Diese stehen dann 30 Tage zum Abspielen zur Verfügung. Nach dem Start hat der Benutzer 24 Stunden Zeit, den Film zu sehen.

Seit dem 2. April 2008 ist es in Deutschland möglich, TV-Sendungen u. a. von ABC und ProSiebenSat.1 Media herunterzuladen.

Seit Mai 2008 bietet Sony BMG Music Entertainment vereinzelte Titel auch ohne DRM im iTunes Store an.

Wie auf der Macworld Keynote am 6. Januar 2009 bekanntgegeben wurde, werden seit April 2009 alle Musikstücke im iTunes Store nur noch DRM-frei angeboten.

Am 9. September 2009 erschien Version 9 des Musikverwaltungsprogrammes iTunes. Einerseits wartet iTunes 9 mit einem komplett überarbeiteten Design des iTunes Music Store auf sowie erweiterten Funktionen für die Zusammenstellung intelligenter Wiedergabelisten. Andererseits sind die Anzeige- und Suchfunktionen für Genres sowie die Listendarstellung der Titel in der Anzeige des Music-Store-Fensters stark in den Hintergrund gedrängt oder ersatzlos gestrichen worden.

Am 25. Februar 2010 wurde die Grenze von zehn Milliarden heruntergeladenen Liedern seit der Gründung überschritten.[4]

Am 1. September 2010 erschien iTunes 10. Dieses wartet mit neuen Ansichten sowie dem „Ping“-Service auf, welcher ein Soziales Musiknetzwerk integriert in iTunes darstellt.

Versionen

Die aktuelle Versionsnummer ist 10.5.1 [1]. Sie benötigt Mac OS X Leopard auf G4 oder Intel Prozessoren oder Microsoft Windows XP oder höher. Die letzte Version für Mac OS 9 war 2.0.4, die letzte für Windows 2000 ist 7.3.2 und für Apple PowerMac G3 Computer kann maximal Version 8.2.1 geladen werden.

Technisches

AirPlay

Hauptartikel: AirPlay (Schnittstelle)

An ein AirPlay-fähiges Gerät von Apple oder einen Dritthersteller kann eine HiFi-Anlage, ein Lautsprechersystem oder Fernseher angeschlossen werden. In iTunes kann diese Anlage ausgewählt werden, um die Musik live an die Anlage zu streamen. iTunes berechnet die kurze Verzögerungszeit beim Streamen, so dass die Musik auf allen Lautsprechern synchron läuft, auch wenn die Boxen in mehreren Räumen verteilt sind. Die Vorgängertechnik hieß AirTunes, der verbesserte Nachfolger AirPlay, der abwärtskompatibel ist. Der Nachfolger AirPlay unterstützt neben Audio- auch Videostreaming.

Audioformate

iTunes unterstützt momentan folgende Audioformate: MP3 mit CBR (Konstante Bitrate) oder VBR (Variable Bitrate), AAC mit und ohne VBR, Apple Lossless, AIFF sowie WAV und TCA. iTunes spielt auch eingekaufte Musik von audible.com sowie DRM-geschütztes AAC aus dem hauseigenen iTunes Music Store.

Wenn auf dem PC mindestens Windows Media Player 9 installiert ist, ist es mit iTunes möglich, eine Kopie von DRM-freien WMA-Dateien im AAC-Format und anderen von iTunes unterstützten Formaten erstellen zu lassen. Auf einem Mac können keine WMA-Dateien in iTunes importiert werden, weil Lizenzen dies verbieten.

Da iTunes auf QuickTime aufsetzt, wird neben MIDI auch das freie Ogg-Vorbis-Format unterstützt, wenn das entsprechende inoffizielle Plugin Xiph QuickTime Components (XiphQT) in QuickTime installiert wird. Es funktioniert mit Version 7 von QuickTime und somit auch in Version 6 von iTunes.

Automatisierung

iTunes unterstützt unter Mac OS X AppleScript und Automator. Damit kann durch einfaches Drag & Drop im Automator Funktionalität ferngesteuert werden. Unter Windows existiert eine COM-Schnittstelle, die jedoch bisher nur wenig genutzt wird.

