Richard von Stutterheim

Richard von Stutterheim
Richard von Stutterheim

Baron Richard Carl Gustav Ludwig Wilhelm Julius von Stutterheim (* 10. August 1815 in Helmstedt; † 9. November 1871 bei Wiesbaden im Rhein) war ein preußischer – später auch spanischer, braunschweigischer, holsteinischer und britischer – Offizier und Befehlshaber der britisch-deutschen Legion. Er war verheiratet mit Marie von Lauingen, der Tochter eines hochrangigen Forstbeamten aus Braunschweig und hatte mehrere Söhne und Töchter.

Leben

Stutterheim begann seine militärische Karriere 1830 im preußischen Kadettenkorps, wurde am 5. August 1833 als Secondeleutenant dem 17. Infanterieregiment in Düsseldorf zugeteilt und am 23. Juli 1834 zum 8. Husarenregiment versetzt. Wegen eines Duells, bei dem der seinen Gegner erschoss, verließ den preußischen Dienst bereits am 13. April 1835 und trat in die sogenannte britische Hilfslegion (British-German Legion) ein, die in Großbritannien unter dem General De Lacy Evans zur Teilnahme am Kampf für die Sache der spanischen Liberalen, Christinos genannt, in den Carlistenkriegen gebildet worden war.

Im Jahre 1839 nach Deutschland zurückgekehrt, fand er in der braunschweigischen Artillerie Anstellung, machte als Premierleutnant den Feldzug des Jahres 1849 gegen Dänemark mit, trat in die schleswig-holsteinische Armee ein und nahm mit dieser 1850 am Kriege gegen Dänemark als Major und Generalstabsoffizier, zuerst bei der Avantgardenbrigade, dann in der Stellung eines Souschefs des Generalstabs unter Ludwig von der Tann und zuletzt als Generalstabschef des kommandierenden Generals von der Horst teil. In der unglücklichen Schlacht bei Idstedt am 24. und 25. Juli 1850 zeichnete er sich durch besondere Tapferkeit aus.

Bei der Auflösung der schleswig-holsteinischen Armee wurde er als Stabsoffizier in das holsteinische Dragonerregiment übernommen. Da ihm in dieser dänischen Truppe aber als deutscher Offizier das Bleiben verleidet wurde, nahm er den Abschied, bekleidete eine Zeit lang den Posten eines Sekretärs der mexikanischen Gesandtschaft in Berlin und befand sich in Großbritannien, als der Krimkrieg ausbrach. Die britische Regierung ernannte ihn zum General und betraute ihn mit der Anwerbung und Organisation einer Fremdenlegion für den Krimkrieg, die aber nicht mehr zu Einsatz kam, da der Krieg vorher endete.

Danach leitete er die Überführung eines Teiles der Legionäre nach Britisch-Kaffraria (der späteren Transkei und dem ehemaligen Griqualand), in der Kapkolonie/Südafrika, wo sie sich ansiedelten und zugleich eine Grenztruppe zum Gebiet der Xhosa bildeten. Er erreichte Kapstadt Ende Januar 1857 mit den ersten Siedlern, denen sich später weitere 2.000 Soldaten und einige Frauen und Kinder anschlossen. In Südafrika erinnert noch heute die Kleinstadt Stutterheim an seine Tätigkeit.

Er selbst kehrte aber nach Deutschland zurück, wo er sich zunächst in Braunschweig niederließ, dann aber – mit den Geldern aus Südafrika – das Gut Baumgarten bei Ohlau in Schlesien erwarb. Aufgrund eines Geld verzehrenden gesellschaftlichen Lebens und seiner immer größer werdenden Spielsucht ging er bankrott. Er musste das Gut 1866 verkaufen und kehrte zunächst nach Braunschweig zurück. Gebrochen durch den Bankrott beendete er – nach neuerlichen großen Spielverlusten im Wiesbadener Kasino – sein Leben am 9. November 1871 bei Biebrich (einem heutigen Stadtteil von Wiesbaden) im Rhein.

Literatur

  • Bernhard von Poten: Stutterheim, Richard von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 37, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 79 f.
  • The South African Military History Society/Die Suid-Afrikaanse Krygshistoriese Vereniging: „Military History Journal“ - Vol. 3, No. 4: Baron Richard von Stutterheim.
  • Ulrike Kirchberger: Aspekte deutsch-britischer Expansion – Die Überseeinteressen der deutschen Migranten in Großbritannien in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Stuttgart 1998.
  • Eckart von Stutterheim und Kurt von Stutterheim: Die Herren und Freiherren von Stutterheim/Alt-Stutterheim. Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1965, S. 187 und S. 229–232, Bildtafel nach S. 228

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