Pereslawl-Salesski

Pereslawl-Salesski
Stadt
Pereslawl-Salesski
Переславль-Залесский
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Vorlage:Infobox Ort in Russland/Wartung/AltFöderationskreis Zentralrussland
Oblast Jaroslawl
Stadtkreis Pereslawl-Salesski
Bürgermeister Andrei Ochapkin
Gegründet 1152
Stadt seit 1152
Fläche 23 km²
Höhe des Zentrums 142 m
Bevölkerung 42.400 Einw. (Stand: 2007)
Bevölkerungsdichte 1.843 Ew./km²
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7)48535
Postleitzahl 15202x
Kfz-Kennzeichen 76
OKATO 78405
Website http://adm.pereslavl.ru
Geographische Lage
Koordinaten 56° 44′ N, 38° 51′ O56.73333333333338.85142Koordinaten: 56° 44′ 0″ N, 38° 51′ 0″ O
Pereslawl-Salesski (Russland)
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Pereslawl-Salesski (Oblast Jaroslawl)
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Oblast Jaroslawl
Liste der Städte in Russland

Pereslawl-Salesski (russisch Переславль-Залесский, DIN-Transliteration Pereslavl'-Zalesskij) ist eine russische Stadt mit rund 42.400 Einwohnern (Stand 2007) in der Oblast Jaroslawl. Als eine der ältesten und am besten erhaltenen Städte Zentralrusslands ist sie Bestandteil des sogenannten Goldenen Ringes der historischen Städte nordöstlich von Moskau.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Pereslawl-Salesski liegt am südöstlichen Ufer des Pleschtschejewo-Sees, rund 140 km nordöstlich von Moskau und 124 km südwestlich der Gebietshauptstadt Jaroslawl. Die nächstgelegenen Städte sind Alexandrow (37 km südlich von Pereslawl entfernt), Strunino (42 km südwestlich) und Karabanowo (47 km südlich). Rund 20 km südlich der Stadt verläuft die Grenze der Oblast Jaroslawl zur Oblast Wladimir. Innerhalb von Pereslawl-Salesski mündet das Flüsschen Trubesch in den Pleschtschejewo-See.

Geschichte

Verklärungskathedrale
Das Botik „Fortuna“ Peter des Großen

Die Geschichte der Stadt geht auf das Jahr 1152 zurück, als hier vom Großfürsten Juri Dolgoruki, der fünf Jahre zuvor auch Moskau gegründet hatte, eine Festung angelegt wurde. Der Ortsname Pereslawl wurde in Anlehnung an die noch 907 gegründete Stadt Perejaslaw der Kiewer Rus gewählt, wobei der Zusatz Salesski wörtlich so viel wie „hinter dem Wald“ bedeutet und an den Waldreichtum dieser Gegend erinnert. Sogar der in den Pleschtschejewo-See mündende Fluss Trubesch erhielt seinen Namen nach dem gleichnamigen Fluss, der durch das ältere und heute zur Ukraine gehörende Pereslawl fließt.

Gemäß der damaligen Tradition erhielt die neu gegründete Festungsstadt einen Kreml, also eine mittelalterliche russische Festungsanlage mit Mauer und Wehrtürmen. Der Erdwall und die Verklärungskathedrale aus den 1150er-Jahren stellen heute nur noch die einzigen Überreste der einstigen Festungsanlage dar. Die Kathedrale zählt zu den ältesten russisch-orthodoxen Sakralbauten und ist auch dadurch bekannt, dass dort seinerzeit der berühmteste Sohn der Stadt, Fürst Alexander Newski, getauft wurde.

Bis Anfang des 14. Jahrhunderts war Pereslawl-Salesski eines der Zentren des Fürstentums Wladimir-Susdal und diente zeitweilig auch als Residenz des Großfürsten. Danach schloss es sich an das Großfürstentum Moskau an. Im 14. und 15. Jahrhundert war die Stadt mehrmals Angriffsziel von Tataren, und 1608, in den Zeiten der sogenannten Smuta, war sie von polnisch-litauischen Interventen besetzt. Bei diesen Angriffen wurde Pereslawl jedes Mal verwüstet und musste anschließend wiederaufgebaut werden. Dabei entstanden auch mehrere bis heute erhaltene Kirchengebäude, von denen jedes jeweils eine andere Zeitepoche repräsentiert. Besonders stark entwickelte sich die Stadt Mitte des 16. Jahrhunderts, als Zar Iwan der Schreckliche reichlich für die Stadt spendete.