Dateifreigabe

Musikdateien können über Bonjour, die Apple-Bezeichnung für den offenen Netzwerkstandard Zeroconf, freigegeben werden. Die Musikdateien können daher ohne Konfiguration mit Benutzern, die sich im selben Teilnetz befinden, angehört werden. Benutzer außerhalb des Teilnetzes können die IP-Adresse des verteilenden Computers angeben. Eine Ausnahme bildete die Version 4.0, mit der die Freigabe auch über das Internet möglich war. Dies wurde jedoch in der bald darauf erschienenen Version 4.0.1 deaktiviert, um aufkommenden rechtlichen Streitigkeiten und Lizenzansprüchen aus dem Weg zu gehen. Durch den Aufbau eines privaten Netzwerks ist es allerdings möglich, diese Beschränkung zu umgehen. Es wird der TCP-Port 3689 verwendet.

Genius

Die Funktion Genius erschien mit der Version 8 von iTunes. Mit ihr ist es möglich, Wiedergabelisten mit nach Apples Ansicht „gut zueinander passenden“ (‘songs that go great together’) Titeln zu erstellen.

Wenn die Genius-Funktion das erste Mal gestartet wird, werden Informationen über die iTunes-Musik-Bibliothek an Apple gesendet. Die eigenen Informationen werden mit denen von anderen Genius-Nutzern verglichen und an den Benutzer zurückgesendet. Spielt man nun ein Lied in iTunes und klickt auf den Genius-Button, kreiert iTunes eine neue Playlist mit Titeln, die alle „gut zueinander passen“. Die Art der Musik bezieht sich dann immer auf den vorher ausgewählten Titel.

Das Senden der Daten über die eigene iTunes-Musik-Bibliothek ist laut Apple vollkommen anonym.

Zudem gibt es die Genius Sidebar. Wird ein Titel abgespielt, zeigt die Sidebar Angebote aus dem iTunes-Store für ähnliche Titel. Die Sidebar zeigt ab Version 10.0.1 alternativ auch die Ping Sidebar.

Genius Mixe

Genius Mixe durchstöbert die iTunes-Mediathek und erstellt automatisch bis zu zwölf genrebasierte Mixe mit Musikstücken, die gut zusammenpassen. Auf das Auswahlverfahren hat man direkt keinen Einfluss. Das Programm evaluiert aus der weltweiten iTunes-Community, nach den individuellen Bewertungskriterien der iTunes-User. Diese von Genius zusammengestellte Playlist kann man sich speichern oder immer wieder neu aktualisieren. Seit kurzem auch für iPhone und ein paar iPod touch und iPod nano Generationen erhältlich.

Gruppierungen und Ansichten

Die Gruppierung von Liedern erfolgt nach Genre/Interpret/Album in Listen. Daneben gibt es eine Reihe grafischer Darstellungsformen anhand von Albencovern. Schließlich wurde Cover Flow in iTunes integriert, was die graphische Anzeige von Plattenstapeln ermöglicht und damit die Suche wie in einer DJ-Box anhand des Covers.

iTunes DJ

Es handelt sich um eine spezielle Wiedergabeliste, die wiederum aus einer anderen Wiedergabeliste oder aus der Musikbibliothek erstellt und ständig zufällig nachgefüllt wird. Diese Funktion ist für Partys gemacht, da man dort nicht mehr selbst umschalten muss. Über die kostenlose AppStore-App Remote von Apple können sich die Partygäste Lieder aus der iTunes-Mediathek wünschen. Je nach Beliebtheit der gewünschten Songs spielt iTunes DJ diese ab.

Intelligente Wiedergabelisten

Es können Wiedergabelisten erstellt werden, deren Inhalt ähnlich wie eine Suche nach Kriterien bestimmt wird. iTunes hält bei Änderungen der Musikbibliothek diese stets aktuell.

