Karl Walter Mautner

Karl Walter Mautner

Karl Walter Mautner (* 2. Mai 1881 in Enns; † 12. Februar 1949 in London) war ein österreichischer Bauingenieur.

Leben und Wirken

Der Sohn eines Beamten begann er 1898 zunächst sein Studium als Lehramtskandidat in Wien, studierte aber zeitgleich Bauingenieurwesen an der dortigen Technischen Universität. Im Anschluss an seine Zweite Staatsprüfung promovierte Mautner im Fach Brückenbau. Im Jahr 1912 habilitierte er sich im Fach Eisenbetonbau und wechselte nach seinem Militärdienst, welchen er als Pionier im Ersten Weltkrieg und als Frontkämpfer für Österreich-Ungarn absolviert hatte und hierbei mit der goldenen Ehren-Denkmünze für Tapferkeit am Bande sowie das Eiserne Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet worden war, als Privatdozent zur RWTH Aachen. Hier ernannte man ihn 1926 zum Honorarprofessor für Eisenbetonbauten im Berg- und Hüttenbau. Darüber hinaus war er seit seinem Wechsel nach Aachen zeitgleich auch Mitarbeiter in der Frankfurter Zentrale der in Fachkreisen bekannten Firma Wayss & Freytag, zu deren Direktor er ab 1925 ernannt wurde.

Allerdings begannen im Frühjahr 1933 nun auch an der RWTH Aachen die Denunziationsmaßnahmen der Studentenschaft. Hierbei ließen der ASTA (Allgemeiner Studentenausschuss) und die Studentenführer dem hierfür extra eingesetzten Denunziationsausschuss bestehend aus Hermann Bonin, Hubert Hoff, Felix Rötscher, Adolf Wallichs, und Robert Hans Wentzel darüber Mitteilungen zukommen, welche der Dozenten und Professoren nicht arischer Abstammung waren und vermeintlich oder tatsächlich eine unerwünschte politische Einstellung hatten. Mautner sollte nun gemäß dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums auf Grund seiner jüdischen Herkunft zusammen mit den anderen nicht arischen Professoren Otto Blumenthal, Walter Maximilian Fuchs, Arthur Guttmann, Ludwig Hopf, Theodore von Kármán, Paul Ernst Levy, Alfred Meusel, Leopold Karl Pick, Rudolf Ruer, Hermann Salmang und Ludwig Strauss die Lehrerlaubnis entzogen werden.

Mautner legte gegen die drohende Entlassung auf Grund des so genannten Frontkämpferprivilegs Beschwerde ein und bat den amtierenden Rektor Paul Röntgen um vorläufige Beurlaubung bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts. Röntgen hielt diese zunächst nicht für erforderlich, aber nach einem zweiten Denunziationsschreiben des ASTA im April 1933 musste Mautner schließlich doch beurlaubt werden. Auch weitere Versuche ihn an der TH halten zu können schlugen fehl und die endgültige Entlassung wurde ihm dann nach der Verabschiedung der "Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz" vom 14. November 1935 aufgezwungen, in der die zwangsweise Versetzung in den Ruhestand auch für Beamte mit bisherigem Frontkämpferprivileg vorgeschrieben wurde. Im Jahr 1939 emigrierte Mautner schließlich nach London, wo er am 12. Februar 1945 verstarb.

Mautners größte Verdienste lagen unter anderem in der Erforschung des Verbunds von gusseisernen Ringen mit Beton und Eisenbeton für die Stabilität in Schachtausbauten im Bergbau.

Literatur

  • Ulrich Kalkmann: Die Technische Hochschule Aachen im Dritten Reich (1933–1945). Verlag Mainz, Aachen 2003, ISBN 3-86130-181-4, (Aachener Studien zu Technik und Gesellschaft 4), (Zugleich: Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2003), S. 86 ff.

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