Lanz-Preis der Lüfte


Lanz-Preis der Lüfte

Der Lanz-Preis der Lüfte war ein 1908 vom Mannheimer Industriellen Karl Lanz gestifteter Preis zur Förderung der deutschen Luftfahrttechnik, dessen Hauptbetrag am 30. Oktober 1909 an Hans Grade fiel.

Inhaltsverzeichnis

Motivation und Ausschreibung

Dem Landmaschinenfabrikanten Karl Lanz, der später mit Johann Schütte selbst Starrluftschiffe und Flugzeuge baute, war die Rückständigkeit der deutschen Flugtechnik im internationalen Vergleich aufgefallen. Da er sich als Förderer technischer Innovationen verstand, er unterstützte auch Graf Zeppelin nach der Zerstörung des LZ 4 bei der Katastrophe von Echterdingen mit 50.000 Mark,[1] beschloss er, Flugzeugkonstrukteuren und Flugpionieren einen Anreiz durch die Stiftung eines Preises zu schaffen. Selbst Mitglied des Berliner Vereins für Luftschifffahrt stellte er diesem am 15. April 1908 einen Betrag von 50.000 Mark zur Verfügung, von denen 10.000 Mark der direkten finanziellen Unterstützung deutscher Flugtechniker dienen sollten, 40.000 Mark aber als „Lanz-Preis der Lüfte“ ausgeschrieben wurden.[2] Die grundlegende Aufgabenstellung forderte hierbei von den Wettbewerbsteilnehmern die Absolvierung eines vorgeschriebenen Parcours: In einer Achterbewegung galt es, zwei 1.000 Meter voneinander entfernte Markierungspunkte fliegend zu umrunden und schließlich zur Startlinie zurückzukehren. Bewerben durften sich ausschließlich deutsche Piloten, deren Maschinen in Deutschland gebaut und in allen ihren Teilen in Deutschland hergestellt worden waren.

Gewinner

Hans Grade mit seiner Libelle

Der erste deutsche Flieger, dem die Erfüllung dieser Aufgabe gelang, war der Magdeburger Hans Grade. Am 30. Oktober 1909 trat er mit seinem selbst konstruierten Eindecker Libelle mit ebenfalls selbst konstruiertem Vierzylinder-Zweitaktmotor an. Er absolvierte auf dem Flugplatz Johannisthal die vorgeschriebene Strecke in 2:43 Minuten. Am Tag darauf gelang ihm sogar eine mehrmalige Umrundung der Markierungspunkte in einer Flugzeit von 6:52 Minuten und einer Flughöhe von bis zu 30 Metern.[3] Karl Lanz stiftete daraufhin noch zwei Zusatzpreise, von denen Hermann Dorner einen gewann.[4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. H. Schäfer: Lanz, Karl. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982, S. 624.
  2. H. Stade: 40 Jahre Berliner Verein für Luftschiffahrt, Berlin 1921, S. 26.
  3. E. Schulz (Hrsg.): Flugpionier Hans Grade. Erinnerungen von Manfred Günther, Schriftenreihe: VIB - Veranstaltungen in Berlin, Bd.2, ISSN 0933-79623-2-1, S. 15–20.
  4. Hermann-Dorner-Allee. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)

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