Internet-Radios

Integriert in iTunes sind außerdem mehr als 250 kostenlos zugängliche Internetradios. Diese sind nach Genre geordnet und werden in verschiedenen Datenraten angeboten.

iTunes LP

Lädt man im iTunes Store mit iTunes LP gekennzeichnete Alben herunter, werden animierte Songtexte, Begleitinfos, Fotos und anderes Zusatzmaterial zum Song ergänzt. Beim Anhören kann man nun im Zusatzmaterial blättern.

iTunes-Store-Unterstützung

In iTunes ist der iTunes Store integriert, in dem Musikstücke, Musikvideos und Filme gekauft und Leihvideos ausgeliehen werden können.

iTunes U

U wie Universität: Hier werden Hunderte von Interviews, Kurzfilme und Vorlesungen zum Download zur Verfügung gestellt. Einige bekannte Museen beteiligen sich an dem Programm (beispielsweise Tate Gallery, Schloss Versailles, Fondation Cartier, Kunsthalle Wien). Zahlreiche Universitäten (MIT, Oxford, Stanford, LMU München, RWTH Aachen, HPI Potsdam) haben Vorlesungen eingestellt (Statistik, Mathematik, Programmierung von iPhone-Applikationen, aber auch Medizin, Literatur, Sozialwissenschaften). Der Großteil der Beiträge ist bisher auf Englisch. Der Zugriff auf die Inhalte kann nur über iTunes selbst erfolgen. [5]

iTunes und der iPod

Sobald man seinen iPod, iPhone oder iPad an den Computer anschließt und iTunes startet, wird (auf Wunsch) die ganze iTunes-Musikbibliothek auf den iPod bzw. MP3-Player übertragen bzw. diese aktualisiert sowie Kalender und Kontakte auf dem iPod auf den neuesten Stand gebracht (seit Version 5.0 auch mit Windows-PCs; iTunes liest hierbei die entsprechenden Einträge von Microsoft Outlook (Express) aus). Bei ungenügendem Speicherplatz auf dem Zielgerät bietet iTunes eine, auf Basis der bisherigen Hörgewohnheiten automatisch erstellte, Auswahl zur Synchronisation an.

iTunes kann auch auf eine manuelle Verwaltung der Musikstücke auf dem iPod umgestellt werden. Sobald man auf dem iPod einen Titel bewertet oder durch Anhören den Zähler erhöht, werden diese Änderungen mit den Tags in der Bibliothek synchronisiert. iTunes unterstützt seit Version 10.5 neben der Synchronisation über USB auch den Abgleich per WLAN oder Bluetooth.[6]

Medienverwaltung

Die Applikation bietet eine technisch auf der Multimedia-Architektur QuickTime basierende Lösung zum Archivieren, Importieren, Brennen und Verwalten von Musikbibliotheken, wahlweise in unkomprimierten wie AIFF oder komprimierten Dateiformaten wie MP3 und AAC oder auch Apple Lossless.

Die Musikbibliothek wird in einem proprietären Binärformat abgelegt. In ihr sind die Metainformationen der Audiodateien abgelegt, unabhängig von den Metainformationen der jeweiligen Audioformate, die zum Beispiel in ID3-Tags abgespeichert sind. Der Vorteil besteht darin, dass die Metainformationen auch verändert werden können, wenn die Audiodateien das Modifizieren ihrer Tags nicht erlauben.

Beim Beenden speichert iTunes zusätzlich eine Kopie der Musikbibliothek im XML-Format, um enthaltene Medien anderen Programmen wie z. B. iPhoto verfügbar zu machen. Diese Datei wird von iTunes nur geschrieben, aber nie gelesen.

Die Dateien liegen standardmäßig in folgenden Ordnern:

  • bei Mac OS X in
/Users/{USER}/Music/iTunes
  • bei Windows XP (deutsche Version) in
\Dokumente und Einstellungen\{USER}\Eigene Dateien\Eigene Musik\iTunes\iTunes Music
  • und bei Windows Vista & Windows 7 in
\Users\{USER}\Music\iTunes\iTunes Music

Ping

Ping ist ein ab der Version 10 enthaltenes Social Network, bereitgestellt durch Apple, auf dem sich Nutzer über Musik und ihre Interessen sowie gekaufte Musik austauschen können. Ähnlich wie bei den großen Social Networks Facebook und Twitter kann man Künstlern oder anderen Benutzern, die angemeldet sind, „folgen“ und damit sein Interesse an deren Musik zeigen bzw. verfolgen welche Interessen andere Benutzer haben.

