Dürr AG

Dürr AG
Dürr AG
Logo der Dürr AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005565204
Gründung 1895
Sitz Stuttgart, Baden-Württemberg

Leitung

Mitarbeiter 5.915 (Dezember 2010)[1]
Umsatz 1.261,4 Mio (2010)[1]
Branche Maschinen- und Anlagenbau
Website www.durr.com

Die Dürr AG ist ein weltweit tätiger Anbieter von Produkten, Systemen und Dienstleistungen vorwiegend für die Automobilfertigung. Das im Jahr 1895 in Cannstatt als Bauflaschnerei durch Paul Dürr gegründete Unternehmen ist seit dem 4. Januar 1990 an der Börse notiert (SDAX). Zu den Kunden der Dürr AG zählen fast alle bekannten Automobil-Hersteller, wie z. B. Volkswagen, General Motors, Ford und Renault, aber auch die asiatischen Hersteller wie Hyundai/Kia, Chery Automobile oder Changan Automobile. Der registerrechtliche Sitz des Unternehmens ist Stuttgart, während der tatsächliche Standort (Postanschrift) nach einem Umzug verschiedener Unternehmensbereiche seit dem 1. August 2009 in Bietigheim-Bissingen ist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Geschichte des Unternehmens beginnt im Jahr 1895 mit der Gründung einer Bauflaschnerei in Cannstatt durch Paul Dürr. 1917 wird der Betrieb auf Blechbearbeitung ausgeweitet. 1932 übergibt Paul Dürr das Unternehmen an seinen Sohn Otto Dürr, der ein Konstruktionsbüro einrichtet.

Im Jahr 1950 wird mit dem Anlagenbau begonnen, es entsteht eine Anlage für die chemische Oberflächenbehandlung. 1963 installiert Dürr im Ford-Werk Genk die erste Anlage zur elektrophoretischen Tauchlackierung. 1964 und 1966 werden Tochterunternehmen in Brasilien und Mexiko gegründet. 1970 folgt der nächste Schritt: Dürr gründet seine erste Gesellschaft in den USA.

1978 weitet Dürr sein Unternehmen auf die Bereiche Automation und Fördertechnik aus. 1989 geht Dürr an die Börse. 1999 übernimmt Dürr das französische Unternehmen Alstom Automation, im Jahr 2000 wird auch der Messtechnik-Konzern Schenck Teil der Dürr-Gruppe. 2003 erhält Dürr seinen bislang größten Auftrag: General Motors bestellt drei Lackierereien für Nordamerika.

Im Zuge der Neuausrichtung der Konzernstruktur und der Konzentration auf seine Kernkompetenzen im Maschinen- und Anlagenbau veräußert Dürr 2005 Randaktivitäten, die es als nicht mehr in das Portfolio des Geschäftsmodells mit Fokus auf die Automobilindustrie passend betrachtet.

Mit dem Aufbau zusätzlicher Kapazitäten und neuer Gesellschaften reagiert Dürr 2006 und 2007 auf die steigende Nachfrage aus Asien und Osteuropa.

2008 wird das Flugzeugtechnik-Geschäft (Lackier- und Endmontagetechnik) in einer eigenständigen Geschäftseinheit gebündelt.

Im Sommer 2009 verlagert Dürr seine Stuttgarter Aktivitäten an den Standort nach Bietigheim-Bissingen. 2011 wurde mit der Clean Technology Systems ein neuer Unternehmensbereich gegründet. Ziel ist der Ausbau der bestehenden Umweltaktivitäten.

In seinen Unternehmensbereichen gehört Dürr zu den Weltmarktführern mit durchschnittlichen Marktanteilen von jeweils 30 % bis 50 %. Über 80 % des Umsatzes werden im Ausland generiert.[2]

Vorstand

Eigentümerstruktur

Anteil Anteilseigner
28,1 % Heinz Dürr GmbH
55,5 % Streubesitz
7,9 % Harris Associates L. P., Chicago
5,0 % Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH (SüdKB), Stuttgart
gehört zur Landesbank Baden-Württemberg
3,5 % Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH

Stand: 15. April 2011

Geschäftsprofil

Dürr ist ein weltweit führender Anbieter von Systemen, Dienstleistungen und Produkten vorwiegend für die Automobilfertigung. Rund 80% des Umsatzes erzielt die Gesellschaft im Geschäft mit der Automobilindustrie. Zudem liefert Dürr Maschinen und Anlagen an die Flugzeugindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie-, Pharma- und Druckindustrie. Rund 55% der Aktivitäten entfallen auf den Anlagenbau, 45% auf den Maschinenbau.

Dürr ist in 22 Ländern an 49 Standorten (davon 32 mit Produktionsstätten) vertreten. Als Systemanbieter plant und baut Dürr Lackierereien und Endmontagewerke. Das Angebotsspektrum umfasst darüber hinaus industrielle Reinigungssysteme, Automatisierungstechnik und Auswuchtmaschinen für die Produktion von Motoren- und Getriebekomponenten sowie Montage-, Prüf- und Befülltechnik für die Fahrzeugendmontage. Hinzu kommt die Umwelttechnik, wo Dürr Abluftreinigungsanlagen für Automobillackierereien und die allgemeine Industrie anbietet. Knapp die Hälfte der rund 6.700 Mitarbeiter (30.9.2011) arbeitet in Deutschland. Der Anteil der Mitarbeiter in den Emerging Markets ist in den letzten Jahren stetig auf über 30% gestiegen. Auf die Emerging Markets entfallen rund 2/3 des Auftragseingangs.

Geschäftsbereiche

  • Aircraft and Technology Systems
  • Application Technology
  • Balancing and Assembly Products
  • Cleaning and Filtration Systems
  • Environmental and Energy Systems
  • Paint and Final Assembly Systems

Standorte

Deutschland

Europa

Andere Kontinente

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Dürr AG: Geschäftsbericht 2010. 24. März 2011, abgerufen am 24. März 2011 (PDF).
  2. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.

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