William Stanley (Rosenkriege)


William Stanley (Rosenkriege)

Sir William Stanley KG (* um 1435[1][2] in Lytham; † 10. Februar 1495 in Tower Hill, London[3]) war ein englischer Ritter des Hosenbandordens und der jüngere Bruder von Thomas Stanley, einem englischen Staatsmann, erster Earl of Derby und Herrscher der Isle of Man. Stanley kämpfte mit seinen Truppen in mehreren Schlachten der Rosenkriege.

Leben

Er wurde in Lytham, Lancashire als der jüngere Sohn von Thomas Stanley, 1. Lord Stanley geboren. Im Jahr 1465 heiratete er Johanna, die Tochter des ersten Viscount Beaumont, und Witwe von John, Lord Lovel. Er heiratete in zweiter Ehe um 1471 Elizabeth Hopton, Tochter von Thomas Hopton mit der er eine Tochter, Jane Stanley, hatte. Sie wohnten in Holt, Norfolk.[3]

Karriere

Er unterstützte ursprünglich das Haus York während des Rosenkrieges und wurde mit der Zeit ein gefeierter Feldherr. Er kämpfte an der Seite des Hauses York in der Schlacht von Blore Heath im Jahre 1459. Im Jahr 1465 bekam er die Skipton-Ländereien und das Schloss der besitzlosen Cliffords als Lehen. Nach der Schlacht von Tewkesbury 1471 war er es, der Königin Margarete von Anjou, die Gemahlin von Heinrich VI., gefangen nahm, die die Lancaster anführte und wurde darauf vom König zum Venner/Bannerherr (Knight banneret) ernannt. Im Jahr 1483 wurde er zum Obersten Richter von Nordwales (Chief Justice of North Wales) ernannt. Nachdem 1483 Richard III. auf den Thron kam, bekam er für seine loyalen Dienste Land im Nordwales.[4]

Doch ab 1485 hatte Stanley beschlossen, die Seiten zu wechseln und unterstütze die Lancaster, also Heinrich Tudors Anspruch für den englischen Thron. Stanley ist meistens bekannt für sein Überlaufen in der Schlacht von Bosworth Field, wo er die Yorkisten unter Richard III. entscheidend schlug und damit half, Heinrich Tudors Anspruch auf den Thron zu sichern. In Dankbarkeit für sein rechtzeitiges Eingreifen verlieh ihm der neue König Heinrich VII. viele Titel, darunter das neue Amt des Lord Chamberlain. 1487 wurde Stanley in den Hosenbandorden aufgenommen.

Doch im Jahre 1495 wurde Stanley für seine Unterstützung des Prätendenten Perkin Warbeck des Verrats beschuldigt, verurteilt und einige Tage später am 10. Februar 1495 nach der Verurteilung geköpft. Er gab bereitwillig die Tat zu, abgesehen davon, dass man nur Indizienbeweise gegen ihn vorliegen hatte, da er dachte, dass er der Hinrichtung durch ein volles Geständnis entgehen würde. Der König hätte Gnade walten lassen können, fürchtete jedoch, dass er sich dadurch in Gefahr bringen würde, indem er andere Personen ermutigte, einen ähnlichen Akt der Torheit zu begehen und straflos davonzukommen.

Einzelnachweise

  1. James Tait: Stanley, William (d.1495). In: Sidney Lee (Hrsg.): Dictionary of National Biography (DNB), Band 54 (Stanhope - Stovin), MacMillan & Co, Smith, Elder & Co., New York City, London 1898, S. 8182 (englisch)
  2. Michael J. Bennett: Stanley, Sir William (c.1435–1495). In: H. C. G. Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB), Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X, online, Stand: Jan 2008 (Lizenz erforderlich) (englisch) (nicht eingesehen) 
  3. a b Eintrag zu Sir William Stanley auf der Website thepeerage.com, gesehen am 14. Juli 2011 (englisch)
  4. William Stanley - A Yorkist (Archivversion vom 3. Juli 2008) von Richard A. McArthur, mit Literaturangaben auf richard111.com, im Internet Archive auf archive.org, Stand: 3. Juli 2008, gesehen 14. Juli 2011 (englisch)

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