Podcasting

Wer einen Podcast anderen iTunes-Benutzern zur Verfügung stellen will, kann solch einen Link einsetzen: „pcast://www.example.org/podcasts/neuigkeiten.xml“, ähnlich dem „http://“. iTunes importiert diesen Podcast-Verweis dann automatisch in sein Podcast-Verzeichnis.

Privatfreigabe

Die Privatfreigabe macht es möglich, von fünf Computern durch die iTunes-Mediathek zu stöbern und zu importieren, was einem gefällt. Es ist auch möglich, von anderen gekaufte Musik automatisch zur Mediathek hinzuzufügen.

Spotlight-Suche

In iTunes kann nach Schlagwörtern gesucht werden. In der Mac-Version unterstützt die Suche Spotlight, so dass auch eine Suche aus dem Spotlight-Menü möglich ist.

Kritik und Lob

Digital Rights Management (DRM)

In die Kritik geraten ist die fest integrierte Anbindung zum iTunes Music Store dadurch, dass dort erstmals in breitem Maße Digital Rights Management (DRM) zum Einsatz kam, welches die Rechte der Endverbraucher an der Nutzung der erworbenen Musikstücke einschränkt. Benutzer konnten über Bonjour auf anderen Rechnern gefundene Stücke zwar abspielen, aber nicht der eigenen Musikbibliothek hinzufügen. Auch verhinderte iTunes das Kopieren von Dateien vom iPod in die Musikbibliothek. Apples Lizenzierung erlaubt die gleichzeitige Benutzung heruntergeladener Musikstücke auf fünf Rechnern, beliebig vielen iPods und das unbegrenzte Brennen auf CDs. Dies stellt aktuell eine etwas freizügigere DRM-Politik dar, als dies z. B. bei Musicload von T-Online und anderen Microsoft-lizenzierten Anbietern von WMA-Downloads der Fall ist.

Gegen Apple wurde in den USA eine Sammelklage eingereicht, die den Einsatz des proprietären DRM kritisiert.[7] In Frankreich läuft aktuell noch eine Klage, in der es darum geht, Apple dazu zu zwingen, das FairPlay-DRM-Format auch für das Abspielen auf Nicht-Apple-Hardware zu ermöglichen.[8] Konkurrent Sony hat, sollte ein ergangenes Urteil Bestand haben, einen DRM-Prozess in Frankreich bereits verloren.[9] In Norwegen wurde iTunes bereits vorläufig für illegal erklärt. Nach norwegischem Recht gewährt ein Ombudsmann Apple bis zum 1. Oktober 2007 die Möglichkeit, iTunes so zu verändern, dass Musik, die über iTunes erworben wird, auch unmittelbar auf jedem beliebigen MP3-Player genutzt werden kann. Eine Öffnung des Formates von iTunes für Multimedia-Geräte von anderen Anbietern ist wettbewerbsrechtlich deshalb besonders relevant, weil das Abspielen der Musik, die von Apples iTunes-Store erworben wird, auch auf anderen Geräten als dem iPod und dem iPhone möglich sein muss.

Nur einen Tag, nachdem Apples CEO Steve Jobs einen Vergleich mit den Beatles verkündete, bezog er in einem offenen Brief unter dem Titel „Thoughts on Music“ zu den Vorwürfen aus Europa Stellung, mit Apples Kopierschutzverfahren FairPlay Apples Monopolstellung im Bereich des digitalen Vertriebs von Musik über das Internet und der Kopplung an iTunes auszubauen.[10] In dem Brief sieht sich Steve Jobs mehr als Opfer der Musikfirmen, Universal, Sony BMG, Warner Music Group und EMI, denn als Täter. Steve Jobs' Hauptargument ist, dass es Apple nicht möglich sei, sein Kopierschutzverfahren für andere Anbieter zu öffnen, weil Apple dann nicht mehr gewährleisten könne, binnen weniger Wochen Lücken in selbigen zu beheben. In den Medien wird jedoch vermutet, dass – neben den bereits erwähnten rechtlichen Problemen in Europa – die Konkurrenz durch Peer-to-Peer-Netzwerke und legale Angebote ohne DRM Jobs zu diesem Schritt bewogen hat.[11][12]

