1. Brief des Paulus an Timotheus
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Der 1. Brief des Paulus an Timotheus, auch kurz 1. Timotheus genannt, ist ein Buch des Neuen Testaments der christlichen Bibel. Als Verfasser des Briefes weist sich im Präskript (1 Tim 1,1 EU) und in Erinnerungen an seine Biographie (1 Tim 1,12 EU), (1 Tim 2,7 EU) der Apostel Paulus aus. Aufgrund erheblicher Abweichungen im sprachlichen Stil und Weiterentwicklungen in der dargelegten Theologie herrscht in der heutigen deutschsprachigen Bibelwissenschaft verbreitet die Auffassung, dass der Brief unter Berufung auf die Autorität des Paulus dessen Anliegen fortschreiben will und gegen Ende des 1. Jahrhunderts von einem Paulusschüler verfasst wurde.[1] Der Brief wird seit der Vulgata-Aufgabe von Stephen Langton 1205 in sechs Kapitel unterteilt.

Inhaltsverzeichnis

Empfänger

Timotheus ist Sohn eines heidnischen Vaters und einer jüdischen Mutter. So wird er später, nachdem er Paulus gefolgt ist, von diesem beschnitten.

Inhalt

Der 1. Timotheus besteht überwiegend aus Ermahnungen und Anweisungen, wie das Gemeindeleben zu gestalten ist.

1. Kapitel

Präscript, Ermahnung sich von gesetztlichen Lehren fernzuhalten.

2. Kapitel

Aufruf zur Fürbitte. Das Verhalten von Mann und Frau in der Gemeinde. Darin enthalten ist die umstrittene Rolle der Frau (1 Tim 2,12-15 EU).

3. Kapitel

Über die Bischöfe und Diakone. Darin wird dargestellt, wie ein Bischof und ein Diakon sein soll.

4. Kapitel

Ablehnung von falscher Enthaltsamkeit und anderen Lehren.

5. Kapitel

Hier wird beschrieben, wie Witwen sich verhalten und unter welchen Umständen sie in die Listen eingetragen werden sollen. Anweisung für den Umgang mit Ältesten, Ratschläge für Timotheus, darin auch die Anweisung etwas Wein zu trinken. (1 Tim 5,23 EU)

6. Kapitel

Das Verhalten von Sklaven. Warnung vor Streitereien und anderen Dingen.

Wirkungsgeschichte

Die Bibelstelle 1. Tim 2,12 wird angeführt, wenn es um die Stellung der Frau in kirchlichen Ämtern geht und begründet häufig die Ablehnung von Frauenordination und Ablehnung von Frauen bei der Priesterweihe (1 Tim 2,12-15 EU).

Nach Kap. 3 soll ein Bischof verheiratet sein. Diese Stelle wird in älteren evangelischen und katholischen Bibelübersetzungen regelmäßig unterschiedlich übersetzt.

„ Von den Bischöfen 1 Das ist gewisslich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe. 2 Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, ... 4 einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. 5 Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen? “

Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luther in der revidierten Fassung von 1984. Durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung. © 1984 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart: [2]

In älteren evangelischen Bibeln steht oft: Mann einer Frau, in älteren katholischen Bibeln Mann einer einzigen Frau. Die Einheitsübersetzung (1980) gibt die Stelle wie folgt wieder:

„ 1 Das Wort ist glaubwürdig: Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer großen Aufgabe. 2 Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet, nüchtern, ... 4 Er soll ein guter Familienvater sein und seine Kinder zu Gehorsam und allem Anstand erziehen. 5 Wer seinem eigenen Hauswesen nicht vorstehen kann, wie soll der für die Kirche Gottes sorgen? “

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift (C) 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart: [3]

Im Urchristentum existierte kein verpflichtender Zölibat. Befürworter und Gegner des Zölibats interpretieren dieses Kapitel unterschiedlich.[4][5][6][7]. Ein weiterer Hinweis zur Ehe findet sich im 4. Kapitel.

„ 2 verleitet durch Heuchelei der Lügenredner... 3 Sie verbieten die Heirat und fordern den Verzicht auf bestimmte Speisen, die Gott doch dazu geschaffen hat, dass die, die zum Glauben und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangt sind, sie mit Danksagung zu sich nehmen. 4 Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut und nichts ist verwerflich, wenn es mit Dank genossen wird. “

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift (C) 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart: [8]

Literatur

Neuere Kommentare

  • Norbert Brox: Die Pastoralbriefe : 1 Timotheus, 2 Timotheus, Titus. (5., durchges. und erw. Aufl.) Regensburger Neues Testament Bd.7 Teil 2. Pustet Regensburg 1989, ISBN 3-7917-0140-1.
  • Hans Bürki: Der erste Brief des Paulus an Timotheus. Wuppertaler Studienbibel: Reihe Neues Testament 14. Brockhaus, Wuppertal 1994.
  • Fritz Grünzweig: Erster Timotheus-Brief. Edition C : B, Bibel-Kommentare 18. Hänssler Neuhausen-Stuttgart 1990, ISBN 3-7751-1543-9.
  • Joachim Jeremias, August Strobel: Die Briefe an Timotheus und Titus. Der Brief an die Hebräer. Das Neue Testament deutsch NTD 9. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen u.a. 12. Aufl. (2. Aufl. dieser neuen Fassung) 1981, ISBN 3-525-51327-5.
  • Heinz-Werner Neudorfer: Der erste Brief des Paulus an Timotheus. Historisch-Theologische Auslegung HTA. SCM R. Brockhaus 2004, ISBN 978-3-417-29721-8.
  • Jürgen Roloff, Der erste Brief an Timotheus. (=Evangelisch-katholischer Kommentar zum Neuen Testament, hrsg. von Hans-Josef Klauck, François Bovon et al., Bd. XV), Benziger, Zürich 1988, ISBN 3-545-23116-X.

Weblinks

Zitate

  1. Jürgen Roloff, Der erste Brief an Timotheus (=Evangelisch-katholischer Kommentar zum Neuen Testament, hrsg. von Hans-Josef Klauck, François Bovon et al., Bd. XV), Benziger, Zürich 1988, S. 23-28; für die Authentizität vgl. Joachim Jeremias und August Strobel, Die Briefe an Timotheus und Titus. Der Brief an die Hebräer. Das Neue Testament deutsch NTD 9, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1981 )
  2. 1.Tim 3 LUT hier online
  3. 1.Tim 3 EU hier online
  4. Katholisch leben
  5. Opus Dei
  6. Vereinigung Katholischer Priester und ihrer Frauen e.V.
  7. Erzbischof Robert Zollitsch in katholisch.de
  8. 1.Tim 4 EU hier online

Siehe auch


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