England (Musik)

England (Musik). (Musik.) Der auf das Materielle und Praktische gerichtete Sinn der Engländer zeigte sich einem rein geistigen Streben nicht günstig, daher sie, wie fast in allen schönen Künsten, so auch in der Musik nur Wenig leisteten. Ihre Musik wurde ihnen als ein fremdes Produkt meistens nur von Ausländern und besonders von Italienern und Deutschen, zugebracht. Nach London wendeten sich zwar immer die berühmtesten Componisten und Virtuosen, doch man beachtete und bezahlte sie nur, insofern es zur Mode gehörte, Theater und Concerte zu besuchen. Eine glänzende Periode erlebte die englische Musik in der Zeit, wo Händel, Arne, Buononcini und Attilio in London rivalisirten. Hayden führte seine »Schöpfung und C. M. von Weber seinen »Oberon« zuerst in London auf. Nach London gingen Farinelli, die Mara, die Catalani, die Sonntag, Clementi, Mozart, Paganini und viele andere der größten Sänger und Virtuosen, jedoch ohne dort eigenthümliche schöpferische Kräfte anzuregen. Fast einzeln steht unter den englischen Componisten der geniale »John Field« da, der im Vaterlande nicht einmal Unterstützung fand, sondern sich in das Ausland wenden mußte. Unter den musikalischen Schriftstellern Englands ist besonders Burney zu bemerken.

E. O.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Musik der Renaissance: Frankoflämische Schule, England und Italien —   Es ist ein erstaunliches Phänomen, dass ein relativ kleines Gebiet wie der frankoflämische Raum vom frühen 15. bis ins späte 16. Jahrhundert hinein als Zentrum der Mehrstimmigkeit hervortrat und mit dem Prinzip der Vokalpolyphonie stilbildend… …   Universal-Lexikon

  • Musik — (v. griech. musiké [téchnē], lat. [ars] musica), die »Kunst der Musen«, die nach der ältern griechischen Mythologie (Homer, Hesiod) Göttinnen des Gesanges und Tanzes, nicht aber, wie später, auch der Dichtkunst, Geschichtschreibung und Astronomie …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Musik der Renaissance. Musik für Instrumente - Tanz und Variation, Spiel- und Vokalformen —   Ein Epochenmerkmal der Renaissance, ein Spiegel auch ihrer Wendung zum diesseitig Realen, ist die Ausbildung mehrstimmiger instrumentaler Formen, wie sie vorher nur in sporadischer Aufzeichnung vorliegen. Zwar weisen mittelalterliche… …   Universal-Lexikon

  • England [2] — England (Gesch.). I. Älteste Zeit bis zur Ankunft der Römer 55 v. Chr. Die ältesten Nachrichten über die Bewohner E s stammen von Pytheas (320–330 v. Chr.) her, dessen Landsleute, die Massilier, auf dem Landwege eine Handelsverbindung mit Ictis… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • England — (hierzu die Karte »England und Wales«), Anglia, nach den Angelsachsen so genannt, der südliche Teil der Insel Großbritannien, umfaßt das eigentliche E. nebst den Küsteninseln, darunter Sheppey, Wight und die Scillyinseln. Politisch gehört dazu… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Musik — (v. gr), war bei den Griechen der Gesammtname für alle diejenigen Künste, bei denen überhaupt Ton u. Rhythmus als Darstellungsmittel dienen, die Tonkunst, Dichtkunst u. Redekunst; später bei den christlichen Völkern wurde der Name auf diejenige… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • England unter Heinrich VIII. und Elisabeth I. \(1509 bis 1603\): König Blaubart und die Feenkönigin —   Der Bruch mit Rom   Selbst in dem an farbigen Persönlichkeiten so reichen Zeitalter der Renaissance war der seit 1509 regierende König Heinrich VIII. von England eine auffallende Erscheinung: von ausladender Körperlichkeit, den Freuden der… …   Universal-Lexikon

  • Musik und Kirche — Beschreibung Zeitschrift für Kirchenmusik Verlag Bärenreiter Verlag Erstausgabe 1929 …   Deutsch Wikipedia

  • Musik der Renaissance: Das italienische Madrigal - »Musica reservata« —   Der Begriff »Renaissancemusik«, der auf die frankoflämische Epoche als Ganze nur mit Vorbehalt anzuwenden ist, charakterisiert jedoch treffend eine ihrer faszinierendsten Gattungen, das italienische Madrigal des 16. Jahrhunderts. Auch hier… …   Universal-Lexikon

  • England (Kunst) — England (Kunst). (Kunst) Wie sich überhaupt im Süden die Blüthe der Kunst schneller und kräftiger zu prangenden Blumenkelchen und gedeihlichen Früchten entwickelt und ausgebildet hat, so hat sie in dem feuchten, düsterumnebelten Britannien ein… …   Damen Conversations Lexikon

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”