Kodros

Kodros
Domenico Beccafumi: Das Opfer des Kodros
Kodros auf einer attisch-rotfigurigen Schale (Bologne)

Kodros (griechisch Κόδρος), der Sohn des Melanthos aus dem Geschlecht der Neliden, war der letzte (legendäre) König von Attika.

Nach der sagenhaften Überlieferung erklärte bei einem Einfall der Dorer 1068 v. Chr. das Orakel, die Athener würden nur dann siegen, wenn ihr König von den Feinden getötet werde. Kodros begab sich als Bauer verkleidet ins feindliche Lager,[1] das sich am Fluss Ilisos befand.[2] Er fing dort Streit an und wurde erschlagen, worauf die Dorer, nachdem sie von dem Orakelspruch Kunde erhielten, wirklich abzogen. Das bereits eroberte Megara überließen sie den Korinthern.[3]

Die Nachfolge wird verschieden erzählt. Eine Version lautet: Unter dem Vorwand, es sei niemand würdig, Kodros als König zu folgen, benutzten die Eupatriden den Thronstreit seiner Söhne zur Aufhebung der Monarchie. Von Kodros Söhnen wurde Medon erster lebenslänglicher Archon, Neleus und Androklos gründeten Kolonien in Kleinasien.[4]

In Delphi gab es eine Statue des Kodros, die von Pheidias geschaffen wurde.[5]

Inhaltsverzeichnis

Literarische Bearbeitungen

Lessing interessierte sich in den 1750er Jahren für den Kodros-Stoff, kam aber über Skizzen zu einem geplanten Stück nicht hinaus. Johann Friedrich von Cronegk hingegen reichte 1757 seine fünfaktige Alexandriner-Tragödie „Codrus“ bei dem Nicolai’schen Preisausschreiben ein und wurde damit zum Sieger erklärt. Das Stück erschien daraufhin erstmalig 1758 im Anhang zu den ersten beiden Bänden der Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste im Druck und erlebte späterhin weitere Ausgaben. Eine Aufführung in Hamburg wird in Gotthold Ephraim Lessings Hamburgischen Dramaturgie besprochen.

Literatur

  • Gerhard Fink: Who’s who in der antiken Mythologie, dtv sachbuch, 1993, ISBN 3-423-30362-X

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Junianus Justinus, Epitome, II, 6, 16-21.
  2. Pausanias, Reisen in Griechenland, 1, 19, 5.
  3. Pausanias, Reisen in Griechenland, 1, 39, 4.
  4. Strabo, Geographica, 633.
  5. Pausanias, Reisen in Griechenland, 10, 10, 1.


Vorgänger Amt Nachfolger
Melanthos König von Attika
1089/8 - 1068/7 v. Chr.
(fiktive Chronologie)
Medon

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См. также в других словарях:

  • Kodros — {{Kodros}} Mythischer König von Athen, der sein Leben für die Rettung der Stadt vor den Peloponnesiern opferte. Als er von einem Orakel erfuhr, das den Feinden den Sieg versprach, wenn sie den gegnerischen König nicht töteten, ging er als Bettler …   Who's who in der antiken Mythologie

  • Kodros — Kodros, Sohn des Melanthos, folgte seinem Vater als König in Attika; als die Dorier 1068 v. Chr. aus dem Peloponnes einen Einfall in sein Land gemacht hatten u. von dem Orakel gewarnt worden waren, den König ihrer Feinde zu tödten, weil diese… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Kodros — Kodros, letzter König von Athen, Sohn des Neliden Melanthos. Nach der sagenhaften Überlieferung erklärte bei einem Einfall der Dorier (1068 v. Chr.) das Orakel, die Athener würden nur dann siegen, wenn ihr König von den Feinden getötet werde. K.… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Kodros — (lat. Codrus), letzter König von Athen, bewahrte es nach der Sage durch seinen Opfertod (1068 v. Chr.) vor der Eroberung durch die Dorier …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Kodros — Kọdros,   mythischer König von Athen, der bei einem Einfall der Peloponnesier Athen rettete, indem er, einen Orakelspruch nutzend, durch seinen Opfertod den Sieg der Feinde verhinderte.   …   Universal-Lexikon

  • Kodros-Maler — Aegeus befrag die Pythia, Kylix, 440 430 v. Chr., Antikensammlung Berlin Der Kodros Maler war ein attisch rotfiguriger Vasenmaler, der im 3. Viertel des 5. Jahrhunderts v. Chr. wirkte. Seinen Notnamen erhielt er von dem britischen Klassischen… …   Deutsch Wikipedia

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  • Androklos (Sohn des Kodros) — Androklos (griechisch Ἄνδροκλος), der Sohn des Kodros, ist in der griechischen Mythologie der Erbauer und König der Stadt Ephesos. Nachdem Kodros, der König von Attika, getötet worden war, kam es zu Thronstreitigkeiten zwischen seinen Söhnen …   Deutsch Wikipedia

  • Кодр — (Kodros)         по преданию, последний царь Аттики (Древняя Греция) времени переселения дорийцев (См. Дорийцы) (12 11 век до н. э.). Узнав о предсказании дельфийского оракула, что дорийцы не завоюют Аттику, если погибнет ее царь, К.,… …   Большая советская энциклопедия

  • КОДР — (Kodros) по преданию, последний царь Аттики (Др. Греция), пожертвовавший собой для спасения родины при вторжении дорийцев (12 11 вв. до н. э.). После К. царская власть в Аттике была отменена эвпатридами под предлогом того, что после К. никто… …   Советская историческая энциклопедия


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