Abrüstung


Abrüstung

Abrüstung bezeichnet die einseitige (unilateral) oder – durch zwei (bilateral) oder mehrere Staaten (multilateral) – vereinbarte Reduzierung militärischer Potenziale (Soldaten, Waffensysteme). Ideales Fernziel wäre die völlige Abschaffung der militärischen Ressourcen, um damit die zwischenstaatliche Gewaltanwendung einzudämmen oder ganz auszuschließen. Abrüstung soll dadurch die Durchsetzung des Gewaltverbots nach Artikel 2 (4) der Charta der Vereinten Nationen fördern (Pflicht zu völliger Abrüstung besteht nicht). In einem weiteren unscharfen Sprachgebrauch beinhaltet Abrüstung auch die Rüstungskontrolle (arms control), die sich mit ihrem Bezug auf die Stabilität nuklearer Abschreckung jedoch wesentlich von der älteren Vorstellung der Abrüstung unterscheidet und nicht deren negative Sicht von Rüstung teilt.[1]

Historische Vertragsunterzeichnung zur Abrüstung durch Gorbatschow und Reagan: INF-Vertrag vom 8. Dezember 1987

Inhaltsverzeichnis

Abrüstung in der Realität

Bei den meisten so genannten Abrüstungsgesprächen ging und geht es allerdings weniger darum, bestehende Kapazitäten abzubauen, sondern eher um Rüstungskontrolle oder Rüstungsbeschränkung. Diese gegenseitige Kontrolle soll den Bau bestimmter Waffen wie z.B. nuklearer Mittelstreckenraketen verhindern.

Die Idee der Abrüstung entwickelte sich unter den Bedingungen der Abschreckungspolitik während des Kalten Krieges.[1] Reale Chancen zur Abrüstung ergaben sich insbesondere in der Endzeit des Kalten Krieges zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt. Vor dem Hintergrund von Demonstrationen mit mehreren hunderttausend Menschen für Abrüstung und gegen das Wettrüsten kam es zu einem der wenigen Beispiele für tatsächliche Abrüstung: dem INF-Vertrag von 1987, mit dem Mittelstreckenraketen durch die Sowjetunion und die USA bilateral abgeschafft wurden. .

Als Problem im Zusammenhang mit Abrüstung werden häufig deren ökonomische Folgen gesehen. Staaten mit hoch entwickelter Rüstungsindustrie sind schwer zur Rüstungskonversion zu bewegen. Andererseits wird aufgrund eingesparter Rüstungsausgaben eine „Abrüstungsdividende“ erwartet.

Internationale Abkommen zur Abrüstung und zur Rüstungsbegrenzung

siehe unter Rüstungskontrolle und Conference on Disarmament

Literatur

  • Jost Delbrück (Hrsg.), Abrüstung, Kriegsverhütung, Rüstungskontrolle, Kehl/Straßburg 1983.
  • Institut für Internationale Politik und Wirtschaft der DDR (Hrsg.), Dokumente zur Abrüstung 1917–1976, Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1978.
  • Stockholm International Peace Research Institute, World Armaments and Disarmaments, SIPRI Yearbook, Stockholm (jährlich).

Weblinks

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Quellen

  1. a b "Abrüstung" von Rudolf, Peter; in: Nohlen, Dieter; Schultze, Rainer-Olaf; Lexikon der Politikwissenschaft. Theorien, Methoden, Begriffe, 2. Aufl. (2004);

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