Dunkerque

Dunkerque
Dunkerque
Wappen von Dunkerque
Dunkerque (Frankreich)
Dunkerque
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Nord
Arrondissement Dunkerque
Kanton Hauptort von 2 Kantonen
Koordinaten 51° 2′ N, 2° 23′ O51.0377777777782.37638888888896Koordinaten: 51° 2′ N, 2° 23′ O
Höhe 6 m (0–17 m)
Fläche 37,34 km²
Einwohner 68.292 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 1.829 Einw./km²
Postleitzahl 59140, 59240, 59640
INSEE-Code
Website www.ville-dunkerque.fr

Lage von Dünkirchen im Arrondissement Dünkirchen

Dunkerque [dœ kɛʀk] od. [dɛ̃kɛʀk] (deutsch Dünkirchen, niederländisch Duinkerke, englisch Dunkirk) ist eine französische Hafenstadt an der südlichen Nordseeküste im Département Nord im historischen westflämischen Sprachgebiet Französisch-Flanderns. Die rund 10 km westlich der Grenze zu Belgien liegende Stadt zählt 68.292 Einwohner (Stand 1. Januar 2008), mit den Vorstädten sind es ca. 200.000, lebt vom Hafen und großen Industrieansiedlungen und beherbergt eine Universität mit ca. 10.000 Studenten.

Historische Bedeutung erlangte Dunkerque schon in der Zeit des Königs Ludwig XIV. und dessen Festungsbaumeisters Sébastien Le Prestre de Vauban, sowie des in dieser Stadt geborenen Korsars Jean Bart. Mittlerweile erinnert der Ortsname an eine der wichtigsten Episoden des Zweiten Weltkrieges: 1940 wurden hier die British Expeditionary Force (Britisches Expeditionskorps, BEF) und Teile der geschlagenen französischen Armee von den Deutschen eingekesselt (→ Schlacht von Dünkirchen).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Dunkerque im 7. Jahrhundert als Fischersiedlung. Dank seiner strategisch günstigen Lage am Eingang zum Ärmelkanal entwickelte sich der Ort rasch: 960 wurde eine Stadtmauer, 1233 das erste Rathaus errichtet. Ein wichtiger Wirtschaftszweig Dünkirchens war über Jahrhunderte der Heringsfang und später der Kabeljaufang vor Island.

Andererseits weckte die Lage der Stadt seit jeher Begehrlichkeiten. Im Laufe ihrer Geschichte gehörten die „dütsch”-sprachigen (niederfränkische bzw. niederländische Mundart des Niederdeutschen) Bewohner zunächst zu Flandern, Burgund, den Spanischen Niederlanden und England. Schließlich wurde die Stadt am 17. Oktoberjul./ 27. Oktober 1662greg. für fünf Millionen Livres vom englischen König Karl II. an den französischen König Ludwig XIV. verkauft.[1] Von da ab wurde die Stadt mit starken Festungswerken [2] umgeben. Im 17. und 18. Jahrhundert war Dünkirchen ein Stützpunkt der französischen Korsaren. Im 19. Jahrhundert stieg die Stadt zum drittgrößten Hafen Frankreichs auf.

Bereits im Ersten Weltkrieg war die Stadt Ziel deutscher Bombardements und Offensiven, wie der Ersten Flandernschlacht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Dünkirchen bei den Kämpfen zwischen der deutschen und der eingekesselten britischen Armee in der Schlacht um Dünkirchen im Frühjahr 1940 weitgehend zerstört. In der Operation Dynamo schaffte es die britische Marine, den größten Teil der Truppen nach Großbritannien zu retten. Nach der Invasion der Alliierten 1944 wurde Dünkirchen von der Wehrmacht zur Atlantikfestung erklärt, bis zum Kriegsende verteidigt und erst am 9. Mai 1945 von den Alliierten befreit.

