Dagda


Dagda

Der Dagda ['daɣða] (irisch: *Dago-dēvos, „Guter Gott”), auch Dagdæ, Ruadh Rhofessa („Der Mächtige/Rothaarige mit dem großen Wissen“) oder Eochaid Ollathair („Der große Vater“), ist eine zentrale Figur der Irischen Mythologie.

Inhaltsverzeichnis

Mythologie

Dagda ist ein Anführer der mythischen Tuatha de Danaan. Er ist der Allvater und zuständig für Recht, Gesetz und Ordnung.[1]

Dagda ist Sohn und gleichzeitig Geliebter der Erdmutter Dana, mit der er Brigid zeugt. Mit der Wassergöttin Boann bekommt er einen Sohn namens Aonghus und die Tochter Étaín, sein Enkel ist Delbaeth. Eine weitere Geliebte ist die Schicksalsgöttin Morrigan. Zusammen mit seinen Brüdern Ogma und Lugh bildet er die Triade der Tuatha de Dannan. Weitere Geschwister sind Nuada, Dian Cécht, Goibniu, Midir und Lir.

Dagda wird mit einer großen Keule dargestellt, seinem wohl wichtigsten Attribut. Diese Keule soll solche Ausmaße gehabt haben, dass er sie zeitweise auf einem Karren hinter sich herzieht. Mit seiner Keule vermag Dagda sowohl seine Feinde nieder zu strecken, als auch neues Leben zu schenken. Weiters besitzt er einen Kessel, der unerschöpflich Speisen spendet.[2] Seine magische Harfe beherrscht das Gemüt der Götter und Menschen; als sie ihm von den Fomori geraubt wird, holt er sie mit Hilfe seines Harfners Abhcan zurück, indem er mit ihrer Hilfe die Feinde tanzen, weinen und schließlich schlafen lässt.[1]

In der Zweiten Schlacht von Mag Tuired ist der Dagda eine der Hauptpersonen. Als bei den Vorbereitungen der Zauberer, der Mundschenk und der Druide der Tuatha dem König Lugh ihre Unterstützung anbieten, sagt der Dagda, das könne er auch alles alleine. Er erhält zur Antwort: „Deshalb bist du auch der Dagdæ!“ und das war nunmehr sein Name. Bei einer Liebesnacht mit Morrigan verrät sie ihm den Kriegsplan der Fomori und beim Kundschaften in deren Lager muss er eine Unmenge Eintopf (lite) aus einem Erdloch vertilgen.[3] Als er dann versucht, die Tochter des Fomori-Königs zu vergewaltigen, verprügelt sie ihn derart, dass er alles mit seinem Kot bespritzt.[4][5]

Dagda wird mit dem gallischen Gott Sucellus gleichgesetzt und wegen seiner Verbindung zur Anderswelt auch mit dem irischen Totengott Donn. weiters wird er manchmal mit dem altkeltischen Taranis oder dem römischen Dispater verglichen.

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3.
  • Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5.
  • Ingeborg Clarus: Keltische Mythen. Der Mensch und seine Anderswelt. Walter Verlag 1991, ppb-Ausgabe Patmos Verlag, Düsseldorf, 2000, 2. Auflage, ISBN 3-491-69109-5.

Einzelnachweise

  1. a b Ingeborg Clarus: Keltische Mythen. Der Mensch und seine Anderswelt. S, 82.
  2. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 574.
  3. Birkhan sieht hier ein archaisches Motiv, das auf Speisenopfer in einer Erdgrube an den Gott Dagda zurückzuführen ist. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 762 f.
  4. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 502 f.
  5. Ingeborg Clarus: Keltische Mythen. Der Mensch und seine Anderswelt. S, 79 f.

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