Augenklinik Herzog Carl Theodor

Die Augenklinik Herzog Carl Theodor ist eine Fachklinik für Augenheilkunde im Münchner Stadtteil Maxvorstadt. Sie ist eine der ältesten Augenkliniken in Bayern. Die Klinik ist im Rahmen des bayerischen Umweltpaktes Teilnehmer bei Ökoprofit.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1895 gründete der Augenarzt und Bruder der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn Herzog Carl Theodor in Bayern auf Initiative seiner Frau Marie-José, einer geborenen Infantin von Portugal, in München eine Augenklinik. Dieses vor allem für mittellose Augenkranke gegründete Krankenhaus wurde unter dem Namen Wohltätigkeitsanstalt für unbemittelte Augenkranke eröffnet. Carl Theodor finanzierte den Bau und den Unterhalt der Klinik aus seinem Privatvermögen. Die Augenklinik verschlang große Summen, die ihm auch teilweise von seinem Schwager Kaiser Franz Joseph aber auch dessen Bruder Karl Ludwig zur Verfügung gestellt wurden. Bis zu seinem Tod im Jahr 1909 operierte er selbst, assistiert von seiner Frau, die auch die Organisation des Hauses leitete.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Klinikum teilweise als Lazarett genutzt. Die finanzielle Lage verschlechterte sich in den Nachkriegsjahren, da die Zahl der zahlenden Patienten aufgrund der allgemeinen Wirtschaftskrise immer mehr abnahm. Eine Erleichterung brachte hier ein Versorgungsvertrag mit den Sozial- und Krankenversicherungen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude durch Bombenangriffe schwer beschädigt.

Nach dem Tod vom Herzog Carl Theodor im Jahre 1909 wurde die Privatklinik von seiner Frau Marie-José im Jahr 1917 in eine Stiftung überführt. Dem Stiftungsvorstand gehören immer ein Mitglied der Familie der Herzöge in Bayern und verschiedene Fachärzte an.

Heute verfügt die Klinik über 52 Betten und 74 Beschäftigte (davon 22 Ärzte). Pro Jahr werden etwa 3400 Patienten stationär und über 6000 Patienten ambulant behandelt (Stand: 2004).

Gebäude

Gebäude

Der viergeschossige Putzbau mit polygonalen Eckturmerkern in Neurenaissance-Formen wurde 1891 von Hans Hartl entworfen. Zunächst Mietshaus, erfolgte 1895 der Ausbau zur Klinik. Nach 1945 wurde das Gebäude renoviert. In den 1980er und 1990er Jahren wurde die Klinik unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes komplett saniert und ist als Baudenkmal eingetragen. Die Kapellenausstattung stammt aus dem Jahr 1895.

Klinikleitung

  • 1895–1909: Herzog Carl Theodor
  • 1909–1943: Geheimer Hof- und Medizinalrat Heinrich Zenker
  • 1943–1978: Carl Zenker
  • 1978–1993: Bernhard von Barsewisch
  • seit 1993: Klaus G. Riedel

Literatur

  • 100 Jahre Augenklinik Herzog Carl Theodor. Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Augenklinik Herzog Carl Theodor in München. Eigenverlag, 1995.

Weblinks

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