Johann Gregor Grotefend

Johann Gregor Grotefend

Johann Gregor Grotefend (* 3. März 1766 in Münden; † 28. Januar 1837 in Clausthal) war ein deutscher lutherischer Theologe und Generalsuperintendent der Generaldiözese Grubenhagen und auf dem Harz.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Grotefend, Sohn eines Schuhmachers, besuchte die Gelehrtenschule in Münden und studierte ab 1787 Theologie an der Universität Göttingen. 1790 wurde er zunächst Schulkollaborator am Pädagogium in Ilfeld. 1803 erhielt er die Pfarrstelle in Lenglern. 1806 wurde er Archidiakonus und zweiter Pastor in Clausthal, wo er neben seinem Pfarramt auch Unterricht in Mathematik und Physik am Gymnasium und an der Bergschule erteilte. Grotefend bemühte sich um eine völlige Neuordnung und Hebung des Schulwesens in Clausthal. 1819 wurde er als Superintendent nach Gifhorn berufen, wo er sich ebenfalls besonders um das Schulwesen verdient machte und mehrere Schulen neu errichten ließ. Mit anderen Predigern seiner Inspektion gründete er einen wissenschaftlichen Predigerverein. 1824 wurde Grotefend erster Pastor in Clausthal und Generalsuperintendent der Generaldiözese Grubenhagen und auf dem Harz. In dieser Funktion führte er die früher in Clausthal begonnene Schulreform fort und begründete die Einteilung in Volksschule, Gymnasium und Töchterschule.

Familie

Von Grotefends Söhnen war Friedrich August Grotefend Direktor des Gymnasiums in Göttingen und außerordentlicher Professor der dortigen Universität. Wilhelm Grotefend war Senior an der Marktkirche in Hannover. Ein dritter Sohn starb als Maler in Florenz. Johann Gregor Grotefends jüngerer Bruder Georg Friedrich Grotefend war Direktor des Lyzeums in Hannover und Entzifferer der Keilschrift.

Auszeichnungen

Die theologische Fakultät der Universität Göttingen ernannte Grotefend 1830 zum Doktor der Theologie.

Werke

  • Ansichten, Gedanken und Erfahrungen über die geistliche Beredsamkeit (1824)

Literatur

  • Rudolf Steinmetz: Die Generalsuperintendenten von Grubenhagen und auf dem Harz. In: Zeitschrift des Vereins für niedersächsische Kirchengeschichte 41 (1936), S. 100-102
  • Philipp Meyer: Die Pastoren der Landeskirchen Hannovers und Schaumburg-Lippes seit der Reformation. Göttingen 1941/42

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