1688 bis 1693 baute hier Zar Peter der Große eine Reihe kleinerer Kriegsschiffe, was als Gründungsereignis der russischen Marine gilt.

Im 18. Jahrhundert, als die Bedeutung der Stadt als Festung nicht mehr vorhanden war, begann sich hier mit der Entstehung erster Textilmanufakturen die Industrie zu entwickeln. Aus dieser Zeit stammt eine Reihe weiterer bis heute erhaltener historischer Bauten in der Pereslawler Altstadt. Insgesamt spielte Pereslawl, auch durch seine vergleichsweise abgeschiedene Lage – die Verbindungsstraße von Moskau nach Jaroslawl verlief etwas weiter außerhalb der Stadt – eine eher geringe Rolle für die Industrie, was sich auch in den Zeiten der Sowjetunion wenig änderte.

Sehenswürdigkeiten

Das Gorizki-Kloster in Pereslawl-Salesski

Heute ist Pereslawl-Salesski eine vorwiegend vom Tourismus geprägte Stadt, die auch einen Teil des Goldenen Ringes bildet. Hauptsehenswürdigkeit der Stadt sind die Reste des ehemaligen Kreml, darunter die Verklärungskathedrale, für die im Jahre 1152, zeitgleich mit der Stadtgründung, der Grundstein gelegt wurde. Zudem gibt es in der Stadt fünf russisch-orthodoxe Klöster: das Gorizki-Kloster (gegründet etwa Anfang des 14. Jahrhunderts, aufgelöst 1788), das Nikita-Kloster (gegründet vor 1186, heute wieder als Männerkloster betrieben), das Nikolaus-Kloster (gegründet 1350, seit 1993 wieder als Frauenkloster betrieben), das Daniel-Dreifaltigkeitskloster (gegründet 1508, heute wieder als Männerkloster betrieben) und das Fjodor-Kloster (gegründet im 15. Jahrhundert). Weitere bekannte Sakralbauten in Pereslawl-Salesski sind u. a. die Kirche des Metropoliten Peter (1585), die Smolensker Corneliuskirche und die Alexander-Newski-Kirche.

Nahe der Stadt befindet sich das 1803 gegründete Museum Botik Peter des I., wo unter anderem das Schiff „Fortuna“ ausgestellt ist, das noch aus der Zeit Peters des Großen stammt und als einziges den Großbrand von 1783 überstanden hat. Zu den neueren sehenswerten Museen gehört das 1991 gegründete Pereslawler Eisenbahnmuseum. Eine Sehenswürdigkeit stellt auch die gesamte Altstadt von Pereslawl mit historischen Kaufmannshäusern, Industriebauten und auch typisch russischen Holzhäusern.

Wirtschaft und Infrastruktur

Universitätscampus in Pereslawl

Während der Fremdenverkehr das wirtschaftliche Leben der Stadt prägt, spielt die Industrie nur eine relativ geringe Rolle – zu nennen sind eine Fabrik für Fotografiezubehör sowie mehrere Textil- und Nahrungsmittelbetriebe. Seit 1993 hat Pereslawl auch eine eigene Universität.

Pereslawl befindet sich nahe dem Abschnitt der Fernstraße M8, einem Teil der Europastraße 115, zwischen Sergijew Possad und Rostow; eine von ihr nahe der Stadt abzweigende Nebenstraße führt über Jurjew-Polski nach Wladimir. Bis in die 1990er-Jahre war entlang des Seeufers eine Schmalspurbahn in Betrieb, die inzwischen zurückgebaut wurde und heute nur noch auf einem kleinen Abschnitt als Museumsstrecke des Pereslawler Eisenbahnmuseums genutzt wird. Eine von Berendejewo (bei Alexandrow) nach Pereslawl führende Breitspur-Stichstrecke der Transsibirischen Eisenbahn wird heute nur für den Güterverkehr genutzt.

Söhne und Töchter der Stadt

Städtepartnerschaften

Literatur

  • Z. I. Pastuchova, E. N. Ponomarëva: Drevnerusskie goroda. S. 284–295. Rusič, Smolensk 2006, ISBN 5-8138-0470-6

Weblinks


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