In der Praxis ist der Kopierschutz leicht auszuhebeln. Brennt man die Musik auf CD und importiert diese wieder in iTunes, so ist der Kopierschutz entfernt, und die Datei kann beliebig verwendet werden. Seit iTunes 7 ist es möglich, Musikdateien vom iPod zurück auf den Rechner zu übertragen, jedoch nur solche Musikdateien, die bei iTunes gekauft wurden. Senuti (von hinten nach vorne gelesen iTunes), eine kostenlose Software, ermöglicht es, für Mac OS X sämtliche Musikdateien des iPod auf den Rechner zu übertragen. Unter Windows finden sich außerdem kommerzielle Anbieter wie CopyPod, Anapod Explorer mit noch weit mehr Funktionen oder Winamp (ab Version 5.2), mit deren Hilfe sich ebenfalls (ähnlich Senuti) die Musik des iPods wieder auf den PC übertragen lässt.

Am 30. Mai 2007 wurde iTunes Plus eingeführt. Als Kunde hat man nun die Möglichkeit, Musik ohne DRM zu erwerben. Bei iTunes Plus ist die Musik in AAC 256 kbit/s verfügbar. Am 6. Januar 2009 wurde das Angebot an DRM-freien Titeln auf 80 Prozent des Katalogs erweitert. Mittlerweile ist der gesamte Katalog umgestellt worden. [13]

Datenschutz

In der Version 6.02 der Software wurde eine Funktion eingebaut, die in der Standardeinstellung zu jedem abgespielten Musikstück den Künstlernamen über das Internet an einen Server überträgt. In einem kleinen Fenster (MiniStore) bekommt der Hörer daraufhin künstlerbezogene Informationen und abgestimmte Werbung für andere Produkte aus dem iTunes Store angezeigt. Dies löste unter Gesichtspunkten des Datenschutzes, der Privatsphäre sowie des ungeprüften Urheberrechtes Kritik an Apple aus, da eine Erforschung des Hörverhaltens und Einblicke in private MP3-Sammlungen befürchtet werden.[14] Solche Vorgänge sind nach Meinung vieler Nutzer unerwünscht und bedürften außerdem einer individuellen Zustimmung, die jedoch erst seit der aufgekommenen Kritik per Aktivierung des MiniStores eingeholt wird.

Mittlerweile erscheint beim ersten Aufrufen des iTunes-MiniStores ein Hinweis, dass im MiniStore anhand des in der Wiedergabeliste markierten Titels passende Vorschläge angezeigt werden. Darüber hinaus schreibt Apple, dass keine persönlichen Daten an Apple gesendet oder gespeichert werden. Der MiniStore kann über eine Schaltfläche am unteren Ende des iTunes-Programmfensters ausgeschaltet werden, wodurch keine Daten mehr verschickt werden.

iTunes als Vertriebsweg für Musikschaffende und Plattenfirmen

Die Einführung von iTunes fiel in eine Zeit, in der viel Musik kopiert wurde, ohne dafür zu bezahlen. Die Verbreitung großer externer Festplatten und schneller Übertragungsstandards (USB 2 statt USB 1) machte es möglich, mit einem Knopfdruck eine ganze CD-Sammlung zu überspielen und weiterzugeben. Die Umsätze vieler Beteiligter der Musikindustrie gingen zurück. In dieser Situation präsentierte iTunes der Öffentlichkeit On-Demand-Streaming als Apple-Geschäftsmodell und als Absatzmodell für die Musikindustrie. iTunes bot vielen (auch kleineren) Schallplattenverlagen („Labels“) Verträge an, in denen unter anderem geregelt ist, welchen Betrag Label und Künstler vom gemachten Umsatz (Erlös pro Download) erhalten. Über die Höhe der Beträge ist öffentlich nichts bekannt; offenbar haben die Beteiligten Stillschweigen darüber vereinbart. Ein deutscher Musikverleger sagte 2010 in einem Interview, iTunes zahle mehr als alle anderen Online-Musikläden.[15] [16]

