Hans Julius Wolff (Verwaltungsrechtler)

Hans Julius Wolff (Verwaltungsrechtler)

Hans Julius Wolff (* 3. Oktober 1898 in Elberfeld; † 5. November 1976 in Münster) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Wolff studierte in Göttingen, Bonn, Halle und München. Im Jahr 1925 promovierte er in Göttingen bei Julius Hatschek über Die Grundlagen der Organisation der Metropole. 1929 habilitierte er sich in Frankfurt bei Friedrich Giese (Habilitationsschrift: Organschaft und juristische Person). Im Jahr 1933 erhielt er einen Ruf nach Frankfurt als Professor für öffentliches Recht, allerdings durfte er das Amt aus politischen Gründen nicht ausüben. Von 1935 bis 1939 war er Professor in Riga, ab 1941 in Prag. Während der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlichte Wolff wenig. Über sein Verhalten im Dritten Reich sagte er später: „Ich war kein Held, aber ich habe mich wenigstens nicht kompromittiert.“

Nach Kriegsende flüchtete er nach Oberbayern. Auf der Flucht starb seine Frau Lieselotte bei der Geburt ihres vierten Kindes.

Ab 1946 unterrichtete er an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, wo er sich mit seiner zweiten Frau Marta niederließ. Da er politisch unbelastet war, wurde Wolff im Jahr 1947 in den Beratenden Ausschuss für Verwaltungs- und öffentliches Recht der britischen Besatzungszone berufen. In dieser Funktion war er an der Ausarbeitung der Militärregierungsverordnung Nr. 165 beteiligt.

Nebenamtlich war Wolff unter anderem als Richter am Oberverwaltungsgericht Münster und als erster Vorsitzender der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer (1952–1954) tätig. Ab 1957 leitete er die westfälische Sektion der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie.

Von 1956 bis 1966 erschien im Verlag C. H. Beck die erste Auflage seines dreibändigen Lehrbuchs Verwaltungsrecht. Es gilt noch heute als das Standardwerk zum deutschen Verwaltungsrecht. Nach dem Tod Wolffs im Jahr 1976 wurde das Werk von Otto Bachof und Rolf Stober fortgeführt (ISBN 3406466036).

Zu den Schülern Wolffs zählen Christian-Friedrich Menger, weiland ebenfalls Professor an der Westfälischen Wilhelms-Universität und dort Wolffs Nachfolger am Kommunalwissenschaftlichen Institut, und Martin Kriele.

Veröffentlichungen

  • Die Grundlagen der Organisation der Metropole, 1925.
  • Organschaft und juristische Person, 1929.
  • Verwaltungsrecht, Bd. 1, 1956.
  • Verwaltungsrecht, Bd. 2, 1962.
  • Verwaltungsrecht, Bd. 3, 1966.

Literatur

  • Christian-Friedrich Menger (Hrsg.): Fortschritte des Verwaltungsrechts: Festschrift für Hans J. Wolff zum 75. Geburtstag. 1973.
  • Martin Kriele in: Neue Juristische Wochenschrift. Jahrgang 1977, Seite 28.
  • Bachof Otto in: Juristenzeitung. Jahrgang 1977, Seite 69.
  • Liebs Detlef in: Juristenzeitung. Jahrgang 1983, Seite 815.
  • Martin Kriele: Hans J. Wolff. In: Juristen im Portrait. Verlag und Autoren in 4 Jahrzehnten. Verlag C. H. Beck, München 1988. S. 694–700. ISBN 3406331963

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