Asklepiaden

Als Asklepiaden bezeichneten sich im alten Griechenland Familien und Personen, die ihre Abstammung auf den Heilgott Asklepios bzw. dessen Sohn Podaleirios zurückführten oder als ihre Jünger angesehen wurden. Sie versuchten dadurch häufig, ihre medizinischen Tätigkeiten im weitesten Sinne zu legitimieren. Geschichtliches Zeugnis davon gibt der Asklepiadeneid oder speziell der Eid des Hippokrates. Diesen Eid schworen die Ärzte beim Antritt ihres Berufs. Die berühmten Ärzte-Gestalten der griechischen Antike Hippokrates von Kos und Ktesias von Knidos beriefen sich auf den Heilgott Asklepios.

Es gab Asklepiaden etwa in Trikka in Thessalien, Epidauros im nordöstlichen Peloponnes, auf der Insel Rhodos und auf der Insel Kos sowie in der ihr auf dem Festland gegenüberliegenden Stadt Knidos. In Knidos gab es eine Ärzteschule, die mit der in Kos konkurrierte.[1]

Der Mediziner Asklepiades von Bithynien aus Prusa hat den Namen hingegen nur als Ehrenbezeichnung angenommen.

Einzelnachweise

  1. Lamer, Hans und Kroh, Paul: Wörterbuch der Antike . Alfred-Kröner-Verlag, Band 96, Stuttgart 101995, Stw. Asklepios, Epidauros, Hippokrates, Heilkunde

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