Am 9. Dezember 2010 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Saint-Pol-sur-Mer (21.783 Einwohner, Stand 1. Januar 2008) und Fort-Mardyck (3563 Einwohner, Stand 1. Januar 2008) Ortsteile von Dünkirchen. Die Einwohnerzahl stieg damit auf 93.945 an.[3]

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Dunkerque

  • Die Tour du Leughenaer, (nach dem flämischen Wort für Lügner, Turm des Lügners) stammt aus dem 15. Jahrhundert.
  • Die Kapelle Notre-Dame-des-Dunes wurde im 15. Jahrhundert erbaut.
  • Die Eglise Saint-Eloi (niederländ. Sint-Eligiuskerk) ist eine fünfschiffige Hallenkirche aus dem 16. Jahrhundert, ihre neugotische Fassade stammt aus dem späten 19. Jahrhundert.
  • Der Belfried wurde im 15. Jahrhundert erbaut.
  • Das Rathausgebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut.
  • Die Porte de la Marine ist eines der Tore der ehemaligen von Vauban erbauten Stadtbefestigung.
  • Die Statue des Korsaren Jean Bart ist ein Werk des Bildhauers David d'Angers aus dem 19. Jahrhundert.
  • Im Mémorial du Souvenir erfährt man viele Details über den Rückzug der britischen und französischen Truppen im Jahr 1940.
  • Das Museum Lieu d´Art et Action Contemporaine (LAAC) liegt eingebettet in einem Skulpturenpark und beherbergt eine Sammlung zeitgenössischer Kunst.


Sport

2002 wurde Dünkirchen von der bedeutenden Sportzeitung L’Équipe zur sportlichsten Stadt Frankreichs mit mehr als 20.000 Einwohnern gewählt.

International bekannt ist das seit 1955 jeweils anfang Mai stattfindende Radrennen, die Vier Tage von Dünkirchen. Auch Tour de France-Etappen fanden schon in Dünkirchen statt, letztmals 2007. 2001 wurde hier sogar der Grand Depart, der Tourstart, ausgetragen.

In Dünkirchen findet auch alljährlich ein Triathlon der angesehenen, weil mit hochkarätigen internationalen Legionären besetzten französischen Club-Meisterschaft Lyonnaise des Eaux statt, so etwa am 23. Mai 2010 mit Andrea Hewitt und Jonathan Brownlee als Gewinner.

Regelmäßige Veranstaltungen

Karneval in Dunkerque

Der Karneval ist das Hauptereignis der Stadt. Er findet von Ende Januar bis Anfang April in Dunkerque und seinen Vororten statt.

Karneval in Dunkerque

Teile des Karnevals sind:

  • Umzüge: Die Karnevalisten marschieren in Garden ("bandes") auf den Straßen vorbei, wobei sie einem Tambourmajor folgen, der mit einer napoleonischen Uniform bekleidet ist.
  • Bälle: Die Karnevalisten feiern in den großen Festhalle der Stadt und singen karnevalistische Lieder. Die Bälle werden von den Karnevalvereinen organisiert.

1676 gab es einen maskierten Umzug in Dunkerque. Im 17. und 18. Jahrhundert boten die Reeder ihren Seeleuten ein Festessen am Tag vor ihrer Abfahrt nach Island. Diese Feiern waren der Ursprung der Visschersbende (Fischergarde). Jedoch war diese Veranstaltung von dem Maskenkarneval des Mardi Gras getrennt. Ein Jahr später fanden die beiden Ereignisse am gleichem Tag statt, was den Karneval in Dunkerque begründete. Der Karneval überlebte die Französische Revolution und die beiden Weltkriege. 1946 fuhren die bandes im Slalom durch die Ruinen der Stadt.

Städtepartnerschaften

Söhne und Töchter der Stadt

  • Jean Bart, Korsar aus Flandern in den Diensten Königs Ludwig des XIV.
  • Michiel de Swaen, flämischer Schriftsteller
  • Henri Tresca, Mechanikprofessor, der als Ingenieur am Eiffelturm mitarbeitete
  • Bruno Metsu, Fußballtrainer (u.a. Nationalmannschaften von Senegal, Guinea, VAE, Katar)

Sonstiges

  • Als das Meter noch auf die Maße der Erde zurückgeführt wurde, basierte es auf der Distanz zwischen Dünkirchen und Perpignan. Dies ist annähernd die längste Nord-Süd-Ausdehnung Frankreichs.
  • Dünkirchen bietet eine Fährverbindung nach Dover (Großbritannien)
Panorama von Dünkirchen
Panorama von Dünkirchen

Weblinks

 Commons: Dunkerque – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Friedrich von Raumer: Geschichte Europas seit dem Ende des funfzehnten Jahrhunderts, Band 6, Seite 271. Leipzig 1838, abgefragt am 25. Oktober 2011
  2. Historische Karte als Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  3. http://www.lavoixdunord.fr/actualite/L_info_en_continu/Littoral/2010/12/08/article_dunkerque-le-pr-eacute-fetprononce-la-fu.shtml

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