BEHALA
Trimodales Containerterminal im Berliner Westhafen mit Containerumschlag
Bahnhof der BEHALA im Westhafen in Berlin: abendliche Bereitstellung der beiden Containerzüge

Die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH, kurz BEHALA genannt, betreibt in Berlin mehrere Binnenhäfen mit den dazugehörigen Lagerhäusern, dem Güterumschlag, den Hafenbahnen, und die Vermietung von Immobilien auf den Hafengeländen. Sie ist eine GmbH mit 100-prozentiger Beteiligung des Landes Berlin.

Die am 26. Februar 1923 gegründete Gesellschaft hat ihren heutigen Sitz am Berliner Westhafen in Berlin-Moabit. Sie betreibt außerdem den Südhafen in Spandau (Tiefwerder) und den Hafen Neukölln.

Inhaltsverzeichnis

Hafenbahn

Die BEHALA ist auch ein Eisenbahninfrastruktur- und Eisenbahnverkehrsunternehmen, das insgesamt zwölf Kilometer Gleisanlagen im West- und Südhafen betreut. Die Zuführung der Waggons erfolgt mit eigenen Triebfahrzeugen von den Güterbahnhöfen Ruhleben und Moabit. Im Westhafen hat das neue trimodale Containerterminal zu einem Anstieg des Güterverkehrs geführt. Es gibt eine werktägliche Containerzugverbindung von Hamburg und eine werktägliche KLV-Verbindung von Unna-Bönen für einen großen Warenhaus-Konzern. Ab Ende Mai 2009 ergänzt der Rhein-Spree-Express dieses Angebot mit einer werktäglichen Containerverbindung zu den Terminals Gerolstein, Hürth und Krefeld (mit möglichen Bargeverbindungen nach Antwerpen und Rotterdam).[1]

Für den zunehmenden Schienengüterverkehr zum Westhafen erweisen sich die infrastrukturellen Nachteile als Betriebshindernis: fehlende Elektrifizierung Ruhleben – Hamburger und Lehrter Güterbahnhof (HuL), zu kurze Gleislängen für bis zu 700 m lange Züge und der Richtungswechsel um von HuL in den Westhafen zu gelangen. Von Seiten der DB Netz AG gibt es inzwischen die Zusage, die ersten beiden Punkte bis ca. 2011 zu beseitigen.[2]

Außerdem ist die BEHALA mit 49,8 % an der Industriebahn-Gesellschaft Berlin GmbH (IGB) beteiligt.

Geschichte

In bzw. um Berlin kam es zu Anfang des 20. Jahrhunderts zum Bau mehrerer Häfen. 1906 bis 1911 wurde der Spandauer Südhafen gebaut, 1907 bis 1913 der Osthafen, 1912 bis 1922 der Hafen Neukölln, 1914 bis 1923 dann der Westhafen.

Die Stadt konnte aufgrund der schwierigen finanziellen Lage die Häfen nicht selber betreiben und musste sie an eine Aktiengesellschaft, nämlich die am 26. Februar 1923 extra gegründete Berliner Hafen- und Lagerhaus A.-G., die Generaldirektion der Berliner Häfen, (BEHALA), verpachtet, an der sie nur eine 25 %ige Beteiligung hielt. Die anderen Anteile hielten die Speditionsfirmen Schenker und Carl J. Busch. Am 1. März übernahm die BEHALA den Hafenbetrieb.

Viktoriaspeicher I auf dem BEHALA-Gelände an der Köpenicker Straße

Im Juli 1929 übernahm die BEHALA in Kreuzberg die Grundstücke Köpenicker Straße 20–26a. Damit wurde auch der vom Architekten Franz Ahrens geplante und heute unter Denkmalschutz stehende Viktoriaspeicher I erworben. 1937 wurde auch das Gelände Köpenicker Straße 16–17 übernommen, wo sich die Bäckerei des Gardes du Corpes befand. Dieses Gelände hieß fortan Viktoriaspeicher II.

Am 1. Januar 1937 wurde die BEHALA ein städtischer Eigenbetrieb. 1939 bis 1943 wurde im Westhafen ein Getreidesilo errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurden im Westhafen 60 Prozent, im Osthafen 80 Prozent der Anlagen zerstört.

1958 erwarb die BEHALA die Grundstücke Köpenicker Straße 27, 27a, 28 und 29 zur Vergrößerung des Viktoriaspeichers I. 1960 wurde der Kohlehandel vom Urbanhafen auf dieses Gelände verlagert, 1980 wurde ein Umschlag von 250.000 t erreicht.

Nach der Teilung der Stadt begann im Mai 1949 die Bevorratungsaktion durch den (West-)Berliner Magistrat, 1961 wurden mit dem Bau der Mauer die Senatsreserve in den Hafenspeichern aufgestockt.

1994 wurde die BEHALA eine Anstalt öffentlichen Rechts.

2003 wurde die BEHALA in eine GmbH umgewandelt.

Kräne der BEHALA im Osthafen

Der Osthafen in Friedrichshain wurde seit 2000 als Medienstandort entwickelt und hat seit 2006 keine Umschlagfunktion mehr. Die beiden Krananlagen und die Hafenbahn mit der Anbindung zum Innenring wurden abgebaut.

Das Unternehmen ist heute Mitglied des Investorenprojektes Mediaspree, welches die wirtschaftliche Nutzung des Spreeufers im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg unterstützt.

Literatur

  • BEHALA – Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (Hrsg.), Jörg Raach (Verf.): 80 Jahre BEHALA – zwischen damals und heute (1923–2003). Berlin 2003

Einzelnachweise

  1. Vgl. BEHALA, Rhein-Spree-Express – TALKE Logistic Services und BEHALA starten intermodale Cargoverbindung nach Berlin. Abgerufen am 23. Mai 2009.
  2. Vgl. Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Abgeordnetenhaus von Berlin vom 5. Juni 2007 und die Antwort von Staatssekretärin Krautzberger vom 27. Juni 2007, abgedruckt in: Signal, 1/2008, S. 12f, „Kleine Verbesserungen für den Schienengüterverkehr“. Abgerufen am 23. Mai 2009.

Weblinks


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