Seit dem 16. November 2010 ist die komplette Diskografie der Beatles in iTunes erhältlich. Damit ist Apple das erste Unternehmen weltweit, dem es gestattet ist, die Musik der Beatles digital über das Internet zu verkaufen. Der Veröffentlichung in iTunes waren jahrelange Verhandlungen vorausgegangen.

Siehe auch

Literatur

  • Daniel Mandl, Michael Schwarz: iTunes 10, iPad, iPhone, iPod und Apple TV – für Windows & Mac. Mandl & Schwarz-Verlag / Edition Digital Lifestyle, Husum 2010, ISBN 978-3-939685-29-6.
  • Georg Erber: Musik-Downloads: Anbieterspezifischer Kopierschutz wettbewerbswidrig, in: DIW-Wochenbericht 11/2007, 74. Jg., 14. März 2007, 171-174, ISSN 0012-1304
  • Gerald Erdmann, Charlotte Stanek: iPod + iTunes 704 Seiten, O’Reilly 2007, ISBN 978-3-89721-475-0
  • Daniel Mandl, Michael Schwarz: iTunes 7 und iPod für den Mac: iLife von Apple schnell, einfach und unterhaltsam erklärt – Musik, Hörbuch, Spiele und Podcast. Mandl & Schwarz/Edition Digital Lifestyle, Husum 2007, ISBN 3-939685-02-X
  • Daniel Mandl: iTunes 9, iPhone, iPod & Apple TV – Musik, Filme und mehr für Windows & Mac / unterwegs und im Heim-Netzwerk. Mandl & Schwarz-Verlag/Edition Digital Lifestyle, Husum 2009, ISBN 978-3-939685-16-6

Einzelnachweise

  1. a b http://www.apple.com/de/itunes/download/
  2. http://www.motorola.com/mediacenter/news/detail/0,,5930_5892_23,00.html
  3. http://newsletter.nemuk.com/archive.php?p=462572436_284286
  4. Andreas Link (25. Januar 2010): Apple Itunes: 10 Milliarden Musik-Downloads erreicht. COMPUTEC MEDIA AG. Abgerufen am 13. März 2010.
  5. Informationen zum Universitätsprogramm
  6. iPhone-Synchronisation über Bluetooth, abgerufen am 20. Oktober 2010
  7. Golem.de Sammelklage gegen Apple wegen DRM – Illegales iTunes-Monopol?“ (3. Januar 2007)
  8. Macwelt März: Ärger in Frankreich und mit den Beatles“ (März 2006)
  9. Golem.de Sony verliert DRM-Prozess Irreführung der Kunden“ (8. Januar 2007)
  10. Apple Inc. Apple Inc. and The Beatles’ Apple Corps Ltd. Enter into New Agreement“ (5. Februar 2007)
  11. Der Spiegel Steve Jobs drängt Plattenfirmen, DRM abzuschaffen“ (7. Februar 2007)
  12. Die Zeit Ein bisschen Revolution“ (7. Februar 2007)
  13. Pressemitteilung Apples über Neuerungen im iTunes Store
  14. silicon.de: iTunes spürt Musik-Plagiate auf“ (22. Februar 2007)
  15. [tt_news=635&cHash=a9bebb87ac stereo.de Ausgabe September 2010 S. 141: Apple zahlt am meisten]
  16. sueddeutsche.de vom 28. Juni 2010: Interview mit dem Musikverleger und Lizenzberater Jürgen Söder über den Kampf um das neueste Absatzmodell der Musikindustrie: On-Demand-Streaming.

Weblinks


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