Mazeral


Mazeral

Mazerale oder Macerale sind die organischen gesteinsbildenden Komponenten der Kohlen und Kerogene. Sie besitzen damit eine ähnliche Funktion wie die Minerale als Grundbestandteile von Gesteinen und bestehen größtenteils aus Pflanzenresten, die unter dem Druck überlagernder Gesteinsablagerungen, durch die erhöhte Temperatur und das Wirken fluider Phase chemisch umgewandelt wurden (Diagenese oder bei höheren Drücken und Temperaturen Gesteinsmetamorphose). Drei Gruppen von Mazeralen werden unterschieden:

  • Vitrinite sind der Hauptbestandteil der Humuskohlen. Sie gehen aus der Humifizierung holzigen Materials hervor, sind von dunkelbrauner bis schwarzer Eigenfarbe, im Durchlichtmikroskop opak, und zeigen einen bei hohem Inkohlungsgrad (ab der Hartbraunkohle) zunehmenden Glanz.
  • Inertinite sind nicht mehr brennbare Mazerale, die aus bereits verbranntem Pflanzengewebe und Asche entstehen (bei den Resiniten und Fusiniten ist, ähnlich wie bei Holzkohle aus dem Kohlemeiler, die charakteristische Zellstruktur noch immer unter dem Mikroskop zu erkennen, z. B. von polymerisierten Pflanzenharzen oder Pilzresten).

Bei Steinkohlen variiert das makroskopische Erscheinungsbild (die Streifenart) in Abhängigkeit vom Anteil der einzelnen Mazerale:

  • Vitrit (Glanzkohle) bezeichnet eine vitrinitreiche Humuskohle
  • Durit (Mattkohle) ist eine harte, aber nur matt glänzende, liptinitreiche Humuskohle.
  • Clarit (Halbglanzkohle) vermittelt zwischen beiden Typen, z. B. in dem glänzende und matte Lagen im engen Abstand wechseln.
  • Fusit (Faserkohle) ist weicher, besteht zu einem hohen Anteil aus Fusinit, und färbt bei der Berührung schwarz ab. Vermutlich ist sie ein Produkt von Waldbränden.

Im Laufe der zunehmenden Inkohlung gleichen sich die verschiedenen Streifenarten durch Vitrinisation immer mehr an. Die Kohle wird immer härter und glänzender. Daher ist die Vitrinitreflexion in der Petrographie ein Parameter, der den Reifegrad von Kohlen und anderen Gesteinen, die organischen Kohlenstoff enthalten, anzeigt.

Literatur

A. Hutton, S. Bharati & T. Robl: Chemical and petrographic classification of kerogen/ macerals. In: Energy & Fuels, 8(6), 1994, S. 1478–1488 (Kurzfassung)

Weblinks


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  • Mazeral — Ma|ze|ral [lat. macerare = einweichen, mürbe machen, aufreiben], das; s, e; S: Maceral: kleinste, mikroskopisch unterscheidbare Gefügebestandteile der Kohle, z. B. Huminit, Inertinit, Liptinit, Vitrinit. * * * Ma|ze|ral, das; s, e <meist… …   Universal-Lexikon

  • Mazeral — Ma|ze|ral das; s, e (meist Plur.) <wohl zu lat. macer »mager« u. 1↑...al> Gefügebestandteil der Kohle …   Das große Fremdwörterbuch

  • Inkohlungsreihe — Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) versehen. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und… …   Deutsch Wikipedia

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  • Typ 1-Kerogen — Dieser Artikel ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) versehen. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege… …   Deutsch Wikipedia

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  • Mazerale —   [zu lateinisch macerare »aufweichen«, »einweichen«], Singular Mazeral das, s, Macerale, Bezeichnung für die kleinsten im Lichtmikroskop unterscheidbaren oder durch Mazeration (Extraktion mit Lösungsmitteln) als Einzelsubstanzen gewinnbaren… …   Universal-Lexikon

  • Resinit — Re|si|nit [auch ... nit] der; s, e <zu 2↑...it> Gefügebestandteil der Kohle, ↑Mazeral …   Das große Fremdwörterbuch


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