Hochschule für Politik München


Hochschule für Politik München

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Hochschule für Politik München
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Gründung 14. Juli 1950
Ort München
Bundesland Bayern
Staat Deutschland
Rektor Rupert Stettner[1]
Studenten 616 (WS 2010/11)
Mitarbeiter 150 (nebenamtlich)
Website www.hfp.mhn.de

Die Hochschule für Politik ist eine Hochschule in München, die ausschließlich das Studium der Politikwissenschaft anbietet. Dieses kann mit einem akademischen Diplom der Universität München abgeschlossen werden. Sie wurde 1950 gegründet und sitzt im Haslauer-Block[2] in der Ludwigstraße im Münchner Universitätsviertel.

Die Hochschule für Politik versteht sich als Begegnungsstätte zwischen politischer Theorie und politischer Praxis. Getreu diesem Motto dozieren an der Hochschule neben Professoren der Politikwissenschaft auch Landtagsabgeordnete, Vertreter der Wirtschaft, der Verwaltung und verschiedener wissenschaftlicher Fachbereiche.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die HfP unterliegt nicht unmittelbar dem Bayerischen Hochschulgesetz. Dies hat historische Gründe: Die Hochschule wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf Veranlassung der Amerikaner mit dem Ziel der Reeducation bzw. der Erziehung zur Demokratie gegründet. So sollte die Demokratie im Nachkriegs-Deutschland etabliert werden. Anfangs wurde die Hochschule als Körperschaft des privaten Rechts errichtet (Gründungsdatum: 14. Juli 1950). Am 27. Oktober 1970 wurde sie per Gesetz zu einer "institutionell selbständigen Einrichtung an der Universität München" (ähnlich einem "An-Institut" einer Universität). Damit ist sie eine Hochschule, die ihre Rechtsgrundlage in einem eigenen, nur für sie geltenden Hochschulgesetz findet (alle anderen staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen in Bayern unterliegen dem Bayerischen Hochschulgesetz). Obwohl sie eigenständig ist, werden die akademischen Grade formal von der Universität München verliehen. Seit dem 16. Februar 1981 hat sie den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Seit dem 1. Januar 2007 besitzt die HfP auch ein eigenständiges Promotionsrecht. Die Universität München erlässt hierfür im Einvernehmen mit der Hochschule für Politik eigene Prüfungsordnungen und eine Promotionsordnung.[3]

Studium

Haupteingang im nördlichen Innenhof des Haslauer-Blocks

Im WS 2010/11 waren an der HfP insgesamt 616 Studenten eingeschrieben. Davon waren 377 männlich und 239 weiblich (Frauenquote 38,80 %). Die Ausländerquote betrug 17,05 % (105 Studenten).

An der HfP lehren ca. 150 nebenamtliche Dozenten, etliche davon sind bereits pensionierte Professoren.

Studienaufbau

Das Studium gliedert sich in ein Grund- und ein Hauptstudium, das jeweils in sich abgeschlossen ist. Es erstreckt sich auf die vier unten angeführten Lehrbereiche. Im Grundstudium werden Grundkurse, Proseminare und Arbeitsgemeinschaften absolviert. Das Hauptstudium sieht Vorlesungen und Hauptseminare vor. Außerdem werden speziell auf das Diplom vorbereitende Seminare angeboten.

Zum Grundstudium werden auch Bewerber ohne Hochschulreife zugelassen, sofern sie eine Aufnahmeprüfung bestehen. Sollten sie das Diplom anstreben, müssen sie die allgemeine Hochschulreife (Abitur) nachholen. Als Vorbereitung hierfür werden eigene Arbeitsgemeinschaften angeboten.

Das Grundstudium wird mit einer Diplom-Vorprüfung (für Studenten mit Hochschulreife) oder einer Abschlussprüfung (für Studenten ohne Hochschulreife) abgeschlossen. Das Grundstudium dauert vier Semester und verlängert sich für Studenten ohne Hochschulreife um zwei Semester. Das Hauptstudium steht nur Studenten mit Hochschulreife offen und dauert vier weitere Semester.

Abschlüsse

Studenten mit Hochschulreife beenden das Grundstudium mit der Diplom-Vorprüfung und das Hauptstudium mit der Diplomprüfung. Der Student erhält dadurch den akademischen Grad eines "Diplomaticus scientiae politicae Universitatis" (Dipl. sc. pol. Univ.) der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Seit 2007 verfügt die Hochschule über ein Promotionsrecht zum "Doctor scientiarum politicarum" (Dr. sc. pol.). Voraussetzung für die Zulassung zum Promotionsstudiengang ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Politikwissenschaft oder einer sozialwissenschaftlichen Nachbardisziplin, das mindestens mit der Note gut abgeschlossen wurde.

Gebühren

Seit dem WS 2007/2008 erhebt auch die HfP Studiengebühren. Diese belaufen sich seit dem WS 2011/2012 auf 200 € Studienbeitrag, 42 € Studentenwerksbeitrag und 50 € Verwaltungskostenbeitrag, insgesamt 292 €.Der Studienbeitrag halbiert sich auf 100 €, wenn man an einer zweiten Universität bzw. Fachhochschule immatrikuliert ist.

