Computer-aided facility management


Computer-aided facility management

Computer-aided facility management (CAFM) ist die Unterstützung des Facility Managements durch die Informationstechnik in Form eines Computerprogramms, welches aus einer Datenbank und einer Anwenderoberfläche besteht. Dabei stehen die Bereitstellung von Informationen über die Facilities und die Unterstützung von Arbeitsprozessen im Vordergrund.

Das Programm wird als CAFM-Software, CAFM-Anwendung oder als CAFM-System bezeichnet. Es gibt sogenannte integrierte Systeme, die mehrere Funktionen in sich vereinen. Diese Anwendungen werden auch als multifunktionale Systeme (oder iCAFM-Software) bezeichnet. Anwendungen mit nur einer speziellen Funktion werden als monofunktionale Anwendungen bezeichnet.

Quelle: GEFMA 400:04-2002, Computer-Aided Facility Management

In der Branche wird zwischen Client/Server und Web-basierten Systemen unterschieden.

Bei Client/Server-Systemen können die Daten ausschließlich von fest vernetzten Computern aus eingegeben und abgerufen werden. Die Software muss hierzu auf jedem einzelnen PC installiert werden. Zusätzlich wird eine Datenbank benötigt.

Bei einem Web-basierten CAFM-System wird neben der Datenbank lediglich ein Web-Browser benötigt und die Informationen können über ein Intranet firmenweit oder über das Internet weltweit an jedem Computer eingegeben und abgerufen werden, ohne dass etwas auf dem Computer installiert werden muss. Es wird lediglich die entsprechende Web-Adresse benötigt, mit der das System wie eine beliebige Website geöffnet wird.

Zunehmend werden CAFM-Systeme auch verstärkt zur Abbildung von Facility-Management-Prozessen verwendet. Gute CAFM-Anwendungen sind nicht nur prozessorientiert - sie sind der Prozess selbst. So ist es beispielsweise möglich, von einem Gebäudenutzer (z. B. einem Büroangestellten etc.) gemeldete Defekte (z. B. eine defekte Beleuchtung) als Reparaturaufträge in dem System zu hinterlegen. Diese Aufträge können dann von dem entsprechenden Fachbereich oder einer externen Firma eingesehen und bearbeitet werden. Es kann eine Auftragsverfolgung eingesetzt werden, bei der die offenen Aufträge dem Fachbereich bzw. der durchführenden Firma wieder vorgelegt werden, falls der Auftrag nach einer bestimmten Zeitspanne noch nicht erledigt sein sollte (Eskalierung). Ist ein Auftrag erledigt worden, wird er im System als erledigt vermerkt und es kann automatisch eine Erledigungsmeldung - z. B. per E-Mail - an den Auftraggeber gesendet werden. Auf diese Weise können Arbeitsvorgänge überwacht und die Kundenzufriedenheit erhöht werden.

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Verwandte Bereiche, Erweiterungen

Als Gebäudeautomation (GA) bezeichnet man die Gesamtheit von Überwachungs-, Steuer-, Regel- und Optimierungseinrichtungen in Gebäuden im Rahmen des technischen Facility Managements. Ziel ist es Funktionsabläufe gewerkeübergreifend selbständig (automatisch), nach vorgegebenen Einstellwerten (Parametern) durchzuführen oder deren Bedienung bzw. Überwachung zu vereinfachen. Alle Sensoren, Aktoren, Bedienelemente, Verbraucher und andere technische Einheiten im Gebäude werden miteinander vernetzt. Abläufe können in Szenarien zusammengefasst werden. Kennzeichnendes Merkmal ist die dezentrale Anordnung der Steuerungseinheiten (DDC) sowie die durchgängige Vernetzung mittels eines Bussystems (in der Regel EIB/KNX bzw. bei Beleuchtung DALI).

Der erweiterte Begriff CAIFM oder auch iCAFM (computer-aided integrated facility management bzw. integrated computer-aided facility management) sieht sich "als integrierter Bestandteil der Informationstechnologie des Gesamtunternehmens bzw. der Gesamtorganisation und unterstützt daher unternehmensweite Prozesse, welche FM-Funktionen involvieren. Ein CAIFM ist daher stets mit dem ES - Enterprise System (oft auch ERP - Enterprise Resource Planning System genannt) online und in Echtzeit integriert. Bei solchen ES dominiert in Großorganisationen SAP mit seinem System R/3. Weiters ist ein CAIFM idealerweise auch mit den Gebäudeautomationssystemen integriert. So wird ein CAIFM zum Teil des Managementinformationssystems (MIS) des Unternehmens und damit zur echten Unterstützung für das Top Management." Quelle: Mag. Prischl Peter

Literatur

  • Michael May (Hrsg.): IT im Facility Management erfolgreich einsetzen. Das CAFM-Handbuch., 2. Aufl. Springer, 2006, ISBN 3-540-35214-7
  • Jens Nävy, Wolfgang Löwen: Facility Management. Grundlagen, Computerunterstützung, Systemeinführung, Anwendungsbeispiele. 3. Auflage. Springer, Heidelberg 2000, ISBN 3-540-44167-0
  • Gerhard Peter Hofer: "Einführung von CAIFM". Implementierung eines CAIFM-Systems im Unternehmen. Dipl.- Arb., 2001, Hochschule Kufstein (FHS Kufstein Tirol)

Siehe auch

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