Augenhintergrund
Normaler Augenhintergrund

Der Augenhintergrund (lateinisch Fundus oculi) ist die bei medikamentös erweiterter Pupille durch den transparenten Glaskörper hindurch sichtbare hintere Innenwand des Augapfels und beinhaltet folgende anatomische Strukturen:

Inhaltsverzeichnis

Sichtbarmachung

Der Augenhintergrund wird mittels Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) betrachtet. Mittels retinaler Gefäßanalyse können die Blutgefäße ermessen werden. Neben der Erkennung von Erkrankungen des Auges selbst sind internistische oder neurologische Diagnosen möglich.

Fotografische Blitzlichtgeräte beleuchten die Retina direkt und intensiv, ohne dass die Pupille sich schnell genug zuziehen kann. In den entsprechenden fotografischen Aufnahmen, die die beleuchtete Netzhaut abbilden, ist dann in der Pupille häufig die stark durchblutete Retina als strukturloser, roter Kreis zu erkennen (Rote-Augen-Effekt).

Sichtbarmachung des eigenen Augenhintergrundes

Bei der Autophthalmoskopie[1] kann der eigene Augenhintergrund beobachtet werden.

Wer bei Dunkelheit eine helle und möglichst punktförmige Lichtquelle ohne ultravioletten Lichtanteil (sonst besteht die Gefahr einer Keratoconjunctivitis photoelectrica), wie zum Beispiel eine kleine Leuchtdioden-Taschenlampe, seitlich und ungefähr im rechten Winkel zur Sehachse auf die Pupille richtet, sieht die Gefäße seines eigenen Augenhintergrundes als schwarze Schattenlinien auf hellem Hintergrund vor sich. Die Lichtquelle wird von der Augenlinse als Zerstreuungskreis auf der dem Lichteinfall gegenüberliegenden Seite der Netzhaut abgebildet und beleuchtet durch Streuung und diffuse Reflexion indirekt mehr oder weniger die gesamte Netzhaut. Die Erhebungen bei den eigenen Blutgefäßen werfen bei streifendem Lichteinfall dann leichte Schatten auf die Retina, die in diesen Bereichen entsprechend sichtbar werden.

Einzelnachweise

  1. Carl Schweigger: Vorlesungen über den Gebrauch des Augenspiegels - Kapitel II.: Autophthalmoskopie, Verlag Mylius, 1864

Literatur

  • Axenfeld/Pau: Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde. Unter Mitarbeit von R. Sachsenweger u. a., Stuttgart: Gustav Fischer Verlag, 1980, ISBN 3-437-00255-4

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Augenhintergrund — Augenhintergrund,   die bei Anwendung des Augenspiegels sichtbar werdende Innenwand des Augapfels. Das durch die Netzhaut leuchtende dichte Gefäßnetz der Aderhaut lässt den Augenhintergrund rot erscheinen. Bei vielen Erkrankungen (z. B.… …   Universal-Lexikon

  • Augenhintergrund — A̲u̲genhintergrund vgl. Fundus oculi …   Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke

  • Augenhintergrundspiegelung — Die Ophthalmoskopie (gr. ὀφθαλμοσκοπία, ofthalmoskopía die Anschauung des Auges ) bzw. Augenspiegelung oder auch Funduskopie (vom lateinischen fundus im Sinne von Augenhintergrund) erlaubt die Beurteilung von krankhaften Veränderungen der… …   Deutsch Wikipedia

  • Augenspiegel — Die Ophthalmoskopie (gr. ὀφθαλμοσκοπία, ofthalmoskopía die Anschauung des Auges ) bzw. Augenspiegelung oder auch Funduskopie (vom lateinischen fundus im Sinne von Augenhintergrund) erlaubt die Beurteilung von krankhaften Veränderungen der… …   Deutsch Wikipedia

  • Augenspiegelung — Die Ophthalmoskopie (gr. ὀφθαλμοσκοπία, ofthalmoskopía die Anschauung des Auges ) bzw. Augenspiegelung oder auch Funduskopie (vom lateinischen fundus im Sinne von Augenhintergrund) erlaubt die Beurteilung von krankhaften Veränderungen der… …   Deutsch Wikipedia

  • Fundus oculi — Normaler Augenhintergrund Der Augenhintergrund (lat. Fundus oculi) ist die bei medikamentös erweiterter Pupille durch den transparenten Glaskörper hindurch sichtbare hintere Innenwand des Augapfels und beinhaltet folgende anatomische Strukturen:… …   Deutsch Wikipedia

  • Funduskopie — Die Ophthalmoskopie (gr. ὀφθαλμοσκοπία, ofthalmoskopía die Anschauung des Auges ) bzw. Augenspiegelung oder auch Funduskopie (vom lateinischen fundus im Sinne von Augenhintergrund) erlaubt die Beurteilung von krankhaften Veränderungen der… …   Deutsch Wikipedia

  • Ophthalmoskop — Die Ophthalmoskopie (gr. ὀφθαλμοσκοπία, ofthalmoskopía die Anschauung des Auges ) bzw. Augenspiegelung oder auch Funduskopie (vom lateinischen fundus im Sinne von Augenhintergrund) erlaubt die Beurteilung von krankhaften Veränderungen der… …   Deutsch Wikipedia

  • Netzhautablösung und Netzhautveränderungen —   Der Augenhintergrund also die innere Augenschicht mit Netzhaut, Pigmentepithel und Blutgefäßen kann mithilfe der Augenspiegelung näher untersucht werden. Dabei wird starkes Licht durch die Pupille ins Auge gestrahlt, sodass die Netzhaut für den …   Universal-Lexikon

  • Amblyopia — Klassifikation nach ICD 10 H53.0 Amblyopia ex anopsia …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”