Politische Hochschulgruppen

An der Hochschule existieren momentan drei politische Hochschulgruppen: Als unabhängige Gruppe die "Freie Hochschulgruppe", die Mitte-Links-orientiere "Alternative Liste" sowie als parteinahe Gruppe der Ring Christlich-Demokratischer Studenten an der HfP e.V. - RCDS. Die Freie Hochschulgruppe stellt zwei der drei studentischen Vertreter im Senat: Nicolas Stamou und Carolin Töpfer; die Alternative Liste stellt Laura Schimmel. Der RCDS ist seit den Hochschulwahlen im Sommer 2010 nicht mehr im Senat vertreten.[4]

Lehre und Institution

Publikationen

Das wissenschaftliche Publikationsorgan der Hochschule ist die Zeitschrift für Politik, in der neben dem aktuellen politischen Geschehen auch die Theorien und Schriften klassischer Politik- und Sozialwissenschaftler besprochen und erläutert werden. Die Zeitschrift für Politik ist die älteste politikwissenschaftliche Zeitschrift Deutschlands (gegr. 1907) und erscheint vierteljährlich.

Hochschulbibliothek

Lesesaal der Bibliothek

Den Studierenden steht die mehr als 45.000 Bände sowie rund 150 Zeitschriften umfassende wissenschaftliche Spezialbibliothek der Hochschule zur Verfügung. Es handelt sich um eine Präsenzbibliothek mit der Möglichkeit der Wochenendausleihe an Studenten der Hochschule.

Rektorat

  • Prorektor: Horst Mahr

Lehrbereichsvertreter

Die Lehrbereichsvertreter haben die Aufgabe, alle Belange des jeweiligen Lehrbereichs an der Hochschule in Lehre, Forschung und Verwaltung wahrzunehmen.

Lehrbereich I (Theorie der Politik)

Lehrbereich II (Recht und Staat)

Lehrbereich III (Wirtschaft und Gesellschaft)

Lehrbereich IV (Internationale Politik und neueste Geschichte)

Bekannte Absolventen und ehemalige Studenten

  • Dorothee Bär (* 1978), Politikerin (CSU)
  • Markus Blume (* 1975), Politiker (CSU)
  • Alfred Büllesbach (* 1942), Jurist und ehemaliger Datenschutzbeauftragter von Bremen
  • Bernd Fabritius (* 1965), Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. und Präsident der Weltweiten Föderation der Siebenbürger Sachsen
  • Edgar Forster (* 1944), Unternehmer, Autor und Politiker (SPD)
  • Nico Fried, Journalist
  • Géza Andreas von Geyr (* 1962), Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes
  • Miriam Gruß (* 1975), Politikerin (FDP)
  • Karl-Theodor zu Guttenberg (* 1971), Politiker (CSU)
  • Nikolaus Hoenning O'Carroll (* 1972), Politiker (Die Grünen)
  • Katharina Holzinger, Politikwissenschaftlerin, Prorektorin der Universität Konstanz
  • Jakob Kreidl (* 1952), Politiker (CSU)
  • Martina Krogmann (* 1964), Politikerin (CDU)
  • Harry Luck (* 1972), Journalist und Schriftsteller
  • Franz Maget (* 1953), Politiker (SPD)
  • Peter Münch, Journalist
  • Otto-Peter Obermeier (* 1941), Wissenschaftler, Mitherausgeber der Zeitschrift "der blaue reiter – Journal für Philosophie"
  • Michael Piazolo (* 1959), Politikwissenschaftler und Politiker (Freie Wähler)
  • Gerhard Polt (* 1942), Kabarettist und Schauspieler
  • Theresia Riedmaier (* 1952), Politikerin (SPD)
  • Jimmy Schulz (* 1968), Politiker (FDP)
  • Sascha Spoun (* 1969), Präsident der Leuphana-Universität Lüneburg
  • Christiane Stenger (* 1987), Gedächtnissportlerin und Autorin
  • Edmund Stoiber (* 1941), Politiker (CSU)
  • Josef Thesing (* 1937) ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung
  • Eleni Torossi (* 1947), Schriftstellerin
  • Udo Voigt (* 1952), Politiker (NPD)

Literatur

  • Alfred Jüttner: Die Hochschule für Politik München. Geschichte - Entwicklung - Charakter 1950 - 1990. Vögel München 1990 ISBN 3925355626
  • Hochschule für Politik München: Hochschulführer 2010. München 2010

Referenzen

  1. http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1018455
  2. Politik-Hochschule bleibt im Haslauer-Block
  3. Vgl. Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Hochschule für Politik München vom 10. November 2006, in: Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 23/2006, S. 822 (2221-2-WFK)).
  4. Hochschule für Politik – München – Leitung – Gremien abgerufen am 28. Mai 2010.

Weblinks

48.145711.5794

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